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SENDETERMIN So, 8.9.2019 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Afrika: Äthiopien Fasil Ghebbi

Zu Stein gewordenes Feldlager

Die Regenzeit, in den Monaten Juni bis September, zwang die äthiopischen Kaiser in der Vergangenheit dazu, Feldlager zu bauen. Den Rest des Jahres zogen sie, schwer bewaffnet, durch ihr Reich. Nur durch ihre stete Präsenz konnten sie ihre Herrschaft verteidigen.

Die Mauern sind aus Quadersteinen aufgeführt, und werden von dergleichen Türmen bestrichen, auf derer jedem ein steinernes Kreuz pranget.

Die Mauern sind aus Quadersteinen aufgeführt, und werden von dergleichen Türmen bestrichen, auf derer jedem ein steinernes Kreuz pranget.

1632 bestieg Kaiser Fasilidas den äthiopischen Thron. Die Sage erzählt, dass ihm am Tana-See ein Mann erschien, der ihm befahl ein Schloss zu bauen. Ganz in der Tradition seiner Vorgänger, von denen jeder an einem neuen Ort ein Lager errichtet hatte, gehorchte Fasilidas und ließ einen Palast mit vier Ecktürmen und einer großen Repräsentationshalle bauen.

Die Nachfolger Fasilidas, die Gondar-Kaiser, bauen die Stadt Fasil Ghebbi und den Palast weiter aus. Es ist eine Hochzeit der äthiopischen Geschichte, eine Zeit der politischen Geschlossenheit und eine Zeit des hoch entwickelten Handwerks.

Ordens-Geistliche machten zwei lange Reihen .

Ordens-Geistliche machten zwei lange Reihen ... ein jeglicher mit einem eisernen Kreuz in der Hand". Ob Karl Poncet das Masqualfest beschreibt, das hier gerade zu Füßen der Burg stattfindet, bleibt offen.

Der Film versucht, die Zuschauer in die Rolle eines zeitgenössischen Besuchers schlüpfen zu lassen, der, staunend hin- und hergerissen zwischen der Armut des Landes und der Bewunderung für die Prachtentfaltung eines Herrschers, nach Orientierung sucht. "In ganz Äthiopien gibt es kein Haus, das ihm gleichkommt, denn alles andere an diesem Ort sind nur Nester aus Gras."

Die Nachkommen derer, welche die Paläste von Fasil Ghebbi einst erschaffen haben, leben noch heute in gleicher Armut. Nur an ihren Festtagen, wenn sie an den Glanz vergangener Tage erinnern, sind sie ihren ehemaligen Königen nah.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Residenzstadt Fasil Ghebbi des äthiopischen Kaisers Fasilidas und seiner Nachfolger
UNESCO-Ernennung: 1979
1632-67
unter Kaiser Fasilidas zur Hauptstadt Äthiopiens erhoben
1682-1706
unter Kaiser Iyasu I. Bau einer nach ihm benannten Schloßburg
1716-21
unter Kaiser Dawit III. Bau des »Hauses der Lieder« Debbal Gemp
Mitte des 19. Jh.
Verlegung der kaiserlichen Residenz nach Debre Tabor
1881
Angriff von Madhisten-Rebellen
1941
Beschädigung der historischen Bauten durch britische Luftangriffe

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010