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SENDETERMIN So, 11.11.2018 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Frankreich Bordeaux

Es lebe die Bürgerschaft

"Bordeaux" klingt für die meisten Menschen der Welt wie ein guter, ausgereifter, tiefroter Wein. Die Stadt Bordeaux im Südwesten Frankreichs folgt erst danach. Die Erfolgsgeschichte der beiden ist indes aufs engste miteinander verbunden.

Straßenzug

Straßenzug

Bordeaux, traditionsreich und in der Kontinuität seiner Geschichte eine Stadt der einflussreichsten Weinhändler der Erde. Sie haben dem Hafen am Fluss der Garonne zu jenem Wohlstand verholfen, der bis heute den Namen "Bordeaux" zu einem Qualitätssiegel macht und zu einem Synonym für Kultur.

Geschickt und weltoffen

Seit dem 16. Jahrhundert, steht das Bürgertum der Stadt für Selbstbewusstsein, Freiheitswillen, Stolz und Unabhängigkeit. Ein Bürgertum, dass durch seine weit reichenden Handelsbeziehungen, dank des natürlichen Hafens am Ufer der Garonne, seine Lage nutzte, um mit England oder Portugal, mit Nordafrika oder Südamerika Jahrhunderte lang Wirtschaftsbeziehungen zu pflegen.

Geschickt und weltoffen und weitgehend unabhängig vom zentralistisch, royalistischen Paris, zeigte sich Bordeaux als Vorreiter eines wirtschaftlichen Globalismus.

Frühes Multi-Kulti

Schwarzafrikaner, Araber, Juden brachten andere kulturelle Werte in die Stadt. Der politische Philosoph, Charles de Montesquieu lehrte an der Universität die notwendigen Regeln der Gewaltenteilung in einem modernen Stadt. Erst Jahrhunderte später wurden sie zum Bestandteil der Verfassungen aller Demokratien der Erde.

Die Rechte und die Macht des Bürgertums fanden in Bordeaux frühe Wurzeln. Die Architektur der Stadt zeigt das Selbstbewusstsein, den Erfolg und die Kontinuität der Geschichte. Keine Stadt Mitteleuropas verfügt über eine annähernd homogene Architektur wie Bordeaux.

4.000 Häuser, gebaut aus Sandstein, mit Steinmetz- und Schmiedearbeiten, die auf ein gleiches Wertesystem in der Kultur verweisen, aber dennoch jedes Haus individuell kennzeichnen - keine Architektur aristokratischer Herrschaft, sondern Bürgerhäusern. Das größte denkmalgeschützte, urbane Ensemble der Unesco.

Bordeaux, der "Hafen des Mondes", wie die Stadt poetisch nach der sichelförmigen Biegung des Flusses Garonne genannt wird, hat die Sehnsucht der Menschen nach individueller Freiheit, Kultur und Wohlstand zu einer bis heute erfolgreichen Einheit gebracht.

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Torturm mit Glocke

Torturm mit Glocke

Promenade am Ufer

Torturm

Historisches Gebäude

Stadtansicht vom Ufer

Stadtansicht vom Ufer

Stadtansicht vom Ufer

Historisches Gebäude

Uferpromenade

Straßenzug

Straßenzug

Die Stadt von oben

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Historisches Zentrum von Bordeaux: Hafen des Mondes (Port de la Lune)
UNESCO-Ernennung: 2007
Bedeutung
Hauptstadt der Region Aquitanien und des Départements Gironde
3. Jhd.
ursprünglich keltische Siedlung. Wichtiger Hafen- und Umschlagplatz; Handelsmetropole während des Römischen Reiches
418
Bordeaux fällt den Westgoten zu
507
Eroberung durch die Franken
ab 1154 bis 1450
Bordeaux unter der Herrschaft der englischen Könige, Zeit bedeutenden Weinexports nach England
1451 u. 53
Rückeroberung durch Frankreich (Schlacht von Castillon)
18.Jhd.
Kolonialhandel
19.Jhd.
Rückgang des Kolonialhandels durch den Verlust der französischen Kolonien

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© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010

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