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SENDETERMIN Sa, 11.11.2017 | 8:30 Uhr | SWR Fernsehen

Afrika: Tansania Sansibar

Des Sultans Perle vor Ostafrika

Sansibar - tropische Insel vor der Küste Ostafrikas. Schiffe aus aller Welt ankerten bis ins 19. Jahrhundert in der weiten Bucht der gleichnamigen Inselhauptstadt.

Das Haus der Wunder an der Uferpromenade

Uferpromenade, Haus der Wunder

Elfenbein, Sklaven und Gewürze aus Schwarzafrika wurden hier umgeschlagen, asiatischer und arabischer Fernhandel nutzte den Hafen als Zwischenstopp - Sansibar entwickelte sich zu einem bedeutenden Knotenpunkt im Indischen Ozeanhandel. Indische und arabische Händler ließen sich hier nieder und kontrollierten die Geschäfte.

Sansibar zog nicht nur viele Seeleute, Kaufleute und Handwerker aus Übersee an, auch Sultan Said verlegte 1840 seinen Regierungssitz von Muscat im heutigen Oman in die ostafrikanische Küstenstadt. Sansibar wird zur Insel der Gewürznelken-Plantagen. Die Gewinne aus Gewürzexporten und Sklavenhandel machen aus der Altstadt, in der bis dahin Hütten und Holzhäuser vorherrschen, eine prachtvolle Stonetown. Sein Nachfolger Sultan Barghash lässt an der Uferpromenade Sansibars das modernste Gebäude Ostafrikas errichten, mit Strom und einem elektrisch betriebenen Fahrstuhl.

Dhow vor Sansibar

Dhow vor Sansibar

Die Blütezeit Sansibars ist längst vorbei, die Herrschaft der Sultane und der britischen Kolonialherren 1964 durch eine sozialistische Regierung abgelöst.

Die Architektur der Altstadt Stonetown reflektiert bis heute diese Synthese aus arabischen, indischen und schwarzafrikanischen Einflüssen, ist multikulturell wie ihre Bewohner. Moscheen, Kirchen und Hindu-Tempel, afrikanische Märkte, Kolonialbauten und britische Handelshäuser, ein omanisches Fort und geschnitzte Holztüren, all das macht die Suaheli-Kultur Sansibars aus.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Die Stone Town ist ein herausragendes Beispiel für die Konflikte, das harmonische Zusammenleben und die Verschmelzung von afrikanischen, arabischen und indischen Kulturen über Jahrhunderte
UNESCO-Ernennung: 2000
2500 - 1200 v.Chr.
Handel mit dem pharaonischen Ägypten
6. Jh. v. Chr.
Phönizier umsegeln laut ägyptischen Quellen Afrika
1.Jh.
Ansiedelung der Bantu-Stämme; archäologische Spuren sabäischer Besucher
2. Jh.
Erste Erwähnung Sansibars: ein griechische Kaufmann aus Alexandria in Ägypten beschreibt in seinem Handbuch "Periplus Maris Erythraei" die Ansiedlung arabischer Händler an der afrikanischen Ostküste
700 - 900
Arabische, persische und indonesische Zuwanderer besiedeln die afrikanische Ostküste und Sansibar
1107
Bau der Mosche von Kizimkazi, dem ältesten islamische Gebäude Ostafrikas
1503
Portugiesen erobern Sansibar und gründen einen Handelsposten
1698
Das Sultanat Oman erobert Sansibar und vertreibt die Portugiesen
1811
Eröffnung des zentralen Sklavenmarktes für Ostafrika durch Sultan Said
1840
Sultan Said verlegt seine Hauptstadt von Oman nach Sansibar
1873/1889
Schließung des Sklavenmarktes / Verbot der Sklaverei
1890
Sansibar wird englisches Protektorat
1963
Großbritannien entlässt Sansibar als konstitutionelle Monarchie in die Unabhängigkeit
12. Januar 1964
Revolution der afrikanischen Mehrheit, die arabischen und indischen Bürger fliehen
24. April 1964
Zusammenschluss von Tanganjika und Sansibar zu Republik Tansania, Sansibar behält autonomen Status
1996
erste Mehrparteienwahl

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© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010

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