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14:24 min | So, 4.2.2018 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

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Hawaii: Nationalpark Vulkane von Hawaii, USA Folge 330

SWR

Der Nationalpark hawaiianische Vulkane wurde zum Naturdenkmal erklärt. Die Vulkane Mouna Loa (Langer Berg) und Kilavea sind die größten aktiven Vulkane der Erde. Zahlreiche endemische Pflanzen und Tierarten finden sich hier, darunter die Gänseart Nene, die als Staatsvogel Hawaiis gilt. Rund um die Vulkane gibt es große Wälder mit Riesenfarnen.

Filmtext

Lange bevor Menschen die Erde bewohnten, vor über 11 Millionen Jahren, riss tief unten auf dem Meeresgrund der Boden. Glühend heiße Lavamassen bahnten sich ihren Weg. Fünf Vulkane entstanden und - in Tausenden von Jahren - die Inseln von Hawaii.

Eine Hawaiianischen Legende erzählt von einer Zeit in der alles von sprituellen Wesen durchdrungen war. Ein dünner Schleier trennte die Lebenden von den Toten, das Natürliche vom Übernatürlichen. In dieser Zeit wurde Pele, die Göttin des Feuers, durch Vereinigung von Himmel und Erde geboren. Doch Pele wurde von ihrer eifersüchtigen Schwester, der Meeresgöttin von Zuhause vertrieben. Sie flüchtete von Insel zu Insel bis sie die ‚Grosse Insel’ von Hawaii erreichte. Dort, hoch über dem Reich ihrer Schwester, fand sie ihr Zuhause im Halema’uma’u Krater. Von hier wirft sie mit Felsen und flüssiger Lava und manchmal, für wenige Augenblicke, zeigt sie sich in den Feuern von Kilauea.

Es waren polynesische Seefahrer, die Hawaii vor über 1.600 Jahren entdeckten. Nur von der Sonne und den Sternen geleitet, segelten sie, in großen Kanus, über 3.800 Kilometer. Jedes Jahr, am 27 August, wenn die Sonne im Zenith steht und nach dem Glauben der alten Hawaiianer dem König die grösste Macht verleiht, treffen sich Abgeordnete der Hawaiianischen Königsfamilie zur symbolischen Amtseinsetzung am Halema’uma’u Krater. Als im Jahre 1881, nach acht monatiger Eruption, die Lava die Stadt Hilo erreichte, wurde Prinzessin Ruth Ke’elikolani um Hilfe gebeten.

Sie sang für Pele am Rande des Lavaflusses und opferte ihr rote Seidentücher und Weinbrand. Am nächsten Morgen versiegte der Lavafluß. Der Brauch Kränze zu opfern geht auf Hiiaka zurück, die ihre Schwester Pele mit Lehua Blüten beschenkte. Frauen sind in der Hawaiianischen Mythologie die Quelle neuen Lebens und des ‚mana’ - der spirituellen Kraft. Es ist die Frau die neues Leben gebärt, die den Mond, die Gezeiten und die Korallenriffe beeinflusst - und es ist eine Frau, die das Geheimniss des Feuers besitzt.

Diese Symbole und Figuren sind von frühen Hawaiianern in die Lava gemeißelt worden, lange bevor westliche Einwanderer sich dort ansiedelten. Es war Brauch den ‚piko’, den Stumpf der Nabelschnur des Neugeborenen hier nach Pu’u Loa zu bringen. Der ‚piko’ wurde in einen Aushöhlung gelegt und mit einem Stein abgedeckt. War er am nächsten Morgen noch da, war dem Baby ein langes Leben gesichert.

Auf der westlichen Seite der Insel liegt die Bucht von Honaunau. Hier wohnten die ‚ali’i’ - die königlichen Häuptlinge. Diese ‚ki’i’ - geschnitzte Figuren - bewachen den Tempel in dem die Gebeine von 23 Häuptlingen aufbewahrt werden. Hinter einer 3 Meter hohen Mauer aus Lavassteinen liegt Pu’uhonua - eine Stätte der Zuflucht. Hier fanden in Kriegszeiten Frauen, Kinder und Alte Schutz. Es war auch Asyl für die besiegten Krieger beider Seiten. Und manchmal konnten sich auch die, die den Göttern geopfert werden sollten, nach Pu’uhonua retten.

Kapitän Cook landete hier im Jahre 1778. Ein Jahr später fand der legendäre Seefahrer seinen Tod am Strand von Kealakekua. Er hatte einen Häuptling als Geisel genommen um ihn gegen eines seiner gestohlenen Boote einzutauschen. Steine flogen und Cook’s Leuten erschossen einige Hawaiianer. In dem Chaos wurde Cook erschlagen.

Am Tage ruhen die Grünen Seeschildkröten entlang der Wasserlinie. Im Sommer kommen die Weibchen nachts aus dem Meer um ihre Eier in den schwarzen Sand zu legen. Eine Legende erzählt von einer mystischen Schildkröte die menschliche Form annahm um auf die Kinder aufzupassen, die im Meer spielten.

Hawaiiner lebten in einer streng geregelten Gesellschaft mit abgegrenzten Kasten. Sie verehren Geister und Götter und bewahren deren Geschichten durch Tanz und Gesang. Östlich von Kilauea liegt unberührter Regenwald. Kamapua’a - der Schweinegott - kam nach Kilauea um Pele zu bezaubern. Doch sie lachte ihn aus und rief: „Du bist kein Mann, du bist ein Schwein!“ Eine wütende Schlacht entbrannte. Sie schleuderte mit Lava und Feuer, er erwiderte mit Donner und Regenstürmen. Am Ende gewann Pele und um sich zu retten verwandelte sich Kamapua’a in den Farn, der auch heute noch den Berg umgibt. Auf der Wetterseite der Insel mit ihren häufigen Regenfällen, bietet die reiche vulkanische Erde Nährstoff für vielfältige Vegetation. Hier dauert es nur einige hundert Jahre bis der Regenwald die alten Lavaflächen überwuchert.

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Nordamerika: USA

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Luftaufnahme Halema´u Krater

Luftaufnahme Halema´u Krater

Ki´i

Ki'i Honaunau

Petroglyphs von Pu´u Loa

Rainbow Falls

Honu, die grüne Seeschildkröte

Lava Fluss

Hawaii ist eine der dynamischsten Inseln auf Erden – und sie ist unberechenbar. Die rohe Gewalt dieses Vulkans, Heim der Feuergöttin Pele, läßt sich nicht zähmen.

Pele, die Göttin des Feuers, wurde von ihrer eifersüchtigen Schwester, der Meeresgöttin von Zuhause vertrieben. Sie flüchtete von Insel zu Insel bis sie die ‚Grosse Insel’ von Hawaii erreichte. Dort fand sie ihr Zuhause im Halema’uma’u Krater. Von hier wirft sie mit Felsen und flüssiger Lava um sich.

Lange bevor Menschen die Erde bewohnten, vor über 11 Millionen Jahren, riss tief unten auf dem Meeresgrund der Boden. Glühend heiße Lavamassen bahnten sich ihren Weg. Fünf Vulkane entstanden und - in Tausenden von Jahren - die Inseln von Hawaii.

Lange bevor Menschen die Erde bewohnten, vor über 11 Millionen Jahren, riss tief unten auf dem Meeresgrund der Boden. Glühend heiße Lavamassen bahnten sich ihren Weg. Fünf Vulkane entstanden und - in Tausenden von Jahren - die Inseln von Hawaii.

Es war die Zeit der heissen Winde und plötzlichen Regenschauer. Hina, die schöne Göttin und Mutter von Maui, bedruckte Stoffe am Rande des Wasserfalls. Mo’o das abstoßende Echsenmonster fühlte sich durch ihre Schönheit angezogen. Hina suchte in der Höhle hinter dem Wasserfall Zuflucht. Weil sie ihn verschmähte, staute Mo’o mit einem riesigen Felsen das Wasser und flutete Hina’s Höhle.

Dies beobachtete eine Wolke, sie alamierte Maui, der in der Bucht fischte. Er eilte seiner Mutter zuhilfe und zerschlug den Fels der das Wasser staute. Mo’o versteckte sich flußaufwärts, doch Pele warf glühende Felsbrocken in den Bach. Bald zwang das siedende Wasser Mo’o aus seinem Versteck und Maui tötete das Monster mit seinem Speer. Der Leichnam wurde vom Wasser hinweggespült.

Mauna Kea liegt mehr als 4200 Meter über dem Meerespiegel. Vom Meeresboden aus gemessen ist es der höchste Berg der Welt. Auf seiner Spitze befinden sich die wichtigsten Observatorien. Von hier aus beobachten Astronomen die Bewegungen der Planeten und der Sterne.

Kilauea ist der aktivste Vulkan auf Erden. Die gegenwärtige Erruption began im Januar 1983, seitdem sprudelt die Lava ununterbrochen. Über 200 Häuser, riesige Regenwälder und Strände wurden zerstört. Die Lava hat über 65 Quadratkilometer der Insel unter sich begraben. Einige Gegenden wurden mehrmals überflutet, hier ist die Lava bis zu 24 Meter dick. Aber Kilauea hat nicht nur Teile der Insel zerstört, er hat auch über 2 Quadratkilometer neues Land geschaffen.

Hawaii ist eine der dynamischsten Inseln auf Erden - und sie ist unberechenbar. Die rohe Gewalt dieses Vulkans, Heim der Feuergöttin Pele, läßt sich nicht zähmen. Hier, im Angesicht der unvorhersehbaren Naturgewalten, wird uns bewusst, dass wir, die Menschen, die Natur nicht bezwingen können und unsere Existenz auch ein Akt des blinden Vertrauens ist.

Buch und Regie: Werner Meyer

Filmmusik & Stab

Musik:

Schätze der Welt II - Vor- und Abspann:
Oliver Kraft

Soundtrack Hawaii:
Matthew Jones


Buch und Regie: Werner Meyer
Kamera: Paul Ree ASC

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