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SENDETERMIN So, 8.3.2020 | 19:40 Uhr | 3sat

Europa: Russland Der Baikal

Das Blaue Auge der Erde

Burjaten, den Ureinwohnern Zentralsibiriens, gilt der "Baygal nuur" - der "reiche See", als magischer Ort, als Wiege und Seele ihres Volkes. Der Rest der Welt sieht im Baikal schlicht ein Gewässer der Superlative. Im Herzen Sibiriens, an der Südostgrenze Russlands zur Mongolei, liegt ein Fünftel aller flüssiger Süßwasserreserven der Erde. Der Baikal ist der tiefste und älteste See der Welt, seine Wasserfläche bedeckt ein Gebiet größer als Belgien.

Baikalrobbe - Nerpa

Baikalrobbe - Nerpa

Die Baikal-Region gilt Biologen als Galapagos-Archipel Russlands, als eines der artenreichsten Frischwasserbiotope unseres Planeten. Im Baikal lebt die weltweit einzige ausschließlich im Süßwasser vorkommende Robbenart, die "Nerpa" oder Baikalrobbe. 128 Fischarten bevölkern den See, zwei davon sind endemisch: der "Omul, eine Maränenart, und der "Golomjanka", der am tiefsten vorkommende Süßwasserfisch der Erde. Über 230 Arten winziger Flohkrebse klären das Wasser des Baikal auf natürliche Weise und sorgen damit für den extrem hohen Reinheitsgrad des Sees. Für die Bewohner der Dörfer entlang des Ufersaums eine nie versiegende Trinkwasserquelle.

Gründe genug für die UNESCO, das "Blaue Auge der Erde" seit 1996 als Weltnaturerbe zu führen. Wenn Russen von ihrem "Osero Baikal" reden, meinen sie das "große sibirsche Meer", das sich auf 455 m Höhe zwischen den südsibirischen Gebirgszügen entlang der Südostgrenze Russlands zur Mongolei auf einer Fläche von 31.722 km² ausbreitet. Seine Dimensionen sind atemberaubend. Er ist mit 25 Millionen Jahren ältester und mit 1642 m der tiefste See der Erde, erstreckt sich 673 km vom Südwesten bis zum Nordosten und weitet sich an der breitesten Stelle auf 82 km. Gespeist wird das "sibirische Meer" von 336 flüssen und unzähligen Bächen, hat jedoch nur einen einzigen Abfluss, die Angara, einer der größten Flüsse Sibiriens. Trotz ihrer gewalitgen Abflussmenge müsste die Angara etwa 400 Jahre lang fließen, bis der Baikalsee geleert wäre.


Daten & Fakten

Naturdenkmal

Unesco-Ernennung: 1996

1643
Der Entdecker und Kartograph Kurbat Ivanov entdeckt mit einem Kosakentrupp den Baikalsee und kartographiert ihn als Erster.

Flora und Fauna

Größtes Süßwasserreservoir der Welt. Tiefster See der Welt mit einer Tiefe von 1637 Metern. Ca. 1500 Tiergattungen und 1000 Pflanzenarten sind endemisch. Einzige Süßwasserrobbenart "Nerpa" (Baikalrobbe).




Sendung vom

So, 8.3.2020 | 19:40 Uhr

3sat

Filmmusik & Stab

Schätze der Welt II - Vor- und Abspann:
Oliver Kraft
Soundtrack "Der Baikal": Michael Hofer; Andy Susemihl

Stab:
Autor und Regie: Martin Thoma
Kamera: Peter Stickler
Schnitt: Martin Thoma und Ahmet Sargin

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Sendezeit

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Sonntags:
19.40 Uhr

SWR Fernsehen
Sonntags:
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Torii
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