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SENDETERMIN So, 4.8.2019 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Österreich/Ungarn Der Neusiedler See

Nirgendwo ist mehr Himmel

Vom Ufer aus sieht man ihn meist überhaupt nicht. Den Fertö-tó, wie er in Ungarn genannt wird. Ein Drittel der Fläche des Neusiedlersees ist Schilf - bis zu drei Meter hoch und meist mehrere Kilometer breit.

Impressionen

Geologisch verläuft hier, im Regenschatten der Alpen, die Grenze nach Osteuropa.

Der Neusiedlersee ist der drittgrößte See in Mitteleuropa. Geologisch verläuft hier die Grenze nach Osteuropa.

Das Seebecken misst 320 Quadratkilometer, der See selbst nimmt aber nur etwa 230 Quadratkilometer ein. Nur anderthalb Meter ist der Steppensee im Durchschnitt tief. Der Wasserstand wird vor allem durch Regen und Schnee bestimmt.

Albinoesel

Der Albinoesel war schon fast ausgestorben. Im Naturschutzpark Neusiedler See wird er wieder gezüchtet...

So eigentümlich der See selbst, so einmalig ist auch sein Umland. Zu den Besonderheiten gehören die Lacken im Seewinkel, kleine Weiher und Tümpel, die nicht mit dem eigentlichen See verbunden sind. Ein Paradies für Tiere, das seit 1992 als Naturpark in großen Teilen sich selbst überlassen bleibt.

In Pannonien, wie die Gegend auch genannt wird, haben viele Völker ihre Spuren hinterlassen. Kelten und Markomannen, Vandalen, Slawen und Awaren. Die Römer gründeten auch Sopron, das frühere Ödenburg. Die Stadt ist Zentrum und natürliche Hauptstadt der Region.

Pannonien ist ein Steppenland mit äußerst heißen Sommern und bitterkalten Wintern. Nirgendwo ist mehr Himmel als hier im Regenschatten der Alpen und am Beginn der Ungarischen Tiefebene.

Seit dem 16. Jahrhundert prägt die Familie Esterházy die Geschichte des Neusiedlersees. Fürst Nikolaus von Esterházy holte Joseph Haydn als Kapellmeister nach Eisenstadt. Die unbedingte Loyalität gegenüber dem Hause Habsburg, sowie Geschick vor dem Traualtar und auf dem Schlachtfeld brachten den Esterhazys eines der größten Vermögen Europas ein.

Schloss Esterhaza

Als Nikolaus I., sein Zweit - Schloss Esterháza, das "ungarische Versailles"...

1956, während des ungarischen Volksaufstands, stand die Gegend um den Neusiedlersee für kurze Zeit im Focus der Weltgeschichte. Viele tausend Menschen flohen über den Einser Kanal nach Österreich.

Ähnliche, weniger dramatische, Ereignisse wiederholten sich dann im Spätsommer 1989. Dieses Mal waren es Urlauber aus der DDR, die hier die Grenze nutzten, um ihr Glück im Westen zu suchen.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Kulturlandschaft Neusiedlersee (Fertö-tö)
UNESCO-Ernennung: 2001
seit 8000 Jahren
Siedlungsraum für Menschen
vor ca. 2000 Jahren
Weinanbau durch Kelten und Römer
um die 1. Jahrtausendwende
Ansiedlung der Petschenegen oder Bissener, die von der Wolga über Ungarn ins Land kamen
16. und 17. Jh.
Türkenkriege
16. Jh.
der Weinanbau am Neudsiedlersee erreicht seinen 1. Höhepunkt
Flora und Fauna
flacher Steppensee mit breitem Schilfgürtel; Weinanbau; Lebensraum für über 300 Vogelarten; insbesondere Lebensraum für Zugvögel; die hier überwintern;

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