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SENDETERMIN So, 1.3.2020 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Asien: China Pingyao

Geld und Götter hinter hohen Mauern

Pinyao ist ein Guckloch in eine vergangene Zeit, denn die kleine Handelsstadt sieht heute noch so aus wie fast alle chinesischen Städte vor 300 Jahren. Hier wurde die erste Bank Chinas gegründet, doch die Zeit scheint still geblieben zu sein.

Wo so mächtige Mauern gebaut werden, wo beim Wachwechsel kein Trupp dem anderen ausweichen muss

Wo so mächtige Mauern gebaut werden, da muss es Wertvolles zu beschützen geben.

Im Schatten einer hohen, mehr als sechs Kilometer langen Stadtmauer ducken sich ein- und zweistöckige schwarze Ziegelhäuser. Nur die buntlasierten Dächer der Tempel stechen hervor.

Pingyao verdankt seinen Aufstieg dem Reichtum der Kaufleute und dem Bankwesen. Hier wurde die erste Bank Chinas gegründet, hier wurden Papiergeld und Schecks eingeführt, mit denen dann im ganzen Land Handel betrieben wurde. Der Tempel des Reichtumsgottes ist also nicht zufällig der prächtigste der Stadt.

Sein Weiterbestehen in den alten Mauern verdankt Pingyao der Armut: Als sich Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung die Handelswege änderten, verlor Pingyao an Bedeutung. Im 20. Jahrhundert war Pingyao zu arm, um, wie fast alle Städte im Land, die den Verkehr behindernden Mauern abzureißen. Pingyao blieb erhalten, und man kann heute hier nachspüren, wie das alte China gelebt hat.

Die Statuen und Fresken überdauern den Bildersturm verborgen unter aufgeschüttetem Getreide.

Die Statuen und Fresken überdauern den Bildersturm verborgen unter aufgeschüttetem Getreide.

Dass die beiden großartigen buddhistischen Tempel außerhalb der Stadtmauern die Stürme der Revolution und der Kulturrevolution im 20. Jahrhundert überstanden haben, ist weniger der Religiosität als der Liebe und dem Stolz der Pingyaoer auf ihre alte Kultur zu verdanken. Versteckt unter Getreidebergen überdauerten seltene Fresken und außergewöhnliche Skulpturen die Zeiten.

Pingyao gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Altstadt mit 3800 Baudenkmälern vor allem aus der Ming- und Qing-Zeit
UNESCO-Ernennung: 1997
221-206 v. Chr.
Qin-Zeit
202-9 v. Chr. und 25-220 n. Chr.
Han-Zeit
220-265
Teil des Wei-Reiches
265-420
Teil des Jin-Reiches
1368-1644
Ming-Zeit
1370
Erweiterung der Stadtmauer
1644-1911
Qing-Zeit
1875-1908
Regentschaft des Guangxu- Kaisers

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010

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