Bitte warten...

SENDETERMIN So, 22.1.2017 | 5:45 Uhr | SWR Fernsehen

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit: Spezial Rätsel, Mythen und Legenden

Wir glauben alles zu wissen. Unsere Erde ist komplett vermessen. Die Naturgesetze sind uns vertraut. Wir fliegen in den Weltraum und tauchen in die Tiefen der Ozeane. Und doch wissen wir immer noch nicht alles von unserem Erdball. Wir begegnen immer wieder Geschichten von Göttern und Hellsehern, von unerklärlichen Phänomenen und geheimnisvollen Orten. Überall auf der Welt gibt es solche Orte voller Rätsel, Mythen und Legenden. Einige von ihnen wird Max Moor in der Spezialsendung der Reihe "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit" näher untersuchen.

Steinfiguren

Steinfiguren "Moai"

Die rätselhaften Steinriesen der Osterinsel sind stumme Zeugen einer wenig bekannten Vergangenheit. Wer hat diese Monumentalfiguren gemeißelt? Welche Bedeutung hatten sie? Vermutlich stammen sie von Polynesiern, welche die Insel zwischen dem 4. und 12. Jahrhundert besiedelt haben. Warum aber ist deren Kultur der Osterinsel untergegangen? Als James Cook die Insel besuchte, lagen die meisten Statuen umgeworfen am Boden. Auf der Insel gab es keinen Baum mehr. Die Menschen brannten alle Wälder nieder, um zusätzliche Anbauflächen zu gewinnen. Vielleicht hatte ein Aufstand der Hungernden bei der am Ende die Ebenbilder der Herrscher zerstört wurden, die alte Kultur zerstört. Andere Quellen nennen ein Seebeben, dessen Flutwellen alles wegschwemmten, als Ursache. Es bleibt en Rätsel.

Abendstimmung am Uluru

Abendstimmung am Uluru

Der zentrale Begriff der Mythologie der Aborigines in Australien ist die Traumzeit. Für die Aborigines ist die Traumzeit, die spirituelle und moralische Ordnung des Kosmos. Die Traumzeit begründet die ungeschriebenen Gesetze, nach denen die Aborigines leben. Manifestiert wird diese Traumzeit in geografischen Landmarken wie etwa dem Uluru bei uns auch bekannt als Ayers Rock. Seit rund 65 Millionen Jahren steht dieser Sandsteinfelsen im sonnenverbrannten Nichts Zentralaustraliens. Für die Anangu, die Aborigines die seit tausenden Jahren hier leben, ist Uluru ein heiliger Ort. Die Entstehung erklären sie sich durch den Kampf zwischen Kuniya, einer Python - Schlangenfrau, mit einer giftigen Liruschlange. Mit einem Stock tötete Kuniya die andere Schlange und bewacht bis heute die Felsen. Die tödlichen Verletzungen sind noch heute am Uluru sichtbar. Alle Wesen der Traumzeit liebten und bekämpften sich und ihre Spuren haben sich in die Felsen eingeprägt. Jede Höhle, jede Schlucht und jede Felsformation hat ihren Ursprung in der Schöpfungsperiode.

Stele Nr. 1, die Größte, die wohl nie stand, im Hintergrund die neue Kathedrale

Stele Nr. 1, die Größte, die wohl nie stand, im Hintergrund die neue Kathedrale

Die Königin von Saba ist eine biblische Gestalt, die im 10. Jahrhundert vor Christus eine Reise zum Hof König Salomons in Jerusalem unternommen haben soll. Außer im Alten Testament, der frühesten schriftlichen Erwähnung, erscheint sie auch im Koran und in äthiopischen Legenden. Ob ihr Reich tatsächlich der Region um Aksum in Äthiopien gelegen hat, ist daher ebenso ungeklärt wie die Frage, ob die legendäre Königin wirklich gelebt hat. Heute ist Aksum vor allem wegen seiner bis zu dreißig Meter hohen Stelen berühmt. Auch sie bleiben ein Rätsel. Aus einem einzigen Stück Granit gehauen, haben sie wahrscheinlich Gräber gekrönt. Auch die Bundeslade, die Truhe mit den zehn Geboten, die in der Kathedrale von Aksum vergraben wurde. Beweise dafür gibt es keine. Die äthiopischen Kaiser verstanden sich immer als Beschützer und Bewahrer des Glaubens. Äthiopien ist eines der ersten Länder, in dem im 4. Jahrhundert das Christentum zur Staatsreligion erklärt wurde.

Bis heute ein Politikum: Er schaffte das Gold illegal nach Berlin, wo es im zweiten Weltkrieg zur Beute der Russen wurde.

Bis heute ein Politikum: Er schaffte das Gold illegal nach Berlin, wo es im zweiten Weltkrieg zur Beute der Russen wurde.

Troja. Wer kennt nicht diese Geschichte, die Homer in der "Ilias" besungen hat? Dieses Buch gilt als das erste europäische Epos der Weltliteratur. Troja, wohin Paris die schöne Helena, die Frau von Menelaos dem König von Mykene entführte. Der Gehörnte begann, zusammen mit Agamemnon, Achilles und Odysseus, einen zehnjährigen Krieg bei dem sich auch die Götter stritten. Athene kämpfte gegen Aphrodite und Gottvater Zeus war hin- und hergerissen zwischen Bestrafen und Vergeben. Troja, ein literarischer Ort. Aber hat es diesen Ort wirklich gegeben? Darüber streiten die Archäologen schon lange.

Jetzt stand der Befragung des Gottes nichts mehr im Wege.

Jetzt stand der Befragung des Gottes nichts mehr im Wege.

Der Mythologie zufolge ließ Zeus zwei Adler von je einem Ende der Welt fliegen. Sie trafen sich in Delphi. Seither galt dieser Ort als Mittelpunkt der Welt. Hier hat sich die Erdmutter Gaia mit dem Schlamm der Erde vereinigt und Python, die geflügelte Schlange geboren. Python konnte die Zukunft voraussagen. Als die Schlange von Apollo, dem Sohn des Zeus, getötet wurde, übertrug das vergossene Blut die hellseherischen Fähigkeiten auf den Ort. Fortan stand Delphi unter dem Schutz Apollos. Über tausend Jahre war das Heiligtum Anlaufstelle für Ratsuchende. Die ausführlichen Orakelsprüche waren meist rätselhaft. Diese Zweideutigkeit war ihre Macht, so waren sie beinahe unfehlbar. Laios, dem Vater des Ödipus, wurde in Delphi prophezeit, dass er von seinem Sohn getötet werde und dieser dann seine Frau, also die eigene Mutter, heiraten werde. Das delphische Orakel entschied auch, dass kein Mensch weiser sei als Sokrates. Dieser erklärte die Antwort damit, dass er sich stets bewusst sei, dass er nichts wisse, und genau dies sei die Voraussetzung für die Erlangung von Weisheit.

Der Schoß von Mutter Erde scheint sich zu öffnen:

Der Schoß von Mutter Erde scheint sich zu öffnen:

Das Tal der Vézère im Zentrum Frankreichs ist ein Paradies für Archäologen. Die Schmelzwasser der Gletscher höhlten den Kalksandstein aus, so entstand ein natürlicher Schutz für die vielen Höhlen. Als 1940 einige Kinder voller Neugier durch den Wald streiften, hielten Forscher das Gebiet und seine Höhlen längst für erforscht. Durch Zufall entdeckten die jungen Abenteurer aber die Höhlen von Lascaux. Und was sie dort fanden, ließ nicht nur sie staunen. Heute spricht man von einem Wunder oder der "Sixtinischen Kapelle" der Vorgeschichte. Das "Wunder von Lascaux", die "Geburtsstätte der Kunst". Kein Vergleich scheint zu gewagt für diese Höhlenbilder. Urrinder, Wildpferde, Hirsche, Steinböcke, farbig, lebendig, genau.

Machu Picchu - Teilansicht

Die Steine, die die Inkas zum Bauen verwendet haben...

Machu Picchu, "Alter Gipfel" ist eine der größten Touristenattraktionen in Südamerika. Täglich besuchen mehr als 2.000 Personen die Sehenswürdigkeit. Die UNESCO fordert eine Reduktion um das Kulturerbe nicht zu gefährden und wehrt auch sich vehement gegen den geplanten Bau einer Seilbahn nach Machu Picchu, die den Touristenstrom weiter ansteigen ließe. Ganz reale Probleme in einem Welterbe voller Rätsel, Mythen und Legenden. Über die Stadt existieren keine Überlieferungen, weshalb nur Vermutungen angestellt werden können. Die Forschung geht heute davon aus, dass die Stadt bis zu 4.000 Einwohner hatte und Mitte des 15. Jahrhunderts gebaut wurde. Auch das Ende von Machu Picchu ist bis heute ungeklärt. Vermutlich war mit dem Zusammenbruch des Inkareichs auch der Untergang dieser Stadt unabwendbar. Dann holte sich der Urwald die Häuser, Tempel und Mauern zurück. Die Inka-Stadt Machu Picchu fiel in einen dreihundertjährigen Schlaf.

Sendung vom

So, 22.1.2017 | 5:45 Uhr

SWR Fernsehen

Zurück zur Startseite von:

Sendezeit

3sat
Sonntags:
19.40 Uhr

SWR Fernsehen
Sonntags:
6.00 Uhr
Torii
Gesamtliste - alle Folgen