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SENDETERMIN So, 6.12.2015 | 16:00 Uhr | 3sat

Schätze der Welt Spezial Durch den stillen Ozean

Der Vulkan Tongariro

Heiliger Berg der Maori: Tongariro

Der Park hat drei Vulkane, Tongariro, Ngauruhoe und den Ruapehu. Er ist immer noch aktiv und brach zuletzt am 23. September 1995 aus. Die Maori landeten in Neuseeland vor cirka 1500 Jahren. Der Legende nach kam Häuptling Ngatoroirangi auf der Mitte der Nordinsel des heutigen Neuseelands an Land. Um Anspruch auf das Land um den Tongariro zu erheben, musste Ngatoroirangi auf seiner Spitze ein Feuer entzünden. Von seiner weiblichen Sklavin Auruhoe begleitet machte er sich an den Aufstieg. Ein eisiger Südwind zog auf und die schneidende Kälte drohte sie zu töten. Ngatoroirangi rief seine Schwestern, Priesterinnen im entfernten Hawaiki, ihm Feuer zu senden. Die Schwestern schickten ein Feuer das am Ngatoroirangi ausbrach. Um seinen Schwestern und dem Gott der Vulkane zu danken, opferte Ngatoroirangi Auruhoe und warf ihren Körper in den Vulkan, der auch heute noch ihren Namen trägt: Ngauruhoe. Seit vor 200 Jahren die ersten Weißen in "Aotearoa", dem Land der langen, weißen Wolke', landeten, bedrohen Kahlschlag und Schafzucht den heiligen Berg. Für den Tuwharetoa Stamm ist Tongariro die Quelle ihrer Macht. Hier ruhen ihre Vorfahren und der Berg legitimiert ihren Anspruch auf dieses Land. Um zu verhindern das ihr Land in private Hände fällt, machte Häuptling Tukino Te Heuheu 1887 den Berg zum Geschenk an die Regierung von Neuseeland - mit der Maßgabe ihn für alle Menschen zu schützen.

Das Bikini Atoll war so etwas wie ein Paradies, bis 1946. Die USA machte daraus eine Militärbasis und siedelte die Einwohner um. Es folgten Wasserstoffbomben-Tests, deren Vernichtungskraft tausendmal stärker war als die der Hiroshima Bombe. Bikini, ein winziges Atoll in der Weite des Pazifischen Ozeans symbolisiert den Umgang der Menschen mit der Natur. Über Jahrhunderte hinweg ernährten sich die Bewohner von Bikini von dem was auf der Insel wuchs und was das Meer ihnen gab. Ihre Abgelegenheit bewahrte sie vor Eroberungen. Das Bikini Atoll war so etwas wie ein Paradies. Ende des 2. Weltkrieges wurden auf dem benachbarten Atoll 8.000 Japaner getötet. Am nächsten Tag lief ein Kriegsschiff der US Flotte Bikini an. 1946 versammelte US Kommandant Wyatt die Bewohner und fragte, ob sie gewillt seien ihre Heimat vorübergehend zu verlassen, damit die amerikanische Armee Atombomben testen könne, “um diese enorme und zerstörerische Gewalt in etwas Gutes für die Menschheit zu verwandeln”. Es war eine rhetorische Frage, die 167 Einwohner hatten keine Wahl. Ihre Heimat wurde zu einer amerikanischen Militärbasis. Im Juli 1946 explodierten die ersten Atombomben auf dem Bikini Atoll. Bis 1958 wurden weitere 21 Wasserstoffbomben getestet. Die tödlichste davon war “Bravo”. Ihre Vernichtungskraft war tausendmal stärker als die der Hiroshima Bombe. Heute leben viele Nachfahren der ursprünglichen Bewohner auf der Hauptinsel Majuro. Die Arbeitslosenquote liegt bei 40%, der Mindestlohn bei zwei Dollar die Stunde. Ein Treuhandfond zahlt jedem Nachkommen von Bikini jährlich 600 Dollar Kompensation. Doch der Verlust, den sie ertragen, ist damit nicht beglichen - die Sehnsucht nach ihrer Heimat nicht erloschen. Bikini, 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, ist heute vom Ansteigen des Meeresspiegels bedroht.

Vor mehr als 11 Millionen Jahren – lange bevor Menschen die Erde bewohnten – riss tief unter dem Ozean der Meeresboden auf und Lava strömte aus dem Inneren der Erde. Über Jahrtausenden formten sich so die Inseln von Hawaii aus fünf Vulkanen. Kilauea ist der aktivste Vulkan auf Erden. Die gegenwärtige Erruption begann im Januar 1983 und seitdem sprudelt die Lava ununterbrochen. Sie hat über 65 Quadratkilometer der Insel unter sich begraben.  Einige Gegenden wurden mehrmals überflutet und die Lava ist bis zu 24 Meter dick.  Űber 200 Häuser, riesige Regenwälder und Strände wurden zerstőrt.  Aber Kilauea hat nicht nur Teile der Insel zerstőrt, er hat auch über 2 qkm Neuland geschaffen. Die rohe Gewalt von Kilauea, Heim der Feuergőttin Pele, läßt sich nicht zähmen. Hier, im Angesicht der unberechenbaren Naturgewalten, werden wir daran erinnert, dass unsere Existenz auf dieser Erde auch ein Akt des blinden Vertrauens ist.   

Steinfiguren

Osterinsel: Rapa Nui Nationalpark

Die rätselhaften Steinriesen der Osterinsel sind stumme Zeugen einer wenig bekannten Vergangenheit. Wer hat diese Monumentalfiguren gemeißelt ? Welche Bedeutung hatten sie ?  Vermutlich stammen sie von Polynesiern, welche die Insel zwischen dem 4. und 12. Jahrhundert besiedelt haben. Warum aber ist deren Kultur der Osterinsel untergegangen ? Als James Cook die Insel besuchte lagen die meisten Statuen  umgeworfen am Boden. Auf der Insel gab es keinen Baum mehr. Die Menschen brannten alle Wälder nieder um zusätzliche Anbauflächen zu gewinnen. Vielleicht hatte ein Aufstand der Hungernden bei der am Ende die Ebenbilder der Herrscher zerstört wurden, die alte Kultur zerstört. Andere Quellen nennen ein Seebeben,  dessen Flutwellen alles wegschwemmten, als Ursache. Es bleibt ein Rätsel.

„Du bist ein Regenbogen vielfältiger Farben, Valparaiso, du großer Hafen..." diesen Vers widmete der Dichter Pablo Neruda seiner Heimatstadt. Ja, es sind die Farben, die zuerst ins Auge fallen, wenn man vom Pazifik in den Hafen des Welterbes einläuft, die Altstadt von Valparaiso. Die Farben der Häuser, hemmungslos leuchtend. Meist kleine Häuser. Sie scheinen die 27 Hügel, welche die weite Bucht begrenzen, hinauf zu wachsen. Häuser, die sich oft nur mit dem kleinen Finger am äußersten Rand festzukrallen, sich manchmal auch über den Abgrund hinauslehnen. Und natürlich sind nicht alle leuchtend, doch zum Regenbogen gehören hier auch die abblätternden und rostigen Farbtöne. Die Liebe der Einwohner zu ihrer Stadt, die sie in Liedern leidenschaftlich besingen, lässt diese schön erscheinen. Paradies Tal, so hatten die Spanier die von Indios bewohnte Bucht an der Pazifikküste genannt, die sie 1536 entdeckten und in Besitz nahmen. Sie bauten eine Kirche auf dem schmalen Uferstreifen, das Kreuz wurde zum Siegeszeichen. Um die Iglesia La Matriz wuchs die Altstadt, die heute Welterbe ist - Welterbe mit Erblasten. Atemberaubend steil sind hier die Sträßchen, die sich hinter der alten Kirche, die jetzt natürlich nicht mehr wirklich alt ist, auftürmen. Endlos scheinen die Treppen zu steigen und zu fallen. Man braucht als Bewohner der Cerros, der Hügel, einen langen Atem, und auch, wenn man als Besucher die Aussicht genießen will. Neruda hat den Aufstieg zu poetischer Prosa komprimiert: "Wie viele Treppen, wie viele Stufen, wie viele Füße auf den Stufen, wie viele Jahrhunderte von Schritten, treppauf, treppab..."

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