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SENDETERMIN So, 6.5.2018 | 19:40 Uhr | 3sat

Europa: Italien Heilige Berge

Die Sacri Monti in Oberitalien

Die neun Heiligen Berge – acht im Piemont, einer in der Lombardei – sind Pilgerstätten, die an die Stelle des verlorenen Jerusalem treten sollten. Seit Jahrhunderten suchen Menschen hier Trost und Hilfe bei der als wundertätig verehrten Schwarzen Madonna von Oropa.

Ihr Heiligtum ist heute eine riesige Anlage, 1200 m hoch, am Rande der Bergwelt. Piemont, ai piedi del monte, zu Füßen des Gebirgs.

Ihr Heiligtum ist heute eine riesige Anlage, 1200 m hoch, am Rande der Bergwelt. Piemont, ai piedi del monte, zu Füßen des Gebirgs.

Der englische Schriftsteller Samuel Butler wunderte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts, wie die Schätze der Sacri Monti der Aufmerksamkeit der vielen Italienreisenden so gründlich entgehen konnten. Seither hat sich daran trotz des UNESCO-Welterbestatus nicht viel geändert, auch der heutige Besucher steht seltsam allein und seinem eigenen Urteil überlassen vor einem stummen Theater, das in der Kunstgeschichte nicht seinesgleichen hat. So realistisch wie hier war die biblische Geschichte den Menschen nie zuvor gezeigt worden.

Die Kinder sind das Leben selbst.

Die Kinder sind das Leben selbst.

Die neun Heiligen Berge – acht im Piemont, einer in der Lombardei – sind Pilgerstätten, die an die Stelle des verlorenen Jerusalem treten sollten. „Ein neues Jerusalem“, so steht es denn auch über dem Tor zu dem ältesten (1491) und bedeutendsten der Sacri Monti in Varallo am Fuße der Westalpen. In mehr als vierzig Kapellen wird hier die Geschichte Christi erzählt. Mit lebensgroßen, wie lebendig wirkenden Figuren, die zu höchst expressiven und oftmals erschütternden Ensembles gruppiert sind. Der Sacro Monte di Orta dagegen, bezaubernd über dem Orta-See gelegen, ist ganz dem Hl. Franz von Assisi gewidmet und stellt ihn als zweiten Christus dar. Den revolutionären Gedanken darin nehmen heutige Besucher, oftmals eher Verliebte als Pilger, kaum zur Kenntnis. Der Sacro Monte di Oropa schließlich, wo der Film beginnt, ist ein echter Ort des Volksglaubens, eine riesige Wallfahrtsstätte in 1200 Metern Höhe über der alten Stadt Biella. Seit Jahrhunderten suchen Menschen hier Trost und Hilfe bei der als wundertätig verehrten Schwarzen Madonna von Oropa.

Kulturdenkmal Sacri Monti im Piemont und der Lombardei

Unesco-Ernennung 2003

Die neun Sacri Monti heißen

1. Sacro Monte di Varallo, Varallo Sesia (Provinz Vercelli), 1486
2. Sacro Monte di Crea, Ponzano Monferrato und Serralunga di Crea (Provinz Alessandria), 1589
3. Sacro Monte di Orta, Orta San Giulio (Provinz Novara), 1590
4. Sacro Monte di Varese, Varese (Provinz Varese), 1598
5. Sacro Monte di Oropa, Oropa (Provinz Biella), 1617
6. Sacro Monte di Ossuccio, Ossuccio (Provinz Como), 1635
7. Sacro Monte di Ghiffa, Ghiffa (Provinz Verbano-Cusio-Ossola), 1591
8. Sacro Monte di Domodossola, Domodossola (Provinz Verbano-Cusio-Ossola), 1657
9. Sacro Monte di Belmonte, Valperga, Cuorgnè, Pertusio und Prascorsano (alle Provinz Turin), 1712

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