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SENDETERMIN So, 21.1.2018 | 19:40 Uhr | 3sat

Asien: China Die Tulou-Rundhäuser in Fujian

In den Herzen der Hakka-Kultur

Würden sie unachtsam mit dem Feuer spielen, würde der Großteil der Dorfbevölkerung im Inneren ihres Hauses grausam verbrennen. Es gibt nur ein einziges Tor nach draußen - für bis zu achthundert Menschen.

Eine gefährliche Falle und gleichzeitig eine schützende Trutzburg gegen Feinde von außen - die Tulou. Die Lehmrundbauten des Volkes der Hakka in Südost China bieten Lebensraum für mehrere Hundert Menschen. Kreisrund, bis zu fünf Stockwerke hoch, mit einem Durchmesser von über 100 Metern, kreist die Gruppen - Wohnanlage um einen runden Innenhof. Ein einziges Haus - ein ganzes Dorf.

Außenansicht eines Tulou-Rundhauses

Häuser als Festung - die Rundhäuser der Hakka.

Ein Haus als Festung

Keine Fenster nach außen, meterdicke Lehmarchitektur verschließt die Dorfgemeinschaft gegen Angriffe potentieller Feinde. Die einzige Tür in das Innere des Gebäudes kann hermetisch verschlossen werden. Mehrere Monate können die Bewohner so mit Vorräten und eigenem Brunnen feindliche Belagerungen überstehen.

Tulou sind die Häuser der Hakka, eines chinesischen Volksstammes, der ursprünglich aus dem Norden kam. Gewaltsam vertrieben hat sich das Volk ab dem 12. Jahrhundert in der südchinesischen Provinz Fujian niedergelassen und im 17. und 18. Jahrhundert seine kulturelle Blüte entwickelt.

Es gibt keine vergleichbare Architektur auf der Erde. Ob als monumentale Einzelbauten oder in komponierten Ensembles prägen die defensiven Rundhäuser nach außen selbstbewusst majestätisch die Landschaft Südchinas. Die Lehmrundbauten Fujians funktionieren als Herzen der Hakka Kultur.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Lehmrundbauten der Hakka in der chinesischen Provinz Fujian.
UNESCO-Ernennung: 2008
Bauweise
Die Rundbauten, bestehend aus zwei oder mehr konzentrischen Kreisen, sind aus einer Mischung aus Erde, Kalk, gekochtem Klebreis und braunem Zucker mit Holz- und Bambusstreifen erbaut. Diese Bauweise ist sehr widerstandsfähig, sowohl gegen die Einflüsse von Wetter und Erdbeben, als auch gegen Feinde.
frühes 4. Jahrhundert n.Chr.
Migration der Hakka von ihrem vermuteten Ursprungsland am Gelben Fluss nach Süden.
spätes 9. Jahrhundert n.Chr.
zweite Migrationswelle nach Süden, vermutlich aufgrund von Dürre und Krieg
13. Jahrhundert
Der Fall der südlichen Song-Dynastie führt zu einer erneuten Migration der Hakka in die Provinzen Fujian, Guangdong, Jiangxi und Guangxi, wo sie noch heute leben.

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