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SENDETERMIN So, 15.7.2018 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Afrika: Äthiopien Aksum

Vom Ruhm der Könige

Die ersten Aufzeichnungen in denen Aksum erwähnt wird sind etwa 4700 Jahre alt. In den Hieroglyphen ist von Weihrauch, Myrrhe und Elfenbein zu lesen. Es muss, ganz anders als heute, ein wasserreicher, fruchtbarer Ort gewesen sein

Weltwunder: Kirche

Weltwunder: Kirche

Aksum bedeutet "Der Brunnen der Fürsten". Einwanderer aus dem südarabischen Raum gründeten den Ort an der Kreuzung wichtiger Handelswege zwischen Indien, Afrika und dem Mittelmeer. Die Königin von Saba soll hier ebenso gelebt haben. Nachzulesen ist dies in Äthiopiens Nationalepos, der „Kebra Nagast“ - „Ruhm der Könige“ einer Handschrift aus dem 14. Jahrhundert die in Aksum aufbewahrt wird. Dort wird auch der Nachweis geführt, dass die äthiopische Königsdynastie in direkter Linie von König Salomon abstammen soll.

Zeugen alter Gräber

Detail aus Stele Nr. 1, der Gestürzten, die wohl nie stand

Detail aus Stele Nr. 1, der Gestürzten, die wohl nie stand

Heute ist Aksum vor allem seiner bis zu dreißig Meter hohen Stelen wegen berühmt. Sie sind jeweils aus einem einzigen Stück Granit gehauen und haben wohl Gräber gekrönt. Wie die zum Teil 500 Tonnen schweren Rohlinge über viele Kilometer transportiert wurden, ist immer noch rätselhaft.

Im „Kebra Nagast“ finden sich ebenfalls Hinweise darauf, dass die Bundeslade, die Tafeln mit den zehn Geboten, in der Kathedrale von Aksum vergraben wurde. Beweise dafür gibt es freilich keine.

Aksum ist der historische und religiöse Mittelpunkt Äthiopiens. Kein anderer Ort lässt mehr Fragen offen, kein Ort birgt mehr Geheimnisse. Und dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - ziehen die Äthiopier ihre tiefe Religiosität und ihr Nationalbewusstsein aus der Mystik von Aksum.

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Afrika: Äthopien

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Axums größtes Rätsel bleiben die, bis zu dreißig Meter hohen Stelen. Sie sind jeweils aus einem einzigen, riesigen Stück Granit gehauen. Stele Nr. 1 ist die größte Stele. Sie ist wohl nie aufgerichtet worden.

Axums größtes Rätsel bleiben die, bis zu dreißig Meter hohen Stelen. Sie sind jeweils aus einem einzigen, riesigen Stück Granit gehauen. Stele Nr. 1 ist die größte Stele. Sie ist wohl nie aufgerichtet worden.

Stele Nr. 3, größte noch stehende Stockwerkstele in Aksum. Kein Steinmetz auf der Welt würde sich heute noch an ein solches Werk wagen. Das Know how und den Mut dazu muss es im antiken Äthiopien gegeben haben und er hat sich bis ins erste Jahrtausend nach Christus dort erhalten. Die Monolithkirchen von Lalibela sind lebendiges Zeugnis.

Aksum ist der historische und religiöse Mittelpunkt Äthiopiens. Nördlich von Aksum die Ruinen von Yeha. Ursprünglich wohl als Tempel gebaut, wurde später eine Kirche daraus. So konnte der riesige Bau in der Bergeinsamkeit die Zeiten überdauern.

Im 4.Jahrhundert ist Äthiopien eines der ersten Länder, in dem unter König ‚Ezana’ das Christentum zur Staatsreligion erklärt wird.

Detail aus Stele Nr. 1, der Gestürzten, die wohl nie stand: Während die Felsenkirchen ‚einfach’ in den Fels gehauen wurden und auch dort blieben, mussten die gigantischen Stelen erst an ihren Aufstellungsort transportiert werden. Der Steinbruch ist fünfzehn Kilometer entfernt im Gebirge. Dort gibt es noch riesige unfertige Rohlinge.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Ruinen der ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Aksum
UNESCO-Ernennung: 1980
1 Jh. n.Chr.
selbständiges Königreich Aksum mit eigener Münze
4. Jh n.Chr.
Ausbreitung des koptischen Christentums
7. bis 9. Jh.
Bedeutungsverlust des aksumitischen Königreiches und Ausbreitung des Islam
17. Jh.
Bau der zweiten Kirche der heiligen Maria von Zion
1896
Sieg der Truppen von Kaiser Menelik II. (1844-1913) über italienische Invasionstruppen
1905
Deutsche Aksum-Expedition
1937
Transport der zweitgrößten, 24m hohen Stockwerkstele nach Rom
1965
Weihe der modernen Kapelle der hl. Maria von Zion, angeblich Aufbewahrungsort der Bundeslade

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010


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