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SENDETERMIN So, 6.12.2015 | 13:15 Uhr | 3sat

Schätze der Welt Spezial Schätze in Asiens Osten

Kangso-Hügelgrab

Kangso-Hügelgrab

Weil die Menschen im antiken Korea an ein Leben nach dem Tode glaubten, bauten sie allen hochrangigen Persönlichkeiten Hügelgräber und statteten diese mit Wandmalereien aus. Die Fresken erzählen Geschichten über ein Reich, das von 37 vor bis 668 nach der Zeitenwende eines der mächtigsten Ostasiens war. Die Grabfresken vergegenwärtigen die damaligen religiösen Vorstellungen und geben Einblicke in Alltag, Esskultur, Kleidung und Architektur des antiken Korea. Die Motive belegen Handel und Kulturaustausch mit anderen ostasiatischen Reichen, zeigen aber vor allem, wie kriegerisch das Reich war. In den Grabkammern fanden sich Szenen, die darauf schließen lassen, dass auch die alte Kampfkunst Tae Kwon Do in der Koguryo-Epoche wurzelt. Zu seiner Blütezeit erstreckte sich Koguryo von der Mandschurei über das heutige Nordkorea und den Norden Südkoreas. Gegründet hat es König Tongmyong, der bis heute als legendärer Urvater verehrt wird. Sein Grab liegt in der nordkoreanischen Hauptstadt Pyongyang, die schon zu Koguryo-Zeiten das politische, soziale und kulturelle Zentrum war. Nordkorea sieht sich heute in der Tradition des alten Reiches und die kommunistischen Staatsführer inszenieren sich als legitime Nachfolger Koguryos

 

Der Haeinsa-Tempel auf dem nur schwer zugänglichen Kaya-Berg in Südkorea wurde im Jahre 802 errichtet. Es handelt sich um eine Anlage mit mehreren Gebäuden, an einem Hang gebaut und mit einem aufstrebendem Mittelweg. Die farbenfrohen Verzierungen sind ausschließlich auf die Wahrung der Harmonie ausgerichtet. Zu oberst stehen die vier Bauten des Changgyoing P'ango. Hier wird eine Fassung des Tripitaka aufbewahrt, jener Sammlung des Theravada-Buddhismus, die 1496 Bände umfasst. Es handelt sich um einen Schatz ohne Gleichen. 80 000 Druckplatten aus Holz, perfekt erhalten, sind hier zu finden. Seit dem 13. Jahrhundert wird hier das Tripitaka Koreana hergestellt, 200 Jahre bevor Gutenberg den modernen Buchdruck erfand. Und auch heute noch dienen dieselben Druckplatten als Vorlagen.                                                                                      

Tief in den Bergen von Laos, am Ufer des Mekong, im Grün des Dschungels versunken, liegt Luang Prabang. Luang Prabang war die Hauptstadt von Lane Xang, dem mächtigen Reich der „ein Millionen Elefanten“, und über Jahrhunderte Sitz der Könige von Laos. Bis heute ist Luang Prabang Zentrum des laotischen Buddhismus. Noch immer bestimmt die Religion den Rhythmus der Stadt, sind die Pagoden das Herz der Nachbarschaften und machen sich jeden Morgen, noch vor Sonnenaufgang, die Mönche und Novizen auf den Weg, um von den Gläubigen das Essen für den Tag zu erbitten. Lange war Luang Prabang isoliert, lag abgelegen hinter dem Bambusvorhang des kommunistischen Indochina. Die Zeit, das tropische Klima, die Feuchtigkeit, haben ihre Spuren hinterlassen. Manche der alten Holzbauten verfallen. Seit sich Laos öffnet und Luang Prabang zum Weltkulturerbe erklärt wurde, wird mit ausländischer Hilfe restauriert. Immer mehr Touristen besuchen die Stadt. Doch noch lebt Luang Prabang, wie es immer gelebt hat - im sanften Rhythmus der Religion, ruhig, fast gemächlich fließt die Zeit, in der alten Königsstadt am Mekong.                                                                                                                                                                                                                          

Hue in Zentral-Vietnam liegt reizvoll zwischen Hügeln und Reisfeldern an einer Biegung des Parfümflusses. Eine elf Kilometer lange Mauer umgibt die quadratische Zitadellenstadt, in der die, nochmals von Mauern umschlossene "Kaiserstadt" liegt, die wiederum die dem Kaiser vorbehaltene "Verbotene Purpurne Stadt" umschließt. Hue wurde in den Indochina-Kriegen schwer beschädigt. Bis heute liegt eine gewisse Entrücktheit, eine von Poesie und Melancholie geprägte Stimmung über der Stadt. Vielleicht weil einst die Kaiser den schönen Künsten, vor allem der Poesie, zugetan waren und sie förderten. Zugleich ist Hue ein sehr spiritueller Ort. Hier schlägt das buddhistische Herz Vietnams, in 300 Tempeln und Pagoden. 43 Jahre lang regierten hier die 13 Kaiser der Nguyen-Dynastie mit einem feudalen Hofstaat chinesischer Prägung; erst in glanzvoller Pracht, dann kam die Dekadenz und die Unterwerfung unter die Kolonialmacht Frankreich. Die letzte Herrscherdynastie Vietnams endete 1945, der letzte Kaiser übergab die Macht an Ho Chi Minh. Bis heute liegt eine gewisse Entrücktheit, eine von Poesie und Melancholie geprägte Stimmung über der Stadt. Vielleicht, weil einst die Kaiser den schönen Künsten zugetan waren und sie förderten. Zugleich ist Hué ein spiritueller Ort. Hier schlägt das buddhistische Herz Vietnams, in 300 Tempeln und Pagoden. Poesie und Melancholie - das ist auch die Geschichte des Kaisers Tu Duc, der "traurige", kleinwüchsige Kaiser, unter dem sich die Franzosen das Land nahmen. Er zog sich schon zu Lebzeiten in seine palastartige Grabanlage zurück, wo er in Pavillons und am Lotusteich traurige Gedichte verfasste.                                                                     

Über dreihundert Jahre währte die spanische Herrschaft auf den Philippinen, aber nur in Vigan konnte sich das koloniale Architekturerbe bis heute erhalten. Vigan, eine Küstenstadt im Nordwesten der philippinischen Insel Luzon - mit Kathedrale, Bischofspalast und herrschaftlichen Handelshäusern. 1572 landeten hier die Spanier, bekehrten die Bevölkerung zum Christentum und machten das kleine Handelzentrum zur Stadt - nach in Mexiko erprobten Mustern. Die Geschäfte tätigten Chinesen, die noch vor den Spaniern in Vigan Fuß gefasst hatten. Porzellan und Seide aus China, Tabak und Indigo aus dem Hinterland, Gewürze aus Malaysia wurden in dem großen Hafen umgeschlagen, der heute verlandet ist. Die Händler errichteten schon im 17. Jahrhundert prachtvolle Steinhäuser, während die ländliche Bevölkerung bis heute vorwiegend in Holzhäusern lebt.                           

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