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SENDETERMIN Sa, 25.11.2017 | 8:30 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Kroatien Die Plitvicer Seen

Wasserspiele der Natur

Inmitten von Karstbergen reihen sich sechzehn kleinere und größere Seen aneinander, verbunden durch zahllose Kaskaden und unterirdische Wasserläufe. Ein grandioses Schauspiel der Natur, das sich immer wieder neu erfindet. Blaugrünes, kristallklares Wasser sucht seine Wege, fällt über Barrieren von einem Seebecken in das nächste und überwindet so einen Höhenunterschied von 133 Metern.

Über zahllose Kaskaden fließt das Wasser durch das Plivicer Seengebiet.

Über zahllose Kaskaden fließt das Wasser durch das Plivicer Seengebiet.

Am Anfang habe ich gar nicht verstanden, wie sehr alles in Bewegung ist, so Ranger Ante Bionda. Aber dann habe ich ein Gefühl dafür entwickelt wie sich die Plitvicer Seen verändern und dabei immer schöner werden. Saubere Gewässer sowie das warme, feuchte Klima schaffen die Rahmenbedingungen für ein einzigartiges Zusammenspiel von Wasser, Luft, Gestein und Vegetation. Bakterien und Algen begünstigen die Ablagerung von Kalksinter.

Von diesem werden Moose, Wasserpflanzen und in die Seen gestürzte Bäume überzogen. Sie versteinern und formen natürliche Barrieren, die jährlich bis zu drei Zentimeter in die Höhe wachsen. Starke Regenfälle bringen neue Veränderungen: Alte Dämme stürzen ein, neue entstehen. Höhepunkte innerhalb dieser wechselnden Szenarien sind mächtige Wasserfälle. Im unteren Bereich der Plitvicer Seen hat sich das Wasser tief in das Kalkgestein gegraben und einen imposanten Canyon geschaffen.

78 Meter tief stürzt das Flüsschen Plitvica die Wände der Schlucht hinunter und vereinigt sich mit den über- und unterirdischen Wasserläufen des Seengebiets. Dieses wurde schon 1949 zum Nationalpark erklärt. Dreißig Jahre später fanden die Plitvicer Seen Aufnahme in die Unesco-Liste des Weltnaturerbes.

Doch was wäre der Nationalpark ohne seine Wälder, die drei Viertel seiner Fläche einnehmen. Sie dienen als Wasserspeicher und verhindern Hochwässer und Sturzfluten, welche die sensiblen Kalksinterbarrieren längst abgetragen hätten. Bedrohten Pflanzen bieten sie Raum zum Überleben. Doch auch das Naturparadies Plitvicer Seen ist bedroht. In den letzten dreißig Jahren hätte es nahezu ein Drittel weniger Niederschläge gegeben, berichtet Ranger Ante Bionda. Dafür seien globale Faktoren, der Klimawandel, verantwortlich.

Naturdenkmal: Nationalpark Plitvicer Seen

Unesco-Ernennung: 1979

1949
Gründung des Nationalparks

Die Seen, Wasserläufe sind unter- und oberirdisch miteinander verbunden und bilden durch natürliche Barrieren einen Lebensraum, der für viele Pflanzen und Tiere einmalig ist.

Flora und Fauna

Moose, Algen, Wasserpflanzen, viele Schmetterlingsarten, zahlreiche Vogelarten, Fledermäuse, Braunbären, Reptilien, 55 unterschiedliche Orchideenarten, 75 endemische Pflanzen

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Sa, 25.11.2017 | 8:30 Uhr

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