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SENDETERMIN Mo, 7.10.2019 | 12:45 Uhr | 3sat

Afrika: Kenia Kaya

Die heiligen Wälder der Mijikenda

Im Mittelpunkt des Films stehen drei der neun von der UNESCO zum Welterbe erklärten Wälder. Sie sind die letzten Reste eines riesigen Dschungels, der sich bis ins vergangene Jahrhundert an der Küste Kenias zum Indischen Ozean erstreckte. 

Bis in den späten Abend hinein dringen Klänge von Trommeln und Gesang nach draußen.

Bis in den späten Abend hinein dringen Klänge von Trommeln und Gesang nach draußen.

In diesem Wald lagen die ‚Kayas’, das bedeutet „Platz“ oder „Ort“. Bis vor etwa fünfzig Jahren waren es noch Dörfer, welche die Stämme der Mijikenda vor langer Zeit auf ihrer Flucht vor den Massai, zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert, versteckt im Dschungel gegründet hatten. Heute existieren diese Stammeskonflikte nicht mehr. Aus den „Kayas“ sind heilige Plätze geworden, an denen die Clans ihre Toten beerdigen, die Ahnen verehren oder sich der Ältestenrat versammelt.  Um die heiligen Plätze nicht zu entweihen dürfen diese nur barfuß betreten werden. 

Der Ort ist so heilig, dass er selbst durch das Mitbringen eines technischen Geräts entweiht würde.

Der Ort ist so heilig, dass er selbst durch das Mitbringen eines technischen Geräts entweiht würde.

Die Waldinseln der Mijikenda sind auch Rückzugsgebiete für eine einzigartige Fauna und Flora, die in großen Teilen an der Küste bereits vernichtet wurde, bevor jemand auf die Idee kam sie zu erforschen. 

Der Film begleitet Barak und Ngua, zwei aus dem Ältestenrat. Sie kommen aus „Kaya Kauma“. Die Menschen hier haben noch eine enge Verbindung zu den Traditionen und zum Ahnenkult. Ein Schamane hatte vor seinem Tod noch all sein Wissen an die nächste Generation weitergegeben. Bei anderen Stämmen, wie in „Kaya Kambe“ hat man die Bräuche und Rituale inzwischen vergessen. Dorthin wollen die beiden um ihre Stammesbrüder von der existenziellen Bedeutung des traditionellen Wissens für das Überleben der eigenen Kultur und der heiligen Plätze zu überzeugen.

Nur wenn die junge Generation wieder für die Tradition gewonnen werden kann, haben die Kayas, die Waldreservate der Mijikenda eine Chance. Zu groß ist die Gefahr, dass Unwissende der Verlockung des Geldes erliegen, das Erzabbaukonzerne und andere boomende Industrien für die letzten Waldhügel bieten, trotz Welterbestatus. Der überregionalen kenianischen Tageszeitung „Daily Nation“ war der Protest der Küstenbevölkerung gegen die Bedrohung ihrer heiligen Wälder durch Erzabbau und Zementindustrie in den Wochen, als das „Schätze“ - Team vor Ort war, zweimal das Titelfoto wert.

Daten & Fakten

Unesco-Ernennung: 09.07.2008

Religiöse Bedeutung:
Die Wälder und verlassenen Siedlungen sind heute Orte der Ahnenverehrung und unterliegen einer strengen Aufsicht durch die Ältesten der Stämme

1945:
Mijikenda - Sammelbegriff für 9 Stämme, die an der Küste Kenias bzw. Tansanias leben

2008:
10 der 50 bekannten Kayas werden zum Welterbe ernannt

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
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Mo, 7.10.2019 | 12:45 Uhr

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