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SENDETERMIN So, 2.2.2020 | 19:40 Uhr | 3sat

Europa: Irland Bend of Boyne

Hügelgräber an der Biegung des Flusses

Newgrange ein Hügelgrab aus der Jungsteinzeit, 5.000 Jahre alt. Ein Bauwerk – ein Kunstwerk, in des Wortes wahrstem Sinne. Älter als die ägyptischen Pyramiden. Älter als das antike Babylon, die Mutter aller Städte.

In der Umgebung finden sich noch zwei Grabstätten die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurden. Knowth, das Hauptgrab ist umgeben von Satellitengräbern und Dowth. Die dritte Anlage zeigt sich so wie die Grabhügel im Mittelalter wahrgenommen wurden, als scheinbar natürlich gewachsener Teil der Landschaft. Die Gräber gehören zu den wichtigsten archäologischen Landmarken dieser Erde..

Alle drei liegen nördlich von Dublin in einer Biegung des Flusses Boyne. „Bend of Boyne“ wird das Ensemble denn auch genannt. Seit der Steinzeit leben hier Menschen. Der Boyne war die wichtigste Strasse dieser Gegend, Transportweg genauso wie  Nahrungs- und Trinkwasserspeicher. Damals wurden die Menschen sesshaft. Die arbeitsteilige Gesellschaft entstand.

Viele der Steine um die Grabanlagen sind mit Motiven verziert:

Viele der Steine um die Grabanlagen sind mit Motiven verziert:

Viele der Grabanlagen sind mit einer Vielzahl von Motiven verziert: Über sie gibt es ebenso  wenig gesicherte Wahrheiten wie über die Gräber selbst.

Newgrange wurde zufällig entdeckt. Erst in den 1960er Jahren erkannte man seine Bedeutung und die astronomische Ausrichtung. Das Grab wurde nach dem Bild restauriert, das sich die Archäologen von der Steinzeit machten. Ob es vor 5.000 Jahren wirklich so ausgesehen hat bleibt ungewiss. Auch ob die funkelnden Quarzsteine damals wirklich die Fassade zierten. Rund um die Wintersonnenwende am 21. Dezember, dringt für wenige Minuten Licht in das ewige Dunkel des Grabes von Newgrange, das als einziges für Besucher zugänglich ist.

Wer wurde in diesen Gräbern bestattet? Wie lange wurden die Gräber benutzt ? Wie dachten unsere Vorfahren über den Tod? Glaubten sie an ein Leben im Jenseits? Sicher ist, Brú na Bóinne, der Palast des Boyne, wie die Iren dieses Welterbe nennen, war schon immer ein wichtiger Teil der irischen Mythologie. Sitz der Elfen und Heimstatt der Götter.


Kulturdenkmal Brú Na Bóinne - Gräberfelder der heidnischen Könige von Tora

Unesco-Ernennung 1993

Bedeutung
Eines der größten Zeugnisse der europäischen Megalilthkultur

um 3200-3000 v. Chr.
Anlage von Newgrange aus 200.000 t Steinen und Erde, zudem Anlage von Knowth und Dowth

1800 v. Chr.
während der Bronzezeit nachweislich Nutzung von Knowth als Grabstelle

800-900
Umwandlung von Knowth in eine Ringwallanlage und Sitz des Königs von Nord-Brega

1962
systematische archäologische Untersuchungen von Newgrange und Dowth

1967
Entdeckung des längsten bekannten Ganggrabes Knowth mit einer Länge von 34 Metern

1969
Entdeckung, dass zur Wintersonnenwende ein dünner Lichtstrahl in den hintersten Winkel des Ganggrabes Newgrange dringt

1975
Restaurierung von Newgrange

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