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SENDETERMIN So, 31.3.2019 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Asien: Japan Itsukushima

Sprechende Natur

Schintoismus und Zen-Buddhismus, die beiden großen Religionen Japans, treffen auf der Insel Itsukushima (Miyajima) zusammen. Der Schinto-Schrein von Itsukushima, auf Pfählen in den Uferschlamm gebaut, mit seinem großen roten Tor, das im Wasser weit vor der Insel steht, ist eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Japans.

Schrein

Seit alt her verehrten die Menschen die Insel Miyajima als Sitz der Götter...

In alter Zeit durfte Itsukushima nicht betreten werden, denn alles an der Insel gehörte den Göttern - oder war selber Gott. So glaubten es die Anhänger des Schinto, der alten Ahnen- und Naturreligion. Um so mehr fühlten andere sich gedrängt, ihren Fuß auf die Insel zu setzen, vor allen vielleicht der buddhistische Mönch Kukai, der Itsukushima im Jahr 806 auf dem Wege von China nach Kyoto aufsuchte. Er entzündete ein Feuer auf dem Gipfel des Bergs Misen und kochte Wasser in einem großen eisernen Topf. Seither haben seine Jünger das Feuer nicht ausgehen lassen und das Wasser immer nachgegossen.

Felsen

Der Schintoismus ist Japans älteste Religion. Jeder Mensch, der stirbt, wird ein Ahne und damit ein Gott...

Mag sein, dass Kukai auf den Berg gestiegen war, um zu zeigen, dass es keine verbotenen Berge geben könne für die Jünger des Gautama Buddha, denn alles Irdische ist gleichviel wie nichts. Aber auch ihn wird die sprechende Natur dieser Insel nicht unberührt gelassen haben. Jeder Baum, jeder Stein scheint hier eine besondere Form zu haben.

Nichts ist einfach nur da, alles scheint - erschaffen.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Itsukushima-Schrein auf der Insel Miyajima, den weiblichen Gottheiten Ichikishima-hime, Tagori-hime und Tagitsu-hime geweiht
UNESCO-Ernennung: 1996
592-628
Regentschaft der Kaiserin Suiko
593
vermutlich Bau des ersten Schreins
881
erstmalige urkundliche Erwähnung in »Nihon Koki«
1118-81
Taira no Kiyomori
1164
Bau des Hauptschreins, Gabe von 33 buddhistischen Sutren-Rollen durch Taira no Kiyomori
1207 und 1223
Zerstörung des Schreins durch Feuer
1325
Beschädigung durch einen Wirbelsturm
1571
Bau des heutigen Schreins
1587
Stiftung der Großen Sutrenhalle
1874-75
achter Wiederaufbau des Torii

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