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SENDETERMIN Mo, 25.11.2019 | 12:45 Uhr | 3sat

Amerika: Kanada Der Rideau-Kanal in Kanada

Eine Romanze zwischen Technik und Natur

Wie kühn, ambitioniert und raffiniert Konstrukteure und Erbauer gewesen sein müssen, um sich durch Berge und Sümpfe zu graben, lässt sich nur noch ahnen. Der Rideau-Kanal im Südosten Kanadas ist von wilder, natürlicher Schönheit, obwohl er ein von Menschen geschaffener Wasserweg ist.

Seit 1832 hat sich kaum etwas verändert.

Seit 1832 hat sich kaum etwas verändert.


Über 200 km von der kanadischen Hauptstadt Ottawa nach Kingston am Ontario See führen 43 Schleusen durch die weiten Seenlandschaften, die der Kanal mit dem Lauf des Rideau-Flusses verbindet. So ist der Rideau-Kanal nicht nur die bedeutendste und längste künstliche Wasserstraße Nordamerikas, sondern auch eine technische Meisterleistung des frühen 19. Jahrhunderts. Ununterbrochen in Betrieb seit seiner Eröffnung 1832, ist er außerdem der einzige Kanal des Kontinents, der noch genauso funktioniert, wie ihn einst seine kolonialen britischen Erbauer errichten ließen.


Natur und Tiere haben ein symbiotisches Leben mit dem Kanal entwickelt. Hier herrschen eigene Gesetze. Es ist das stille Wasser, verbunden mit den handbetriebenen Schleusentoren, die den Takt der Zeit angeben.


Auf dem rechten Hügel das kanadische Parlament.

Auf dem rechten Hügel das kanadische Parlament.

Nur an seiner Anfangs- und Endpforte erhebt sich die Kanalarchitektur als imposantes Bauwerk vorindustrieller Geschichte. Burgartige Befestigungs- und Wehranlagen. Fort Henry in Kingston zwischen Ontario See und St. Laurence Strom gelegen, markiert noch heute kanadische Hoheit. Denn Motivation und Strategie der Erbauer war einst militärpolitisch begründet. Der Rideau-Kanal sollte eine Waffe sein im Konflikt mit den jungen Vereinigten Staaten von Amerika, um freien Transport von Militärgütern und Menschen im kanadischen Hinterland zu garantieren.


Der Rideau-Kanal jedoch hat nie seinem eigentlichen Zweck gedient, denn es herrschte bald Frieden zwischen den kanadischen und amerikanischen Völkern. So hat ihn schlichtweg die Bevölkerung erobert. Heute zählt die Region in der Provinz Ontario zu den begehrtesten Erholungs- und Freizeitgebieten Nordamerikas. Eine Romanze zwischen Natur und Technik. Diese friedliche Umwidmung eines großen militärischen Bauwerkes durch die Bevölkerung ist ohne Beispiel. Wie auch der Rideau-Kanal zu den wenigen Orten auf der Erde gehört, an dem gleichermaßen Natur und menschliche Kulturleistung unter den Schutz der Unesco gestellt wurden.



Kulturdenkmal: Rideau-Kanal, 202 km lange Wasserstraße, verbindet die Hauptstadt Ottawa mit der Stadt Kingston am Ontario-See

Unesco-Ernennung: 2007

1832: Eröffnung des Rideau-Kanals

Charakteristika:

Der Rideau-Kanal verbindet Flüsse, Seen und künstlich angelegte Kanalabschnitte zur 202 km langen Wasserstraße. Nur rund 19 Kilometer sind künstlich angelegt. Es gibt 47 Schleußen. Im Winter friert der Kanal zu und wird im Stadtgebiet von Ottawa zu einer großen Eislauffläche.

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