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SENDETERMIN Fr, 6.11.2015 | 7:35 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Litauen Die Altstadt von Vilnius

Rom des Ostens

Betrachtet man die wechselhafte Geschichte Litauens und seiner Hauptstadt, so erfährt man am Beginn vom langen und hartnäckigen Widerstand gegen die Christianisierung. Er ging einher mit dem Widerstand gegen eine Obrigkeit, die durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder von fremden Mächten bestimmt war.

Fresko

Von der Sakristei der Annenkirche gelangt man in das benachbarte Bernhardiner Kloster...

Der lange Weg des Großfürstentums Litauens in die Eigenstaatlichkeit ist abgeschlossen, der Anteil der heidnischen Hartnäckigkeit dieses kleinen Volkes daran bleibt Diskussion.

Vilnius überrascht den Besucher mit einer Vielzahl prächtiger barocker Kirchen und Gebäude. Es hat den Anschein, als ob man den Heiden den Glauben demonstrativ in Stein 'aufdrücken' wollte. So beginnt die Zeit intensivster Bautätigkeit nach der Reformation. Unter dem Ansturm der Jesuiten, die diesen östlichen Vorposten katholischen Glaubens nicht verlieren wollen, bekommt Vilnius sein Gesicht. Klöster und Kirchen bestimmen das Stadtbild, heute teilweise prächtig restauriert. Doch die Jesuiten bauen nicht nur Kirchen, sie gründen 1579 auch die Universität von Vilnius. Das Universitätsviertel mit seinen italienisch inspirierten Innenhöfen, der imposanten St. Johanneskirche mit ihrem Glockenturm und den prachtvoll gestalteten Innnenräumen des Oberservatoriums und der Bibliothek stellt ein einmaliges architektonisches Ensemble dar.

Innenhof Universität

Gegründet im Jahr 1579 ist die Universität von Vilnius eine der ältesten Osteuropas...

Der Film erzählt den Weg der Litauer in die politische Unabhängigkeit vor dem Hintergrund der Geschichte von Vilnius. Die Architektur der Stadt, von der UNESCO im Jahr 1994 in die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen, reicht von der frühen Gotik, über die Renaissance, den Barock, bis zum Klassizismus und stellt ein in Osteuropa einmaliges Stadtbild dar.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Altstadt mit Burgberg und Kathedralenplatz; zahlreiche Baudenkmäler
UNESCO-Ernennung: 1994
1323
erste urkundliche Erwähnung in einem Brief Gediminas'
1386-1572
Herrschaft der Jagiellonen-Dynastie
1522
Vollendung der 3 km langen Stadtmauer
1569
infolge der Union von Lublin Bedeutungsverlust der Stadt zugunsten von Krakau und Warschau
1594-1625
Bau der Michaelkirche
1604-18
Bau der Kasimirkirche für den Jesuitenorden
1720-97
unter dem größten talmudischen Denker seiner Zeit, Elijah Ben Salomon Zalman, Vilne als Zentrum des Judentums
1783-1801
Bau der heutigen Kathedrale
16.2.1918
Unabhängigkeitserklärung Litauens
1920-39
Annexion durch Polen und wirtschaftliche Diskriminierung der Juden
1924
Besuch des deutschen Schriftstellers Alfred Döblin und Veröffentlichung des Werkes »Reise in Polen«
1941-44
deutsche Besetzung, Mord an 200000 litauischen Juden
1949
Abriss der ältesten Synagoge Wilnas
1993
Messe von Papst Johannes Paul II. in der Kapelle im Ausùros-Tor

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