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SENDETERMIN So, 30.4.2017 | 5:45 Uhr | SWR Fernsehen

Schätze der Welt Spezial Die Eroberung der neuen Welt - Das Spanische Weltreich

Barocke Kathedrale

Barocke Kathedrale

Mexiko City, eine der größten Städte der Welt mit weit mehr als 23 Millionen Menschen, ist Ausgangspunkt für Dieter Moors Filmerzählung über die Eroberungen der spanischen Konquistadoren in der damals neuen Welt. Mexiko City hieß ursprünglich Tenochtitlán und war die Hauptstadt der Azteken. Von hier regierten sie ihr Reich bis 1519 der spanische Konquistador Hernan Cortéz mit elf Schiffen und 500 Mann Soldaten auf der Halbinsel Yucatan landete. Ab dem Moment dauerte es zwei Jahre und Tenochtitlán war dem Erdboden
gleichgemacht. Auf den Ruinen des Palastes und des Tempels des Aztekenherrschers Moctezuma entstanden diese Kathedrale und der Nationalpalast. 1521 kam Hernan Cortés in das Tal von Oaxaca. Er bekam die Stadt und das umliegende Land von Kaiser Karl V. als Geschenk und wurde dadurch zu einem der reichsten Männer Spaniens.

Der Monte Alban, übersetzt: "Der weiße Berg"

Der Monte Alban, übersetzt: "Der weiße Berg"

An der Kultstätte Monte Alban ganz in der Nähe von Oaxaca entdeckte Cortés auf den Handelslisten der dort lebenden Zapoteken den Stoff hinter dem er eigentlich her war: Gold.
Eine weitere Station ist Santo Domingo, nach dem Ostersonntag benannt, weil Christoph Kolumbus hier an eben diesem ankam. Kolumbus und seine Leute kamen aus dem Norden, dem heutigen Haiti. Von dort wurden sie von Einheimischen vertrieben, den Rest besorgten das feuchte Klima und das sumpfige Land. Die Insel taufte Kolumbus Hispaniola, kleines Spanien. Santo Domingo machte er zur Hauptstadt der heutigen Dominikanischen Republik.


Denkmal Balboa

Dies ist das Denkmal der Stadt Balboa, gestiftet von die USA...

Der Panamakanal ist heute eine der wichtigsten Handelsstraßen der Welt. Dank ihm müssen die Schiffe nicht mehr den langen Weg um Südamerika und das gefährliche Kap Horn nehmen. Im September 1513 streifte ein wilder Haufen goldgieriger Spanier durch den feuchten und heißen Urwald dieser Gegend. Unter ihnen Francisco Pizarro. Sie wollten Gold, entdeckten aber zuerst ein Meer, das noch kein Europäer gesehen hatte, den Pazifischen Ozean. Der Weg war frei, Südamerika vom Westen aus zu erobern. Über den Camino Real transportierten die Spanier mehr als 200 Jahre ihre Beute. Panama wurde Spaniens wichtigster Stützpunkt für den schweren Raub.

Die berühmte Glyphentreppe von Copán mit der Stele "N", auf der man den Herrscher Yax-Pac sieht, im Vordergrund.

Die berühmte Glyphentreppe von Copán mit der Stele "N", auf der man den Herrscher Yax-Pac sieht, im Vordergrund.

Cuzco, im heutigen Peru, 3.400 Meter hoch gelegen, war das Zentrum des Inka - Reiches. Hier liefen alle Wege und Fäden zusammen. Als die spanischen Eroberer hierher kamen, zählte Cuzco etwa 200.000 Bewohner. In Cuzco, auf deutsch "Nabel", standen die Herrscherpaläste der Inka. Heute findet sich keine Spur mehr von den vielen Palästen. 1950 brachte ein Erdbeben, das Teile des Klosters Santo Domingo zerstörte, die Mauern des Sonnentempels wieder zum Vorschein. Die Steine exakt behauen, dicht und passgenau ineinander gefugt, dass zwischen sie keine Messerspitze passt. An die Stelle des Sonnentempels, den sie zerstörten, bauten die Spanier das Kloster.

1987 hat UNESCO die Stadt Potosi zum Kulturdenkmal ernannt.

1987 hat UNESCO die Stadt Potosi zum Kulturdenkmal ernannt.

1545 berichtet ein Indio den spanischen Eroberern von einer reichhaltigen Silberader auf einem Hochplateau in den Anden und dort wächst, neben der alsbald gegrabenen Silbermine, eine prachtvolle Stadt. Potosi. Zehntausende einheimischer Zwangsarbeiter schindeten sich dort für den Reichtum im fernen Spanien. Mitte des 17. Jahrhunderts ist Potosi mit 160.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Amerikas, so groß wie Paris und London. Und es ist auch eine Stadt des Überflusses: "Kaum sind Feigen und Trauben reif, erscheinen sie auf dem Plaza Mayor", berichtet ein Chronist, "Eher noch als auf der Tafel des Vizekönigs von Lima."


Jesuitenstation Cordoba: Die Estancia Santa Catalina

Jesuitenstation Cordoba: Die Estancia Santa Catalina

Die Eroberung Südamerikas war von Anfang aufs engste verknüpft mit der Missionierung der vermeintlichen Heiden. Schon Christoph Kolumbus hatte ja versprochen, das Christentum um die Welt zu tragen. Einer dieser Missionsorden waren die Jesuiten, die Gesellschaft Jesu. Neben den Gelübden der Armut und der Keuschheit legten die Jesuiten, im Gegensatz zu anderen Orden, auch das so genannte "Papstgelübde" ab. Das bedeutet, dass sich jeder von ihnen jederzeit bereit sein musste sich vom Papst jederzeit in jeden Winkel der Welt schicken zu lassen. So entstand eine ausgedehnte Missionstätigkeit, die die Jesuiten auch nach Südamerika führte.

Zuckerrohrernte (Zafra)

Zuckerrohrernte (Zafra)

Guamuhaya nannten die Indianer ein Gebiet an der Südküste Kubas. Heute heißt es "Valle de los Ingenios", das "Tal der Zuckermühlen". Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war hier das Zentrum der kubanischen Zuckerindustrie. Neben dem Tabak ist Zuckerrohr das wichtigste Erzeugnis Kubas, damals und heute. Westlich des Tales der Zuckermühlen liegt Trinidad, Kubas koloniale Vorzeigestadt. Zu Wohlstand kam Trinidad durch den Zucker und den Sklavenhandel. Die Paläste der Zuckerbarone sind heute meist Museen, die
einen vergangenen Reichtum zeigen.

Auf dem Höhepunkt seiner Macht war das Spanische Kolonialreich eines der größten Reiche der Menschheitsgeschichte. Der Niedergang begann Im 17. Jahrhundert. Das spanische Mutterland war verwickelt in innereuropäische Konflikte. Seeräuber bedrohten ernsthaft den Reichtum der spanischen Krone mit ihren Kaperfahrten. Und in den Kolonien waren die meisten Schätze bereits ausgebeutet.

Außerdem war es schwer sie zu regieren, sie waren einfach zu groß. Die einheimische Bevölkerung forderte ihre Rechte. Die Mehrheit waren Criolos, also in den Kolonien geborene Nachfahren der Einwanderer. Die privilegierten Positionen waren ausschließlich in Spanien geborenen vorenthalten. Im ganzen Kolonialreich entbrannten Befreiungskriege auch in Mexiko. 1861 wurde hier der erste eigene Präsident ausgerufen, Benito Juarez. Es war das erste Mal, dass ein von den Ureinwohnern abstammender an die Macht kam.

Simon Bolivar

Simon Bolivar und der General Antonio José de Sucre vertrieben 1825 Spanier aus Südamerika...

Ein anderer Freiheitsheld Südamerikas ist Simon Bolivar. Er begann 1809 in Sucre, nicht weit von Potosi, den ersten Guerillakrieg in der Geschichte Südamerikas. Es dauerte 16 Jahre, bis Simon Bolivar und seine Männer die Spanische Herrschaft 1825 beendeten. Simon Bolívar, sein Denkmal steht heute überall in Südamerika. Auch ein Land wurde nach ihm benannt: Bolivien.


Nach Zucker und seinem Nebenprodukt, dem Rum, sind Zigarren das kubanische Produkt schlechthin. 1999 erwirtschaftete Kuba mit Tabak 150 Millionen US-Dollar.

Nach Zucker und seinem Nebenprodukt, dem Rum, sind Zigarren das kubanische Produkt schlechthin.

Nach und nach wurde ein Land nach dem anderen unabhängig. Eine der letzten Kolonien war Kuba. Die dortigen Aufstände führten 1898 zum Spanisch - Amerikanischen Krieg und der endete mit einer vernichtenden Niederlage für Spanien. Die Spanier hatten während des Krieges ihre Flotte in Santiago de Cuba stationiert.

Die entscheidende Seeschlacht fand vor der Festung "El Morro" statt. An die Niederlage der spanischen Armada erinnert das Wrack der Oquendo, die vor El Morro seit 1898 auf Grund liegt. Am 10. Dezember 1898 wurde Kuba in die Unabhängigkeit entlassen.