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SENDETERMIN Mo, 8.6.2015 | 7:35 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Montenegro Die Bucht von Kotor

Fjord der Adria

Atemberaubend ist der Blick über das flache Wasser der Adria auf die Schwarzen Berge. Schroffe Felswände umschließen die Bucht von Kotor.

Die Bucht von Kotor

Die Bucht von Kotor

Wie ein skandinavischer Fjord schneidet sie sich in die dalmatinische Küste von Montenegro. Wie viele geschützte Meeresbuchten war auch hier ein Schlupfwinkel für Seeräuber und Piraten, aber auch ein Handelsumschlagplatz und Marinestützpunkt. Die bewegte Geschichte von über zweitausend Jahren hat die beiden Städte Perast und Kotor geprägt. Erst gehörte die Region zum Illyrieschen, dann zum römischen, später zum byzantinischen Reich. Dreihundert Jahre herrschten die Venezianer bis Ende des 18. Jahrhunderts, dann kamen die Österreicher, danach die Russen und die Truppen von Napoleon. Die Region war stets Grenze und Bindeglied zwischen Okzident und Orient, auch zwischen Katholiken und Orthodoxen, zwischen dem Christentum und dem Islam.

Blick auf Perast

Blick auf Perast

Die noble Architektur und der Reichtum übertrafen zur venezianischen Zeit alle Küstenorte der Region. Paläste, Kathedralen und Kirchen, die Zeugen von über zweitausend Jahren Kulturgeschichte wurden durch das verheerende Erdbeben im April 1979 größtenteils zerstört. Die UNESCO setzte im gleichen Jahr die beiden Städte Perast und Kotor auf ihre so genannte "Rote Liste" der gefährdeten Natur- und Kulturgüter, um internationale Maßnahmen zur Rettung dieser Welterbestätte einzuleiten. Zwar wurden viele Gebäude wieder aufgebaut und stehen heute neben Ruinen, für deren Restauration die Mittel fehlen. Dennoch ist die Bucht mit ihrer faszinierenden Landschaft und mit den Stätten vergangenen Reichtums als UNESCO Weltnatur- und Weltkulturerbe wieder Tagesziel von Kreuzfahrten in der Adria.

Daten und Fakten

Kulturdenkmal: Bucht von Kotor und historische Stadt
UNESCO-Ernennung: 1979
168 v. Chr.
Teil des Römischen Reiches
11. Jhd.
erste urkundliche Erwähnung
1195
St. Lukas Kirche
13./14. Jhd.
Kotor als Haupthafen des serbischen Königreiches
1381
Sperrung der inneren Bucht bei Verige durch eine Kette
1483 - 1687
Teil des Osmanischen Reiches
1628
Kirche "Unsere Liebe Frau auf dem Fels" auf Gospa od Škrpjela
1787 - 1805 und 1814 - 1918
Teil der österreichischen Donaumonarchie
15.04.1979
Zerstörung der Stadt Kotor durch Erdbeben mit nachfolgendem Wiederaufbau

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© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010

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