Bitte warten...

SENDETERMIN Mo, 12.3.2018 | 12:45 Uhr | 3sat

Afrika: Namibia Die Namib

Der Ort an dem Nichts ist

Ein grünes Paradies, wie die Sahara noch vor Zehntausend Jahren, war die Namib am südlichen Ende von Afrika nie. Mit Landschaften deren Ursprünge mehr als eine halbe Milliarde Jahre zurückreichen, ist die Namib eine der ältesten Wüsten der Erde.
Namib bedeutet in der Sprache der Ureinwohner „Ort an dem Nichts ist“. Endlose Fahrten über Sandpisten, einem Horizont entgegen, der kaum näher kommt, an dem flimmernde Berge und Seen locken, die sich als Fata Morgana erweisen, bestätigen zuerst den Eindruck des grenzenlosen „Nichts“.


1/1

Die Namib - Der Ort an dem nichts ist

In Detailansicht öffnen

Blick von den Dünen ins Naukluftgebirge bei Solitaire.

Blick von den Dünen ins Naukluftgebirge bei Solitaire.

Anna gehört zum Stamm der Topnaar. Sie lebt mit ihrem Mann am Rande der Namib und dank eines solarbetriebenen Brunnens und ihrer Arbeit gedeiht der Garten.

30 Millionen Jahre alte Ablagerungen des Tsauchab Flusses im Sessriem Canyon.

Über 4000 Kilometer war das Filmteam in Namibia unterwegs, hauptsächlich auf Sandpisten.

Mondlandschaft’ heißt dieser Gebirgszug entlang des ausgetrockneten Swakop-Flusses. Das Chamäleon ist an die karge Natur angepasst.

Das Naukluftgebirge begrenzt im Osten den 50.000 qkm großen Nationalpark.

Der Deadvlei muss einst eine Oase gewesen sein, über einen längeren Zeitraum, bis eine riesige Düne dem Wasser den Weg versperrte und alles Leben auslöschte.

Der Namib-Rand-Naturpark war noch im letzten Jahrhundert Farmland. Als immer längere Trockenperioden die landwirtschaftliche Nutzung erschwerten, vereinten die Besitzer ihre Flächen zu einem viele hundert Quadratkilometer großen Naturreservat.

Die Landungsbrücke von Swakopmund ist 100 Jahre alt.

Seit 1962 wird in Gobabeb geforscht. Klima und Wüstenökologie gehören zu den Forschungsbereichen.

Die Sandviper hat sich ihrer Umgebung angepasst.

"Mondlandschaft" heißt dieser Gebirgszug entlang des ausgetrockneten Swakop-Flusses.

Drei Männer, zum Stamm der Topnaar gehörend, suchen nach der i-Nara, einem Kürbisgewächs, das es sonst nirgends auf der Welt gibt.

Die Wurzel der iNara Pflanze soll bei Diabetes und Bluthochdruck helfen.

Unsere Filmemacher: Rüdiger Lorenz und Faranak Djalali.

Die Dünen der Namib gehören zu den größten der Welt. Sie tragen Namen wie: Big Dady oder Big Mama , oder sind einfach nummeriert, wie hier die "45".

Die Wanderdünen der Namib verändern die Flussläufe. Sie sind für die Flüsse unüberwindbare Hindernisse und versperren den Weg zum Meer.

Am Fuß einer Düne sucht der kleine Palmatogecko nach Nahrung.

Ein Chamäleon wartet auf Beute. Dank der beweglichen Augen haben diese Tiere fast 360° Rundumblick und können blitzschnell reagieren.

Plötzlich auf der Kameralinse, die Spinne mit dem Namen "Tanzende, weiße Dame".

Die Namib, endlose Weite, karge Gebirge und einsame Sandpisten.

Anna und Willem leben mit ihren Kindern in der Einsamkeit der Namib. Sie sind hier geblieben, weil sie dieses Leben in Freiheit lieben,
auch wenn sie nicht wissen, wie lang der hundert Meter tiefe Brunnen noch ausreichend fließt.

Oryxantilopen suchen unter einer Akazie Schutz vor der sengenden Sonne.

Sandsturm im ausgetrockneten "Tsauchab" Fluss.

Nicht nur das Team brauchte einen Schirm gegen die Hitze in der Namib.

Nirgends auf der Erde hatte die Evolution mehr Zeit, sich den extremen Bedingungen anzupassen. Es gibt Gegenden in der Namib, in denen es fast nie regnet. Dass dort trotzdem Tiere und Pflanzen existieren, liegt an deren genialen Überlebensstrategien, die in Anbetracht des ungebremsten Klimawandels neue Bedeutung gewinnen. Das Filmteam war über fünf Wochen mit der Kamera in dieser faszinierend ursprünglichen Landschaft unterwegs. Die Suche nach dem Leben endete manchmal in den Sandstürmen riesiger, wandernder Dünen. Umso größer die Überraschung, wenn dann plötzlich der Sand lebendig wird, sich ein Gecko oder eine Schlange auf Nahrungssuche machen. Es ist eine Reise an die Grenzen der Zivilisation, in eine Welt, die in ihren Bildern vorwegnimmt, wohin unsere Erde driften könnte. Manchmal sind es Bilder, wie von einem anderen Planeten, wenn ein einsames Chamäleon seinen Blick über die Mondlandschaft schweifen lässt, oder wenn dort, wo sonst nichts wächst, eine tausend Jahre alte Welwitschia zum Blühen kommt. Wenige Menschen, die Topnaar, leben entlang der ausgetrockneten Flusstäler. Nahrung für sich und ihre Tiere suchen sie in der Wüste, beispielsweise die iNara, eine kürbisähnliche Frucht. Doch es wird immer schwieriger sie zu finden. Wie lange wenigstens ihr hundert Meter tiefer Brunnen noch Wasser hergibt, wissen sie nicht.

Irgendwann werden auch sie an den Rand der Stadt ziehen müssen. Im Dead Vlei, dem toten Fluss gibt es schon seit 500 Jahren kein Wasser mehr. Eine riesige Sanddüne versperrte dem Fluss den Weg und löschte alles Leben aus. Anklagend ragen die verwitterten, schwarzen Gerippe uralter Bäume aus dem Sand. Andere Orte dagegen erwachen unerwartet zu neuem Leben. Da wo gerade noch staubige Trockenheit war, verdunkelt sich die Sonne. Nebel überzieht, wie eine Urgewalt, alles mit seinen feuchten Schwaden. Die stacheligen Äste der iNara und der Kameldornbüsche werden zu Kollektoren in denen sich Millionen Wassertropfen sammeln. Ein Schwarzkäfer krabbelt auf die Kuppe der Düne, streckt seine Beine aus und filtert Wasser aus der feuchten Luft. Nach wenigen Stunden ist alles vorbei. Entscheidenden Einfluss auf das Klima der Namib hat der kühle Benguelastrom im Atlantik, der an der Küste Namibias entlangfließt. Es heißt seine Temperatur hätte sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren um zwei Grad erhöht. Inwieweit sich das Millionen Jahre alte Ökosystem der Namib dadurch verändert, wird gerade erforscht.


Daten & Fakten

Unesco-Ernennung: 2013

Geografie und Bedeutung:

Die Namib ist eine Trockenwüste an der Atlantikküste im Westen Afrikas. Sie ist die älteste Wüste der Welt. Die Namib gehört zu Namibia und Angola. Fläche: 95.000 Quadratkilometer, davon 31.000 Quadratkilometer unter dem Namen "Namib Sand Sea" zum Weltnaturerbe ernannt. Zur Namib gehören die höchsten Sanddünen der Welt, außerdem das Diamantensperrgebiet um Lüderitz sowie die Skelettküste im Norden.

Flora & Fauna:

Welwitschie - diese Pflanze kann bis zu 2000 Jahre alt werden

Nara-Sträucher, ihre nahrhaften Früchte ähneln Melonen

Namib-Sandgecko

Spießbock

Südafrikanischer Seebär

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Südwestrundfunk