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SENDETERMIN So, 29.1.2017 | 5:45 Uhr | SWR Fernsehen

Schätze der Welt Spezial Kulturerbe Afrika

Afrika, der Kontinent mit den drei schlimmen Ks: Kriege, Krankheiten, Katastrophen.
Dieses Afrika ist Realität. Aber da ist noch ein anderes Afrika. Afrika ist kein homogener Raum. Es ist ein Kontinent mit über 50 Staaten, bevölkert von mehr als einer Milliarde Menschen. Und es ist ein Kontinent mit unzähligen, zum Teil uralten Kulturen, die in ihrer Vielfalt von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet wurde. Max Moor zeigt in dieser Spezialsendung der Reihe "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit" einige dieser Kulturen.


Durch die Wüste führen die alten Salzkarawanenwege der Tuareg. Seit Jahrhunderten ist Timbuktu ein Zentrum des Saharahandels. Ende des 19. Jahrhunderts passierten hier jedes Jahr etwa 400 Karawanen mit 140.000 Kamelen. Der deutsche Geograph und Afrikaforscher Heinrich Barth reiste 1849 mit einer britischen Expedition durch Westafrika. Ein halbes Jahr lebte Barth in Timbuktu. Er schrieb über die Lehmarchitektur und die bunten Farben.

Blick von Felsplateau auf Landschaft

Bandiagara - Land der Dogon

Eine alte Bevölkerungsgruppe, die Dogon sind vor über 800 Jahren in den kahlen, unwirtlichen Osten Malis vertrieben worden. Vermutlich weil sie sich geweigert haben, zum islamischen Glauben über zu treten. Die Felsen des Bandiagara - Plateaus boten den Dogon Schutz vor Verfolgung. Die Kunst der Dogon, vor allem ihre Holzfiguren, symbolisieren und beschwören die Verbindung der Lebenden zu ihren Ahnen. Zeugnisse dieser Kunst finden sich heute in den bedeutendsten Museen der Welt.

Mann auf Boot auf dem Niger - Abendrot

Djenné - Stadt aus Lehm

Alle Wege führen nach Djenné, sagt man in Mali. Händler wie Gläubige streben in die alte Handelsstadt im Herzen des westafrikanischen Staates. In alten Berichten wird Djenné als groß, reich und glücklich, beschrieben. Als eine Stadt, in der der Handel floriert und das Handwerk gedeiht. Djenné, die schönste Stadt der Sahelzone, "vom Himmel gesegnet und geliebt von Gott", gilt bis heute als das Juwel im Tal des Niger.

Langhornbläser

Die Ausrufer, Langhornbläser, Stuhlträger und Leibwächter - der Hofstaat des Königs.

Nirgendwo in Afrika liegt mehr Gold unter der Erde als in Ghana. Man fördert es bis heute.
Auch wenn es von ausländischen Firmen abgebaut wird, sind die Ashanti immer noch stolz auf "ihr" Gold, das Grundlage ihrer vorkolonialen Zivilisation war. Und das, wie alle Bodenschätze Afrikas, auch die Begehrlichkeiten der Kolonialmächte weckte. Das Land der Ashanti liegt im Waldgürtel Westafrikas. In abgelegenen Dörfern leben die Familien im einst reichen Regenwaldes. Fast 200 Jahre herrschten die Aschant im heutigen Ghana. Ihr Reich war einer der wenigen afrikanischen Staaten, das ernsthaft Widerstand gegen die europäischen Kolonialmächte leisteten. Erst 1900 unterlagen die Ashanti endgültig gegen Großritannien. Die Kultur dieses legendären Reiches aber lebt noch immer in den Dörfern.

Geschichten erzählen im Kreis der Familie

Von Generation zu Generation werden Geschichten mündlich überliefert

Das Volk der Batammariba ist ab dem 16. Jahrhundert aus dem heutigen Burkina Faso nach Koutammakou, der nördlichen Grenzregion zwischen Benin und Togo eingewandert. Die Batammariba galten als stolze Rebellen, die keinerlei fremde Autorität anerkennen. Weit verstreut in der Savanne Westafrikas am Rand der Atacora - Berge liegen die Dörfer der Batammariba. In ihren burgartigen Häusern schotten sie sich von der modernen Welt ab. Zu dem Material Lehm, der Erde, haben die Batammariba, genauso wie die Dogon, eine besondere Beziehung. Die Erde ist der Ursprung allen Lebens und gleichzeitig der Platz für die Toten. Sie ist beseelt von den Geistern der Ahnen. Die Architektur der Batammariba lebt aus der Erde heraus.

Die Löwenzeichnung auf dem, nach ihr benannten 'Lion Trail'. Nachdem es hier schon lange keine Löwen mehr gibt, muss die Zeichnung sehr alt sein

Die Löwenzeichnung auf dem, nach ihr benannten 'Lion Trail'. Nachdem es hier schon lange keine Löwen mehr gibt, muss die Zeichnung sehr alt sein

"Tsodilo" - "die Berge der Götter", wird eine Hügelkette in Botswana ehrfurchtsvoll von den Einheimischen genannt. 450 Millionen Jahre sind sie alt. Wie Zeichen aus einer fernen Welt ragen sie einsam aus der Savanne. Uralte Kultstätten der Menschheit haben hier überlebt. Für die Buschmänner liegt in diesen Hügeln das visuelle Manifest ihrer viele tausend Jahre währenden Geschichte. Felsbilder, gemalt von Buschmann-Künstlern. Geschützt von Felsüberhängen und dem trockenen Klima. Die ältesten Zeichnungen sollen vor über 20 000 Jahren entstanden sein. Waren es einfach Bilder, die den Betrachter erfreuen wollten. Oder waren es verschlüsselte Botschaften? Waren es Symbole einer unbekannten Glaubenswelt, oder Träume von einem verlorenen Paradies ?

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