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SENDETERMIN So, 24.5.2020 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Asien: Indien Der Victoria Terminus in Mumbai

Transit für Millionen

Nach zehn Jahren Bauzeit wurde er 1888 eingeweiht. Ankommende Schiffe sahen schon von weitem seine Kuppel. Er symbolisierte den Machtanspruch der Briten in Indien und er war ein Brückenpfeiler für die Erschließung des Subkontinents: Victoria Terminus, ein Bahnhof im Zentrum Bombays, dem heutigen Mumbai.

Haupteingang

Haupteingang des Bahnhofes

Victoria Terminus Monumental in seinen Ausmaßen, reich verziert und im Detail verspielt, verband das Gebäude den neugotischen Stil der viktorianischen Zeit mit Elementen indischer Baukunst. Vor allem aber war die Architektur funktional, ausgerichtet auf die Erfordernisse eines Großstadtbahnhofs.

Drei Millionen täglich

Über 1100 Züge fahren hier ein und aus, jeden Tag. Es gibt Bahnhöfe, die größer sind, aber keiner ist so betriebsam wie der Victoria Terminus: drei Millionen Passagiere werden tagtäglich hier abgefertigt.

Der Film beobachtet einen normalen Tag, 24 Stunden, im Victoria Terminus, einem Bahnhof, der niemals schläft.

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Asien: Indien

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Die neo-gotischen Bauten sollten die Macht des Empires repräsentieren. Der VT diente aber in erster Linie der militärischen und zivilen Verwaltung Indiens.

Die neo-gotischen Bauten sollten die Macht des Empires repräsentieren. Der VT diente aber in erster Linie der militärischen und zivilen Verwaltung Indiens.

Eine Landmarke im Stadtbild Mumbais - der Hauptbahnhof, im Volksmund VT genannt.

Seit einigen Jahren heißt er offiziell nach einem Hindu-König: Chhatrapati Shivaji Station. Für die Menschen in Mumbai ist er Victoria Terminus geblieben.

Der Victoria Terminus hat einen ganz eigenen neo-gotischen Stil, durchsetzt mit indischen Architekturelementen und dem tropischen Klima Indiens angepasst.

1100 Züge fahren ein und aus, jeden Tag. Es gibt Bahnhöfe, die größer sind, aber keiner ist so betriebsam wie der Victoria Terminus: drei Millionen Passagiere werden tagtäglich hier abgefertigt.

Eklektisch und verspielt: die Fassaden des Haupteinganges mit den neogotischen Balustraden.

St. Pancras Station in London war Vorbild für den Victoria Terminus: Monumental in seinen Ausmaßen, reich verziert und im Detail verspielt, verband das Gebäude den neugotischen Stil der viktorianischen Zeit mit Elementen indischer Baukunst.

Die symmetrische Gebäudeanlage brechen, scheinbar willkürlich, vorspringende Erker, Stützpfeiler ohne statische Funktion, in Stein gehauene Fabelwesen auf.

Indische Handwerkskunst vermischt sich mit neogotischer Kunst - die Bauwerke Mumbais spiegeln die Kolonialzeit Indiens wider.

Am frühen Morgen ist die Bahnhofshalle noch nicht übervölkert. Doch wenn die Rushhour beginnt strömen die Menschen aus 62 Vorstadtbahnhöfen zum Victoria Terminus.

Bombay, oder Mumbai, wie die Stadt inzwischen heißt, ist mit über 15 Millionen Einwohnern ein Moloch. Die Straßen sind ständig verstopft. Auch wenn sie langsam fahren und ständig halten, sind die Züge das schnellste Verkehrsmittel der Stadt- und dementsprechend voll.

Bombay (Mumbai) war Ausgangspunkt für die erste Eisenbahn Indiens. Mitte des 19. Jahrhunderts blühte die Baumwollwirtschaft. Der Bahnhof im neogotischen Stil symbolisierte die Wirtschaftskraft der britischen Kolonie Indien.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: großer neogotischer Bahnhof, vormals Victoria Terminus genannt
UNESCO-Ernennung: 2004
1878
Baubeginn des Bahnhofes im neogotischen Stil mit indischen Stilelementen
1888
Fertigstellung
bis heute
größter Bahnhof der Welt mit ca. 3,5 Millionen Besuchern täglich.

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010