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SENDETERMIN So, 25.11.2018 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Südamerika: Argentinien Die Jesuitenstationen in und um Cordóba

Bauwerke der Mission

Córdoba, die zweitgrößte Stadt Argentiniens, wurde 1573 gegründet. 1599 begannen die Jesuiten mit dem Bau eines Gebäudekomplexes der zum Zentrum ihrer Missionsarbeit in Lateinamerika werden sollte. Religiöser Kern des Komplexes ist die Iglesia Compania de Jesus, Córdobas älteste Kirche.

Im Jesuitenorden kamen zu den Gelübden der Armut und Keuschheit das sogenannte "Papstgelübde". Demnach muss sich jeder Einzelne wie auch der ganze Orden vom Papst überall hin senden lassen. Auf diese Weise entstand eine ausgedehnte Missionstätigkeit.

Die Blütezeit Córdobas begann 1613 mit der Gründung der Universität. Im Volksmund wird Córdoba auch als La Docta, "die Gelehrte", bezeichnet, ebenfalls als ciudad de las campanas, "Stadt der Glocken" wegen der vielen Kirchen.

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Südamerika: Argentinien

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Jesuitenstation Cordoba

Jesuitenstation Cordoba

Blick in die Iglesia Compania de Jesus, der ältesten Kirche Córdobas

Jesuitenstation Cordoba: Die Estancia Santa Catalina

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war Córdoba die wichtigste Stadt Argentiniens, sie prosperierte vor allem wegen der günstigen Bedingungen für die Landwirtschaft in der Umgebung sowie ihrer Lage an der wichtigen Handelsroute zwischen Buenos Aires und der Silberstadt Potosi im heutigen Bolivien.

Zur Versorgung der Stadt gründeten die Jesuiten im Umland zahlreiche Siedlungen wie die Estancias Jesus Maria, Caroya, Santa Catalina oder Alta Gracia. In diesen Siedlungen gewährte man den missionierten Indios eine begrenzte Selbstverwaltung und wirtschaftliche Autarkie. Zwischen Kollektivwirtschaft und Privatbesitz wurde ein effizientes wirtschaftliches System etabliert.

Nach der Gründung des Vizekönigreiches de la Plata 1776 verlor Córdoba seine bedeutende Rolle. 1782 wird sie Hauptstadt des Teilgebietes Intendencia Córdoba del Tucumán.

Daten und Fakten

Kulturdenkmal: Jesuitensiedlung Córdoba
UNESCO-Ernennung: 30.11.2000
1573
Córdoba wird von Jerónimo Luis de Cabrera gegründet und nach der Stadt Córdoba in Spanien benannt.
1599
Die Jesuiten siedeln sich auf einem von der Stadt genehmigten Gebiet an, auf dem sich bereits seit 1559 eine Einsiedelei befand.
1606
Beginn der Bauarbeiten der neuen Gebäude der Jesuiten, die heute Teil des Weltkulturerbes sind:
1610
Gründung des Kollegs Colégio Máximo durch den Jesuitenorden.
1613
Gründung der ersten Universität Argentiniens, damit auch zweitälteste Universität Südamerikas. Beginn des Aufstieges von Córdoba als Zentrum der Region
zwischen 1616 und 1725
Bau der Landsitze (Estancias) der Jesuiten in der Provinz Córdoba.
1699
Ernennung zum Bischofssitz.
1706
Weihung der Kathedrale.
1767
Vertreibung der Jesuiten aus den spanischen Gebieten Südamerikas auf Befehl des spanischen Königs.

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