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SENDETERMIN Mo, 3.8.2015 | 12:45 Uhr | 3sat

Asien: Japan Hiroshima

Die Bombe und die Zeit

Japan hat ein besonderes Verhältnis zur Zeit. Tempo, Pünktlichkeit. Leistung ist Arbeit in der Zeit. Einmal blieb die Zeit stehen. Am 6. August 1945, um acht Uhr fünfzehn am Morgen. Abwurf der ersten Atombombe. Und als die Zeit stehengeblieben war und sich weiterbewegte, war das alte Japan untergegangen.

Rauch einer Atombombe

Hiroshima - Die Bombe und die Zeit

Einmal blieb die Zeit stehen. Am 6. August 1945, um acht Uhr fünfzehn am Morgen. Abwurf der ersten Atombombe. Und als die Zeit stehengeblieben war und sich weiterbewegte, war das alte Japan untergegangen. Ein neues Zeitalter hatte begonnen, nicht nur für Japan. Aber in Japan ging alles schneller und rücksichtsloser.

Seit 1996 gehört die Ruine der alten Industrie- und Handelskammer Hiroshimas zum Weltkulturerbe. Der Atombombendom. Eine kleine Ruine aus rostigem Stahl und bröckelndem Beton. Er ist das Wahrzeichen der Stadt Hiroshima. Ein seltsames Wahrzeichen in einer seltsamen Welt.

Die USA waren gegen den Eintrag Hiroshimas in die UNESCO-Liste. Sie rechtfertigen den Abwurf der Bombe bis heute. Hiroshima ist nach dem Krieg völlig neu erbaut worden und heute eine geschäftige Großstadt. Es gibt immer noch Atombombenopfer, aber man begegnet ihnen nicht. Sie leben zurückgezogen. Sie passen nicht recht in das moderne Japan. Dem Atombombendom gegenüber liegt der Friedenspark von Hiroshima. Einst ein gemütliches altes Viertel mit Holzhäusern, Winkelgassen und einem Tempel. Heute spannen sich die Flügel des Friedens-Gedächtnis-Museums über den Park.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Gedenkstätten in Hiroshima, darunter der Atombombendom, »Genbaku Dome«
UNESCO-Ernennung: 1996
1914
Bau der Industrie- und Handelskammer nach Entwurf des österreichischen Architekten Karl Hova und des tschechischen Architekten Jan Letzel (1880-1925)
16.7.1945
erster Atombombentest in der Wüste von New Mexico
6.8.1945
Atombombenabwurf, in dessen Folge mehr als 200000 Opfer, darunter 30000 koreanische Zwangsarbeiter und etwa 500 nach Japan verschleppte Chinesen
1955
Eröffnung des Hiroshima Peace Memorial Museum
1966
weltweiter Spendenaufruf zum Erhalt des Atombombendoms
1967
Erhaltungsmaßnahmen für den Atombombendom
1989
neuerliche Erhaltungsmaßnahmen aus Spendenmitteln

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