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SENDETERMIN So, 11.12.2016 | 6:45 Uhr | SWR Fernsehen

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit: Spezial Welterbe in Gefahr

"Schätze-Spezial": Das Label "Welterbe" haben mittlerweile 911 Denkmäler aus 151 Ländern der Welt verliehen bekommen haben.
Dieter Moor zeigt in diesem Film welchen unterschiedlichen Gefahren Welterbestätten ausgesetzt sind. Und er blickt zurück auf die Ursprünge der UNESCO Welterbeliste: die Rettung der Ruinen von Abu Simbel in den 1960er Jahren.

Die Brücke von Mostar

Die Brücke von Mostar

Am 9. November 1993 zerstörten kroatische Milizen die Brücke von Mostar, sie trennt den muslimischen und den christlichen Teil der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina.
Am 12. März 2001 sprengten Taliban - Milizen die größten Buddha-Statuen der Welt im afghanischen Bamiyan-Tal. Ein Erdbeben zerstörte am 26. September 2003 in der iranischen Stadt Bam die berühmte Zitadelle, ein Weltkulturerbe, und einen großen Teil der Stadt.

In seiner Regierungszeit im 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gründet Ramses eine neue Hauptstadt

In seiner Regierungszeit im 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gründet Ramses eine neue Hauptstadt, verändert schon bestehende Tempel und übersät ganz Ägypten mit Riesenstatuen, riesigen Obelisken und riesigen Tempelanlagen.

Naturkatastrophen, Terrorismus, Krieg. Drei Beispiele, die deutlich machen wie gefährdet die Welterbestätten sind. Der Titel "Welterbe" hilft nicht gegen rohe Gewalt. Weder Terroristen noch Kriegsparteien lassen sich von so einem Titel nur ansatzweise beeindrucken. Das Label "Welterbe" haben mittlerweile 911 Denkmäler aus 151 Ländern der Welt verliehen bekommen haben.
Dieter Moor zeigt in diesem Film welchen unterschiedlichen Gefahren Welterbestätten ausgesetzt sind. Und er blickt zurück auf die Ursprünge der UNESCO Welterbeliste: die Rettung der Ruinen von Abu Simbel in den 1960er Jahren.

Panorama von Abu Mena

Panorama von Abu Mena

Die Ausgrabungsstätte von Abu Mena in Ägypten ist durch das Nilwasser bedroht. Dieses wurde umgeleitet, damit die Landwirtschaft floriert. Dadurch stieg der Pegel des Grundwassers und veränderte die natürlichen Eigenschaften des Lehmbodens. Der Boden unter den Ruinen wurde brüchig. Die Krypta des Heiligen Menas musste wieder zugeschüttet werden. In die Stollen war Wasser gelaufen. Sie drohten einzustürzen.

Reisfelder

Steil ragen die Reisfelder-Stufen zum Himmel...

Wie dicht gewebte Teppiche überziehen Reisterrassen die Berghänge der Insel Luzon im Norden der Philippinen. Die Reisterrassen der Ifugao sind eine einzigartige Kulturlandschaft, ein Meisterwerk der Bewässerungstechnik und der Terrassenbaukunst. 1995 wurden diese Landschaft als erste so genannte "Bauernlandschaft" zum Weltkulturerbe, 2001 zum gefährdeten Welterbe, erklärt.

Sonnenuntergang im Everglades National Park

Sonnenuntergang im Everglades National Park

Die Seen von Kissimee sind der Ursprung einer einzigartigen Urlandschaft - den Everglades. Ende des 19. Jahrhunderts zeigten Immobilienspekulanten Interesse an der Landschaft. Sie ließen einen exotischen Baum aus Australien einführen, der vier Mal so viel Wasser brauchte. Der Melaleuca-Baum entzog den Sümpfen das Wasser und trocknete sie aus. So entstand Bauland und Anbaufläche für Zuckerrohr und Apfelsinenplantagen. Der Wasserkreislauf wurde jäh unterbrochen. In den heißen Sommermonaten jagen Brände über den ausgetrockneten Boden. Dagegen setzen die Farmer riesige Bewässerungsanlagen ein, die den Everglades noch mehr Wasser entzogen. Vermischt mit Phosphor und Pestiziden gelingt das Wasser ungefiltert in den längst angeschlagenen Wasserkreislauf. Das Paradies von einst ist fast verschwunden.

Blick auf das Great-Barrier-Riff

Wunderwelt des Riffs

Vor der Ostküste Australiens befindet sich das Great Barrier Reef, die größte Ansammlung von Korallenriffen der Welt. Es erstreckt sich über 2.300 Kilometer und bedeckt eine Fläche, die größer ist als Italien. Die Aborigines Australiens nennen es "Waga Gaboo" - das Grosse Riff. Das Barrier Reef ist das größte Bauwerk auf Erden, geschaffen von mikroskopisch kleinen Lebewesen. Unzählbare winzige Polypen erzeugen jeden Tag auf einem Quadratkilometer Riff vier Tonnen Kalksteingerippe. Aber dieses Leben ist in großer Gefahr, das hat nicht nur ein havarierter Öltanker im Frühjahr 2010 gezeigt. Mit dem jährlichen Monsunregen vergiften Pflanzenschutz- und Düngemittel das Wasser. Weitere Schadstoffe gelangen infolge der vermehrten Bebauung einiger Inseln ins Meerwasser.

Aletschgletscher

Aletschgletscher

Aletsch ist der mächtigste Gletscher der Schweizer Alpen. Über 22 Kilometer zieht er sich vom Jungfraujoch zum Rhonetal hinab. 86 Quadratkilometer Eis. Tausende von Jahren alt und sich immer wieder erneuernd. Aber auch der Aletsch wird kleiner. Aufgrund der zunehmenden Temperaturen der letzten Jahre zieht er sich, wie alle Alpengletscher, deutlich verstärkt zurück.

Weltwunder: Santa-Laura Salpeterwerke

Weltwunder: Santa-Laura Salpeterwerke

In der chilenischen Atacamawüste findet sich die ehemaligen Salpeterfabriken Humberstone und Santa Laura. Salpeter braucht man für Düngemittel und zum Konservieren von Lebensmitteln aber auch für Schwarzpulver. Im 19. Jahrhundert war Salpeter so begehrt, dass um ihn sogar ein Krieg zwischen Chile, Bolivien und Peru entbrannte. Nach dem Sieg Chiles wurden hier Fabriken gegründet, insgesamt waren es 136. Die Wüste wurde zum gelobten Land für Glückssucher und brachte Chile Wohlstand. Im Ersten Weltkrieg aber brach der Salpeterboom ein.

Humberstone - verlassenes Gebäude

Humberstone - verlassenes Gebäude

Und nachdem in Deutschland, noch während des Weltkriegs, synthetischer Salpeter entwickelt wurde, kam das Geschäft zum Erliegen. 1960 wurden die Salitreras Humberstone und Santa Laura ihrem Schicksal überlassen. Heute sind sie schutzlos ausgesetzt dem immerwährenden Wüstenwind. Den Rest besorgten Erdbeben und Plünderungen. Die UNESCO hat dieses Welterbe als gefährdet eingestuft.

Der Film "Welterbe in Gefahr" endet mit einer Hoffnung. Nach dem Ende des Jugoslawien Krieges beschloss die Weltorganisation: die Brücke von Mostar originalgetreu wieder aufzubauen. Aufs Neue sollte so eine Brücke geschlagen werden zwischen den Muslimen und den Christen in Mostar.