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SENDETERMIN Mi, 24.5.2017 | 7:35 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Schweden Die Radiostation Grimeton

Stimmen des Stroms

Die Radiostation in Grimeton bei Varberg an der schwedischen Südwestküste war einmal ein Meilenstein auf dem Weg zur weltumspannenden Kommunikation. Zusammen mit zwanzig weiteren Anlagen dieser Art bildete sie ab 1925 ein globales Funknetzwerk.

Weltwunder: Funktelegraphenmast

Funktelegraphenmast

Heute ist Grimeton der einzige, noch erhaltene und funktionierende Längstwellensender, dessen gesamtes Ambiente aus den 1920er Jahren komplett vorhanden ist. Weshalb die Station 2004 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen wurde.

Verbindung mit den Daheimgebliebenen

Dass damals vor 80 Jahren König Gustaf V. persönlich das Gebäude einweihte, unterstreicht die Bedeutung dieser neuen Kommunikationsmöglichkeit für Schweden. Den Anstoß zum Bau der Funkstation gab neben den Erfahrungen mit leicht zerstörbaren Land- und Seekabeln im Ersten Weltkrieg eine Emigrationswelle gigantischen Ausmaßes.

Abertausende von Schweden suchten Ende des 19. Jahrhunderts ihr Glück im Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten. Da es oft ein Abschied für immer werden sollte, bekam die Verbindung mit den Daheimgebliebenen per drahtloser Telegraphie für viele existentielle Bedeutung.

Sternstunde der Nachrichtentechnik

Die Entdeckung der elektromagnetischen Wellen und ihrer drahtlosen Ausbreitung im Raum läutete eine Sternstunde der Nachrichtentechnik ein, die einer Revolution gleich kam.

Zahlreiche Funkpioniere haben sie vorbereitet, dem italienischen Physiker und Nobel-Preisträger Guglielmo Marconi gelang dann 1895 die erste drahtlose Funkverbindung über den Atlantik.

Der schwedische Elektroingenieur Ernst F.W. Alexanderson konstruierte schließlich eine Maschine, die den Langwellen jenen Schwung verlieh, der sie zum lichtschnellen Lauf um den Erdball beflügelte. Die nach ihm benannte Maschine heißt Alexanderson-Sender und thront bis heute als technisches Denkmal mitten in der Radiostation Grimeton.

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Ernst Alexanderson entwickelte die nach ihm benannte Senderantenne für die Verbreitung der Längstwellen. Die am Sendermasten befindlichen Spulen führen Strom in den Erdboden. Turm, Drähte und Spulen bilden einen Resonanzkreis für die Sendefrequenz.

Ernst Alexanderson entwickelte die nach ihm benannte Senderantenne für die Verbreitung der Längstwellen. Die am Sendermasten befindlichen Spulen führen Strom in den Erdboden. Turm, Drähte und Spulen bilden einen Resonanzkreis für die Sendefrequenz.

Als die Radiostation 1924 eingeweiht wurde, war sie ein Meilenstein der weltumspannenden Kommunikation. Zusammen mit zwanzig weiteren Anlagen dieser Art bildete sie ab 1925 ein globales Funknetzwerk.

Funktelegraphenmast zur Übermittlung von Längstwellen: SAQ ist das Rufzeichen des Längstwellensenders Grimeton.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Radiostation Grimeton (Langwellen Sende- und Empfangsstation)
UNESCO-Ernennung: 2004
1895
Der italienische Physiker Guglielmo Marconi entwickelt die drahtlose Telegraphie
1904/05
Ernst Frederik Werner Alexanderson entwickelt zusammen mit dem Funktechniker Reginald Aubrey Fessender den Wechselstromgenerator (Alternator)
1920
Das schwedische Parlament bewilligt den Bau der Radiostation Grimeton bei Varberg
1922-24
Bau der Radiostation Grimeton, bestehend aus dem Radiogebäude und einem Antennensystem aus 6 Masten, die jeweils 127 Meter hoch sind.
01.12.1924
Inbetriebnahme der Radiostation
02.07.1925
Offizielle Einweihung der Station durch König Gustav V.

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010


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