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SENDETERMIN So, 1.7.2018 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Armenien Klöster Haghpat und Sanahin

Zwei ungleiche Geschwister

Armenien ist eines der ältesten Kulturvölker der Welt, dessen Wurzeln bis in die Antike reichen. Verfolgung, Zerstörungen, Ermordung bis zum Genozid durch die Türkei zu Beginn des 20. Jahrhunderts kennzeichnen die armenische Geschichte.

Weltwunder: Kloster in Haghpat

Weltwunder: Kloster in Haghpat

Armenien gilt als erstes Land, in dem das Christentum Staatsreligion wurde. Der christliche Glaube ist Identifikation, Dreh- und Angelpunkt der Armenier.

Der äußere Ausdruck dafür sind Kirchen und Klöster, die, ab dem 10. Jahrhundert, nicht allein zum religiösen, sondern auch zum geistigen, kulturellen und teilweise auch zu politischen Schaltstellen Armeniens wurden.

Geschwisterklöster ergänzenden sich

Weltwunder: Kloster in Sanahin

Kloster Sanahin

Die Klöster Haghpat und Sanahin gehören zu den wichtigsten Bauwerken Armeniens. Gegründet wurden beide nach 960 von der Königin Chosrowanusch. Obzwar sie einerseits zwei selbstständige Klöster waren, sind sie geschichtlich betrachtet Geschwisterklöster mit sich ergänzenden Ensembles.

Wehrkloster in Berglandschaft

Das Kloster Haghpat war ein Wehrkloster, das über dem gleichnamigen Ort von weitem sichtbar thront. Eingebettet in die Berg-Landschaft scheint die Anlage als wüchse sie aus der Erde empor.

Weltwunder: Kloster in Haghpat

Weltwunder: Kloster in Haghpat

Das älteste sakrale Gebäude ist die Heilig-Kreuz-Kirche, auch Kirche vom Heiligen Zeichen genannt; armenisch: Nshan-Kirche.

Getrennt werden die beiden Klöster von der gewaltigen Debed-Schlucht. Sie wird überspannt von einer neunzehn Meter langen Brücke, eine technische Großtat aus dem 12. Jahrhundert und das älteste weltliche Bauddenkmal Armeniens.

Sanahin gilt als die vollkommenste Klosteranlage Armeniens. Die Legende erzählt, ein bedeutender Geistlicher habe der Klosteranlage den Namen gegeben: San-a-hin, was bedeutet "das ist älter" und zwar älter als Haghpat.

Mittelpunkt des Klosters und ein absolutes Kleinod der Baukunst: Die Bibliothek. Sie weist Sanahin als einen gewichtigen Ort des armenischen Geistesleben aus.

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Asien: Armenien

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Das Wahrzeichen von Haghpat als architektonisches Meisterstück: der mehreckige, oktogonale Glockenturm von 1245. Die durch Rosetten gemildert strenge Geometrie seiner Fenster lässt sich als „Menschengestalt“ deuten. Und als Kreuz, das in vielfältiger Form die Baukunst Armeniens schmückt.

Das Wahrzeichen von Haghpat als architektonisches Meisterstück: der mehreckige, oktogonale Glockenturm von 1245. Die durch Rosetten gemildert strenge Geometrie seiner Fenster lässt sich als „Menschengestalt“ deuten. Und als Kreuz, das in vielfältiger Form die Baukunst Armeniens schmückt.

Surb Nschan (Heiligkreuz-Kirche) im Kloster Haghpat. Von seinen Türmen aus lässt sich die Umgebung kontrollieren. Denn Haghpat war als Wehrkloster konzipiert.

Die Klöster Haghpat und Sanahin sind Geschwisterklöster. Sie bilden ein kulturelles Ensemble. In ihnen spiegelt sich die Kultur Armeniens, die bis in die Antike reicht. Der christliche Glaube ist untrennbar mit der nationalen Identität Armeniens verbunden.

Sanahin gilt als die vollkommenste Klosteranlage Armeniens. Die Legende erzählt, ein bedeutender Geistlicher habe der Klosteranlage den Namen gegeben: San-a-hin, was bedeutet „das ist älter“ und zwar älter als Haghpat.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Klöster Haghpat und Sanahin
UNESCO-Ernennung:07.12.1996
915
Gründung der Kajan-Festung zwischen den Klöstern Haghpat und Sanahin
953-77
Gründung des Klosters Surb Nschan (Kloster des Heiligen Zeichens oder Heiligen Kreuzes)
966-91
Bau der Heilig-Kreuz-Kirche (Surb-Nschan-Kirche)
972-1118
nordostarmenisches Kleinkönigreich Taschir
1005-25
Bau der Grigorkirche
1211
Entstehung des bekannten Haghpat-Evangeliars
1273
Errichtung des berühmten Kreuzsteins "Allerlöser" mit der Darstellung der Kreuzesabnahme und der Himmelfahrt Christi im oberen Querriegel
bis 1677
fortlaufende Verstärkung der Schutzmauer des Klosters
07.12.1988
Beschädigung durch Erdbeben

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