Bitte warten...

SENDETERMIN Mo, 6.2.2017 | 12:45 Uhr | 3sat

Europa: Deutschland Die Berliner Moderne

Neues Bauen

Wer verstehen will, warum sechs Wohnsiedlungen in Berlin - die älteste entstanden am Ende des Kaiserreichs, die jüngsten am Ende der Weimarer Republik - die Weihe des Weltkulturerbes erlangt haben, darf nicht nur auf die Fassaden schauen.

Wohnstadt Carl Legien im Bezirk Prenzlauer Berg

Wohnstadt Carl Legien im Bezirk Prenzlauer Berg

Es geht hier weniger um die Anerkennung kühner Bauästhetik, als um die Würdigung einer Idee, der Idee des genossenschaftlichen Wohnungsbaus. Nicht Geld zu machen mit Mieteinnahmen, sondern Wohnraum, Lebensraum für die vielen zu schaffen, die sich in den Hinterhöfen drängten, das war der Gedanke. Der sozialdemokratische Gedanke schlechthin. Die älteste der Siedlungen, Bruno Tauts Gartenstadt, ist nicht zufällig aus bunten Häusern erbaut: Licht, Luft, Pflanzen, Farbe - Bedingungen des Glücks.

Durchgrünter städtischer Raum

Wohnhaus im Wohngebiet Falkenberg

Wohnhaus im Wohngebiet Falkenberg

In den Jahren der Weimarer Republik wurden die Siedlungen größer, städtischer, auch monumentaler. Aber immer hielten sie sich an den Gedanken eines durchgrünten städtischen Raums.

Gleichzeitig bestimmten konsequente Funktionalität, Reihung, Sachlichkeit die Architektur des Neuen Bauens. So entstanden, vor allem in der "Weißen Stadt" in Berlin Reinickendorf, Gebäudekomplexe von großer Überzeugungskraft und zeitloser Modernität.

Gleichzeitig jedoch, spätestens in der "Ring-Siedlung" Siemensstadt, einer modernen "Stadtlandschaft", kündigt sich die Entwicklung der Nachkriegsjahre an: An ihrem Ende wird die Trabantenstadt stehen, der soziale Brennpunkt.

Bildergalerie

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Baudenkmäler der Berliner Moderne
UNESCO-Ernennung: 2008
1913 bis 1934
Sozialer Wohnungsbau in Berlin, Bau der Gartenstädte
1913-1916
Gartenstadt Falkenberg
1924-1930
Siedlung Schillerpark
1925-1930
Großsiedlung Britz
1928-1930
Wohnstadt Carl Legien
1929-1931
Weiße Stadt
1929-1934
Großsiedlung Siemensstadt

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010