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SENDETERMIN Di, 11.7.2017 | 7:35 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Deutschland Der Rammelsberg und Goslar

Dank Erz Kaiserresidenz

Ohne den Rammelsberg und sein Erz, ohne den Bergbau wäre die Stadt Goslar am Nordrand des Harzes wohl nie zu einem Hauptsitz der deutschen Kaiser und zu einer wichtigen Handels- und Hansestadt geworden.


Mit über 27 Millionen Tonnen Erz war der Rammelsberg die weltweit größte zusammenhängende Metallerzlagerstätte. Über 1000 Jahre wurde am Rammelsberg Erz abgebaut. Seit 1988 ist das einstige Bergwerk ein Museum, in dem die Besucher auf einzigartige Weise die Geschichte und die Entwicklung des Bergbaus durch die Jahrhunderte hin erleben und verfolgen können.

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Der Rammelsberg - Ein Berg aus Erz und seine Stadt

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Goslars Geschichte ist eng und untrennbar mit der Geschichte des Rammelsbergs verbunden. Das Erz des Bergwerks machte Goslar im Mittelalter zu einer reichen und bedeutenden Stadt. Dies zeigt sich in dem gotischen Rathaus, das über die Jahrhunderte erweitert wurde.

Goslars Geschichte ist eng und untrennbar mit der Geschichte des Rammelsbergs verbunden. Das Erz des Bergwerks machte Goslar im Mittelalter zu einer reichen und bedeutenden Stadt. Dies zeigt sich in dem gotischen Rathaus, das über die Jahrhunderte erweitert wurde.

Wahrzeichen der Stadt Goslar: Der goldene Adler.

Der Dom von Goslar existiert nicht mehr, die sakralen Kunstgegenstände befinden sich heute in Museen.

Direkt neben der Kaiserpfalz stand 800 Jahre lang ein Dom. Von dieser Stiftskirche ist nur die Vorhalle erhalten geblieben.

Vom Wohlstand und von der Kunstfertigkeit der freien Reichsstadt Goslar zeugen die im Museum aufbewahrten Kultgegenstände.

Geschürft und gegraben wurde am Rammelsberg seit dem 3. Jahrhundert. Um 968 begann der gezielte Abbau der Erzvorkommen.

Über 1000 Jahre wurde am Rammelsberg und im Rammelsberg Erz abgebaut. Kein anderes Metallerzbergwerk der Welt war so lange in Betrieb. Seit 1988 ist das einstige Bergwerk ein Museum.

Kaiser Wilhelm I. lässt im 19. Jahrhundert das, was von der Kaiserpfalz noch übrig ist, aufwendig renovieren. Der romanische Saalbau aus der Mitte des 11. Jahrhunderts, in dem mehr als 100 Reichstage stattgefunden hatten, wird mit monumentalen Gemälden versehen zu einem Bilderbuch der deutschen Geschichte von den sagenhaften Anfängen bis zu Wilhelms Kaiserkrönung.

Die Wandgemälde des Kaisersaales erzählen deutsche Legenden: Das Wandgemälde (um 1880) von Hermann Wislicenus erzählt von der Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen. Die Zerstörung des Heiligtums "Irminsäule" symbolisiert den Sieg des Christentums über die nordischen Götter.

Direkt neben der Kaiserpfalz stand 800 Jahre lang ein Dom. Da die Stadt für die Restaurierung kein Geld hatte, wurde das baufällige Gebäude 1819 bis auf die Vorhalle abgerissen.

Seit 1992 gehört das Besucherbergwerk Rammelsberg zum Weltkulturerbe. Als 1988 der Bergbau eingestellt wurde, wehrten sich Bürger gegen den Abriss der Anlagen.

2000 Jahre lang wurde aus dem Rammelsberg Erze geholt. Im Laufe dieser langen Zeit wurden ca. 30 Millionen Tonnen Erze gefördert.

Die Stadt Goslar war im Mittelalter Gründungsmitglied der Hanse und kaiserliche Freie Reichsstadt.

Goslars Geschichte ist eng und untrennbar mit der Geschichte des Rammelsbergs verbunden. Der Silberreichtum zog die salischen Kaiser nach Goslar. Damals ja noch ohne festen Wohnsitz, bauen sie sich in Goslar eine Pfalz. So wird Goslar für zwei Jahrhunderte zur heimlichen Hauptstadt ihres Reiches. Das Erz des Bergwerks und der Handel mit den Schätzen des Berges machte Goslar im Mittelalter zu einer reichen und bedeutenden Stadt. Der Verlust der Bergbaurechte entzog der Stadt im 16. Jahrhundert die wirtschaftliche Grundlage.

Die öffentliche Armut als Folge dieses Verlustes trug aber dazu bei, das mittelalterliche Gepräge der Altstadt von Goslar über die Jahrhunderte hin unverfälscht zu erhalten. Die reich verzierten Bürgerhäuser künden so noch heute von der einstigen Blüte der Stadt am Fuße des Rammelsberges.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Residenz der Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reiches
UNESCO-Ernennung: 1992
3. JH.
Beginn des Erzabbaus
968
urkundliche Erwähnung des Rammelsberges
1009
erste Reichsversammlung
1039-56
unter Heinrich III. Neubau der Kaiserpfalz
um 1150
Anlage des Rathstiefstenstollens, heute einer der ältesten Stollen des deutschen Bergbaus
1340
Goslar freie Reichsstadt
1450
Bau des Rathauses mit dem "Huldigungssaal"
1552
Rammelsberger Bergwerk und Teile des Harzes fallen an die Braunschweiger Herzöge
1692-94
Bau des Siemenshauses, des Stammhauses der Industriellenfamilie Siemens
1868-79
Restaurierung der Kaiserpfalz
1937
Abteufung des Rammelsbergschachts
1988
Stillegung des Bergwerkes Rammelsberg

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