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SENDETERMIN So, 14.10.2018 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Afrika: Senegal Djoudj

Vogelparadies am Rande der Sahara

Pelikane, soweit das Auge reicht. In einer endlos erscheinenden Kette schweben sie dicht über der Wasseroberfläche dahin. Sie leben in der Wasserwildnis des Djoudj Vogelparks im Delta des Senegal, in einem 160 Quadratkilometer großem Vogelschutzgebiet, das zum Nationalpark und seit 1980 zu einem international bedeutendem Feuchtgebiet erklärt wurde.

Sumpfebene

Eine scheinbar endlose Sumpfebene. Schmale Flussarme wechseln sich...

Ihr Ziel ist eine kleine Insel inmitten der Wasserwildnis des Djoudj Vogelparks im Delta des Senegal. Über 5000 Paare treffen sich dort im Winter zur Brut und bilden eine der größten Vogelkolonien Afrikas, ein Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht. Immer wieder überqueren sie von Tamarisken gesäumte Flussarme, die mit bunten Teppichen aus Lotusblumen überzogen sind, ein blühendes Paradies in einem wüstenhaften Land, voller Tiere: Warzenschweine wühlen im Ufersaum nach schmackhafter Nahrung, an jeder Flussbiegung trifft man auf Störche und Reiher, die im flachen Wasser nach Beute Ausschau halten.

Stelzenläufer

An anderen Stellen ist der Boden nur einige Zentimeter überflutet und oft nur für wenige Wochen im Jahr...

Die kleinen Flußarme münden in große Lagunen, an denen sich Millionen Wintergäste versammelt haben. Für die Sing- und Wasservögel aus Europa und den Weiten Sibiriens ist der Djoudj Park überlebenswichtig, denn er bietet eine der wenigen Möglichkeiten nach Überquerung der Sahara endlich wieder Wasser und Nahrung aufzunehmen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Djoudj Park erst unter Schutz gestellt und dann von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.

Das Erbe zu bewahren war nicht einfach, denn Afrika verändert sich schnell. Sperrwerke und Deiche am Senegalfluss hatten das Schutzgebiet von den herbstlichen Überflutungen fast abgeschnitten. Doch mit neu errichteten Schleusen gelang es, die Überschwemmungen wieder herzustellen. Die einzigartige Wasserwildnis des Djoudj Vogelparks scheint heute gesichert.

Daten & Fakten

Naturdenkmal: 160 qkm großes Vogelschutzgebiet, seit 1971 Nationalpark und seit 1980 international bedeutendes Feuchtgebiet im Sinne der Ramsar- Konvention
UNESCO-Ernennung:1981
Flora und Fauna:
17 Pflanzengemeinschaften mit Wasserfarnen, Seerosen, Rohrkolben, Tamarisken und Akazien; Durchzugs- und Rastgebiet für 3 Mio. Zugvögel wie Spieß-, Löffel- und Knäkenten sowie Uferschnepfen; Lebensraum für 1,5 Mio. Wasser- und Watvögel; Brutkolonie von 5000 Rosa Pelikanen und 4500 Witwenpfeifgänsen, Kampfläufer als Wintergäste, zudem Löffler, Flamingo, Mangroven- und Rallenreiher, Bruchwasserläufer sowie Kronenkranich

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