Bitte warten...

SENDETERMIN So, 6.12.2015 | 11:45 Uhr | 3sat

Schätze der Welt Spezial Russlands Naturerbe

Burjaten, den Ureinwohnern Zentralsibiriens, gilt der "Baygal nuur" - der "reiche See", als magischer Ort, als Wiege und Seele ihres Volkes. Der Rest der Welt sieht im Baikal schlicht ein Gewässer der Superlative. Im Herzen Sibiriens, an der Südostgrenze Russlands zur Mongolei, liegt ein Fünftel aller flüssiger Süßwasserreserven der Erde. Der Baikal ist der tiefste und älteste See der Welt, seine Wasserfläche bedeckt ein Gebiet größer als Belgien. Die Baikal-Region gilt Biologen als Galapagos-Archipel Russlands, als eines der artenreichsten Frischwasserbiotope unseres Planeten.

Abend am Schamanenfelsen auf Baikalinsel Olchon

Abend am Schamanenfelsen auf Baikalinsel Olchon

Im Baikal lebt die weltweit einzige ausschließlich im Süßwasser vorkommende Robbenart, die "Nerpa" oder Baikalrobbe. 128 Fischarten bevölkern den See, zwei davon sind endemisch: der "Omul, eine Maränenart, und der "Golomjanka", der am tiefsten vorkommende Süßwasserfisch der Erde. Über 230 Arten winziger Flohkrebse klären das Wasser des Baikal auf natürliche Weise und sorgen damit für den extrem hohen Reinheitsgrad des Sees. Für die Bewohner der Dörfer entlang des Ufersaums eine nie versiegende Trinkwasserquelle. Gründe genug für die UNESCO, das "Blaue Auge der Erde" seit 1996 als Weltnaturerbe zu führen. Wenn Russen von ihrem "Osero Baikal" reden, meinen sie das "große sibirsche Meer", das sich auf 455 m Höhe zwischen den südsibirischen Gebirgszügen entlang der Südostgrenze Russlands zur Mongolei auf einer Fläche von 31.722 km² ausbreitet. Seine Dimensionen sind atemberaubend. Er ist mit 25 Millionen Jahren ältester und mit 1642 m der tiefste See der Erde, erstreckt sich 673 km vom Südwesten bis zum Nordosten und weitet sich an der breitesten Stelle auf 82 km. Gespeist wird das "sibirische Meer" von 336 flüssen und unzähligen Bächen, hat jedoch nur einen einzigen Abfluss, die Angara, einer der größten Flüsse Sibiriens. Trotz ihrer gewalitgen Abflussmenge müsste die Angara etwa 400 Jahre lang fließen, bis der Baikalsee geleert wäre.                                                                                                          

Verborgen hinter ganzjährigen Blizzards und einer monatelangen Polarnacht liegt Wrangel Island nur wenige Seemeilen vor der arktischen Packeisgrenze. Es ist das letzte unberührte Naturparadies nordwestlich der Beringsstrasse. Bei Wintertemperaturen bis unter – 40 °C leben mehr als 1000 Polarbären, Moschusochsen und Rentiere neben Walrosskolonien, Robbenfamilien, Polarfüchsen, Wölfen und unzähligen kleineren endemischen Tier- und Pflanzenarten auf einer 7.608 km² großen „Arche Noah“ der letzten Eiszeit. Walfänger und Fischer lebten einst hier – bis das Militär kam. Heute ist die Natur wieder sich selbst überlassen. „Wir wissen mehr über die dunkle Seite des Mondes als über die Eiswüsten der Arktis“: selten hat das Bonmot der Polarforscher mehr Gültigkeit als auf der „Ostrova Wrangel“, einem abgelegenen Archipel am nordöstlichen Ende der Welt. Zahlreiche Fossilienfunde belegen, dass auf der Wrangel Insel noch bis vor knapp 3500 Jahren das Mammut in der arktischen Tundra graste und in der Abgeschiedenheit der Tschukschensee 6000 Jahre länger überlebte als im restlichen Eurasien.  Das Eiland war bis zum Ende der letzten Eiszeit Teil der eurasischen Landbrücke „Beringia“, die noch bis vor 12.000 Jahren Asien mit dem amerikanischen Kontinent verband. Als die schmelzenden Gletschermassen der ausgehenden Eiszeit diese Brücke fluteten, verschwand das Eiland für Jahrtausende im Packeis des Polarmeeres.                                                                                                                                                                                                

Die russische Halbinsel Kamtschatka, ein Eldorado für Vulkanforscher. 168 Vulkane, unzählige Geysire und Schwefelseen markieren hier nur den sichtbarsten Rahmen für ein Phänomen, das Geowissenschaftler als das Herz des „Pacific Ring of Fire“ deuten. Erdbeben und Vulkanerruptionen erschüttern die 1200 Kilometer lange Halbinsel im Wochenrhythmus. Auf Island stoßen die eurasische und die nordamerikanische Erdplatte aufeinander. Noch immer driften Europa und Amerika um etwa zwei Zentimeter pro Jahr auseinander. Auseinander gedrückt von der mit aller Kraft nach oben strebenden Magma im Inneren der Erde.

Sendung vom

So, 6.12.2015 | 11:45 Uhr

3sat

Zurück zur Startseite von:

Sendezeit

3sat
Sonntags:
19.40 Uhr

SWR Fernsehen
Sonntags:
6.00 Uhr
Torii
Gesamtliste - alle Folgen