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SENDETERMIN Mo, 19.11.2018 | 12:45 Uhr | 3sat

Afrika: Sudan Gebel Barkal

Der heilige Berg der schwarzen Pharaonen

Eine siebzig Meter hohe Kobra, eine Uräusschlange, die Urform des ägyptischen Reichsgottes Amun, glaubte Pharao Thutmosis III im Wüstensand zusehen, als er 1500 vor Christus in das Königreich der Nubier, den heutigen Sudan, einfiel.

Noch heute wird der Gebel Barkal, der heilige Berg, von dieser Felsnadel dominiert, welche die Phantasie der Menschen immer noch beschäftigt. Beinahe zwei Jahrtausende beeinflusste der Mythos um diesen Berg die Geschichte am Nil. Als die schwarzen Pharaonen um 750 vor Christus in Memphis einzogen und für mehrere Dynastien ganz Ägypten beherrschten, nahmen sie ihre Legitimation vom Gebel Barkal.

Der schwarze Pharao

Weltwunder: Überreste der Pyramiden am Nil

Reste des Amun-Tempels

Zahlreiche Bauten spiegeln die Verehrung für diesen Ort wider. Vom Sand zerfressene Säulenstümpfe lassen riesige Tempel erahnen. In Hieroglyphenschrift haben sich die Bauherren verewigt: Thutmosis, Piye, Tahaqua. Die Ruinen wurden 1916 freigelegt, vieles hat der Wüstenwind längst im Sand begraben. Während der Dreharbeiten zu diesem Film wurde ein zehn Meter langes Relief im Amuntempel wieder ausgegraben. Zum Vorschein kam eine kleine Sensation: Ägyptische Herrscher kriechen vor einem schwarzen Pharao.

Im Sudan gibt es heute noch 200 Pyramiden, doppelt so viele wie in Ägypten. Viele liegen in Sichtweite des Gebel Barkal. Im Tod wollten die Könige wieder mit Amun vereint sein.

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Afrika: Sudan

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'Ta-seti', 'die vom Bogenland', nennen die Ägypter die Nachbarn am oberen Nil, im heutigen Sudan. Ihre Karawanen liefern aus dem Innersten Afrikas Elfenbein, Sklaven und Gold.

'Ta-seti', 'die vom Bogenland', nennen die Ägypter die Nachbarn am oberen Nil, im heutigen Sudan. Ihre Karawanen liefern aus dem Innersten Afrikas Elfenbein, Sklaven und Gold.

Mit seinen Tempelanlagen entwickelt sich Gebel Barkal, der "heilige Berg" zu einem verehrungswürdigen religiösen Ort für die alten Ägypter. Als längst die Macht der Pharaonen in Nubien schwand, blieb der Kult um den Gott Amun in Nubien weiterbestehen.

Nubische Pyramiden: Pharao Tutmosis der Dritte eroberte den heutigen Sudan und unterwarf das Land am oberen Nil. 300 Jahre lang blieb es ägyptische Kolonie.

Ein König mit Namen 'Kaschta' eint um 750 v.Chr. die nubischen Stämme. Unterhalb des heiligen Berges zeugen noch heute Grundrisse von Tempeln und Palästen von seiner Bautätigkeit. Ganz in ägyptischer Tradition lässt er eine Allee aus Widdersphingen anlegen.

Eine siebzig Meter hohe Kobra, eine Uräusschlange, die Urform des ägyptischen Reichsgottes Amun, glaubte Pharao Thutmosis III im Wüstensand zusehen, als er 1500 vor Christus in das Königreich der Nubier, den heutigen Sudan, einfiel.

die kuhgesichtige Göttin Hathor hatte viele Eigenschaften. Sie war Muttergöttin, Totengöttin und Göttin der Liebe, des Friedens, der Schönheit, des Tanzes, der Kunst und der Musik und wurde in ganz Ägypten und Nubien verehrt.

Während der Dreharbeiten zu diesem Film wurde ein zehn Meter langes Relief im Amun-Tempel wieder ausgegraben. Zum Vorschein kam eine kleine Sensation: Ägyptische Herrscher kriechen vor einem schwarzen Pharao.

Als erster Schwarzer besteigt der Nubier Piye den Pharaonen-Thron im fernen Ägypten. Er ist es auch, der in Nubien Pyramiden erbauten lässt. Diese sind kleiner und steiler als die ägyptischen Vorbilder.

Anders als ihre Vorbilder, die ägyptischen Pyramiden, sind die nubischen Pyramiden wesentlich steiler und mit etwa 30 Metern Höhe auch kleiner.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal:Archäologische Stätte Gebel Barkal (Dschebel Barkal)
UNESCO-Ernennung: 2003
Lage
Berg und heilige Stätte, 400 km nördlich von Karthoum, Sudan
1450 v. Chr.
Tutmosis III erobert den Sudan und gründet die Stadt Napata
bis ca. 1150 v. Chr.
Die Ägypter bleiben 300 Jahre Herrscher in Nubien (Sudan)
720 - 660 v. Chr.
Die Könige des nubischen Reiches Kush erobern Ägypten und Herrschen bis zur 25. Dynastie
ca. 350 v. Chr.
Ende des Königreichs Kush

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