150 Jahre altes Haus fit für die Zukunft gemacht: Energiesparen im Altbau

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EIN FILM VON
Sabine Keller (Redaktion), Stefanie Vier und Yannick Gaul (Kamera), Yannick Gaul (Ton) und Marco Martin Büttner (Schnitt).

Reinhard lebt mit seiner Frau in einem ehemaligen Bahnhofsgasthof in der Nordpfalz. Ein 150 Jahre altes Haus, das er vor 37 Jahren in einem nicht sehr guten Zustand gekauft und zum größten Teil selbst renoviert hat.

Inzwischen kann man es als Niedrigenergiehaus bezeichnen, denn der Tonmeister und Künstler hat bei seinen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen von Anfang an versucht, Energie zu sparen und die Heizkosten zu senken.

So hat er das Haus schon vor fast 20 Jahren mit einer 20 Zentimeter dicken Außendämmung isoliert, die er aus Holz und Holzweichfaserplatten selbst gebaut und mit einem Einblasdämmstoff gefüllt hat – hochdämmende Materialien, die dazu beigetragen haben, dass sich das Ganze schon nach kurzer Zeit ausgezahlt hat: Reinhard konnte seine Heizkosten um zwei Drittel reduzieren.

Heizkosten sparen durch schlaues Sanieren

Um künftig eine Wärmepumpe nutzen zu können, baut Reinhard nach und nach Wandheizungen in alle Räume ein. Die Wände sollen großflächig Wärme abstrahlen. Dazu werden Rohre, ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung, in die Außenwände eingeputzt. Damit wird es möglich, mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen zu heizen, wie das für Wärmepumpen am effizientesten ist.

Wegen des angenehmen Raumklimas und um die Wärme gut zu leiten, hat Reinhard die Wände mit Lehm verputzt. Er mag den Naturbaustoff, der nicht staubt, einfach zu verarbeiten ist und bei der Herstellung fast keine Energie verbraucht. Den Feinputz streicht er mit der Hand auf, dadurch erhalten die Wände und die Decken eine leichte Struktur. Im Vergleich zu glatten Wänden empfinden Reinhard und seine Frau dies als deutlich angenehmer für das Auge.

Altes Haus mit Wärmepumpen fit für die Zukunft gemacht

Auch die Lampen hat der Künstler selbst gebaut. Die wolkenartigen Gebilde an der Decke sorgen für ein warmes Licht im Wohnzimmer, die als Mobile gebaute Leuchte changiert das Licht. Insbesondere abends entsteht dadurch für Reinhard ein umhüllendes Licht- und Raumgefühl.

Auch die Einrichtung ist sehr individuell – viele Möbel sind geerbt, gebraucht gekauft oder selbst gebaut. Er und seine Frau umgeben sich gerne mit Möbeln, die etwas erlebt haben und eine Geschichte erzählen. 

Reinhard hat sein altes Haus mit vielen eigenen Ideen energetisch saniert und wird annähernd autark heizen können, wenn er noch auf die Wärmepumpe umsteigt und dazu die Photovoltaikanlage nutzt. Das Heizsystem mit Kupferrohren von der Marke Selbstbau und der Lehmputz haben die Kosten niedrig gehalten und machen sein Haus durch die originelle Gestaltung zu einem persönlichen Schmuckstück, das für die Zukunft gut gerüstet ist.

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Sabine Keller (Redaktion), Stefanie Vier und Yannick Gaul (Kamera), Yannick Gaul (Ton) und Marco Martin Büttner (Schnitt).