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Eine Chronik des Lebens von Erwin Rommel Zweiter Weltkrieg: Fall

Erwin Rommel auf der Massenkundgebung des Winterhilfswerks

Rommel (li.) bei der Massenkundgebung des Winterhilfswerks

Heimaturlaub

August 1942

Seit Mitte August 1942 ist Rommel gesundheitlich geschwächt. Die physischen und psychischen Anstrengungen der vorangegangenen Wochen haben Spuren hinterlassen. Im September reist er nach Deutschland, wo er sich als Gast der Familie Goebbels aufhält und mit Hitler an einer Massenkundgebung des Winterhilfswerks im Berliner Sportpalast teilnimmt.

Ein deutscher Soldat auf einem Panzer ergibt sich einem britischen Soldat mit Waffe in der Wüste bei El Alamain.

Die Besatzung eines deutschen Panzers ergibt sich in El Alamein britischen Soldaten

Niederlage bei El Alamein

Oktober 1942

Am 23. Oktober beginnt der Angriff der britischen 8. Armee unter General Bernard Montgomery auf die deutschen Stellungen vor El Alamein. Rommel eilt nach Nordafrika zurück, muss sich aber geschlagen geben. Am 2. November ordnet er den Rückzug seiner Truppen an. Als Hitler von Rommels Vorhaben erfährt, erteilt er ihm am 3. November den Befehl, die Stellung zu halten. Angesichts der katastrophalen militärischen Lage ringt sich Rommel nach 24 Stunden dazu durch, Hitlers Befehl doch zu ignorieren und den Rückzug erneut aufzunehmen. Hitler billigt nachträglich den Entschluss. Erst eine Woche später erfährt die Öffentlichkeit vom Rückzug.

Streit mit Hitler

November 1942

Ende November fliegt Rommel zur Wolfsschanze in Ostpreußen, um Hitler die Aussichtslosigkeit der Lage in Nordafrika klarzumachen. Hitler ist außer sich, als Rommel eine Räumung des afrikanischen Kriegsschauplatzes vorschlägt. Am 2. Dezember kehrt Rommel nach Afrika zurück.

Generalfeldmarschall Erwin Rommel in der Wüste von Nordafrika

Generalfeldmarschall Rommel in der Wüste

Abschied von Afrika

März 1943

Anfang März verlässt Rommel Nordafrika. Er wird nie mehr zurückkehren. Der gesundheitlich angeschlagene Feldmarschall erholt sich auf dem Semmering in Österreich, später zu Hause in Wiener Neustadt. Um den Nimbus des Namens Rommel für weitere propagandistische Zwecke des NS-Regimes zu erhalten, wird sein Aufenthalt in der Heimat mehrere Wochen streng geheim gehalten und erst am 9. Mai 1943, drei Tage vor der Kapitulation der Afrika-Armee, bekannt gegeben.

Erwin Rommel in Mitten einer Gruppe von Offizieren auf der Mauer einer Verteidigungsanlage in Nordfrankreich

Rommel (Mitte) bei der Inspektion von Befestigungsanlagen in Frankreich

Neue Aufgabe in Frankreich

5. November 1943

Nach einem kurzen Intermezzo als Oberbefehlshaber in Norditalien wird Rommel zum Oberbefehlshaber für die Inspektion und Befestigung der Invasionsfront in Frankreich ernannt. Rommel stürzt sich in seine neue Aufgabe. Ende 1943 zieht die Familie Rommel von Wiener Neustadt nach Herrlingen bei Ulm um und bezieht Anfang 1944 ein Haus auf dem Gelände eines ehemaligen jüdischen Landschulheims.

Haus der Familie Rommel in Herrlingen; davor Dienstwagen (schwarz-weiß)

Haus der Familie Rommel in Herrlingen mit Dienstwagen

Kontakt zum Widerstand

Februar 1944

Anlässlich eines Kurzbesuches in Herrlingen trifft sich Rommel mit dem Stuttgarter Oberbürgermeister Strölin, der Verbindungen zum Widerstandkreis um den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler hält. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat Rommel Kenntnis von einem Zusammenschluss oppositioneller Kräfte in Deutschland. Inwieweit Rommel zum aktiven Mitwirken im Widerstand bereit ist, lässt sich nicht eindeutig klären.

Treueschwur auf Hitler

19. März 1944

Rommel trifft sich mit sämtlichen Feldmarschällen auf dem Berghof zu einem von Goebbels inszenierten und in Anwesenheit Hitlers abgehaltenen Treuegelöbnis auf den Diktator.

Porträtfoto von General Hans Speidel

General Hans Speidel

Speidel neuer Stabschef

April 1944

General Hans Speidel wird Rommels Generalstabschef. Er hält Kontakt zum Widerstandskreis in Paris. Nach Kriegsende wird Speidel Berater Konrad Adenauers in militärischen Fragen. In den darauffolgenden Jahren ist er maßgeblich an dem Aufbau der neuen Bundeswehr beteiligt. 1957 wird er als General der Bundeswehr der erste deutsche Oberbefehlshaber der NATO-Landstreitkräfte in Mitteleuropa.

historische Aufnahme von General Carl-Heinrich von Stülpnagel

Carl-Heinrich von Stülpnagel

Treffen mit Stülpnagel

Mai 1944

Auf einer Taufe kommt Rommel mit dem Kopf der Widerständler im Westen, General Carl-Heinrich von Stülpnagel, zusammen. Der Inhalt ihrer Unterredung ist nicht überliefert.

Invasion in der Normandie

6. Juni 1944

Seit dem 4. Juni befindet sich Rommel im Urlaub in Deutschland. Am 6. Juni ist Rommel in Herrlingen, um seiner Frau zum 50. Geburtstag zu gratulieren, als er Nachricht von der alliierten Invasion in der Normandie erhält. Rommel reist sofort nach Frankreich zurück und trifft abends in seinem Hauptquartier in La Roche-Guyon ein. In den ersten Tagen nach der Invasion wird Rommel die bedrohliche Lage der Deutschen bewusst.

Rommel (Mitte) umgeben von Generälen bei einer Lagebesprechung an einem Tisch voller Landkarten

Lagebesprechung der Generäle im Juni 1944 (Rommel 5. v. r.)

Letzte Treffen mit Hitler

Juni 1944

Am 17. Juni fahren der Oberbefehlshaber West, von Rundstedt, und Rommel zu einer Besprechung mit Hitler in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Soissons. Sie versuchen vergeblich einen Rückzug der deutschen Truppen in die Festung Cherbourg in der Normandie zu erwirken. Am 29. Juni kommt es erneut zu einer Lagebesprechung zwischen Hitler, von Rundstedt und Rommel auf dem Obersalzberg. Rommel versucht Hitler den Ernst der politischen Lage klarzumachen, wird aber des Raumes verwiesen. Es ist das letzte Mal, dass sich Hitler und Rommel begegnen.

Porträtbild von Günther von Kluge

Günther von Kluge

Von Kluge ersetzt von Rundstedt

2. Juli 1944

Gerd von Rundstedt bittet um seine Ablösung als Oberbefehlshaber West. Nicht Rommel, sondern Feldmarschall Günther von Kluge wird dessen Nachfolger.

historische Aufnahme von  Caesar von Hofacker, Reserveoffizier

Caesar von Hofacker

Gespräch mit von Hofacker

9. Juli 1944

Es findet ein Gespräch zwischen dem Widerständler Caesar von Hofacker und Rommel statt. Ob Rommel vom bevorstehenden Attentat auf Hitler erfährt und sich zur Teilnahme an der Verschwörung bereit erklärt, ist bis heute nicht geklärt.

Lagebericht an Hitler

15. Juli 1944

Rommel verfasst die "Betrachtungen zur Lage", einen schonungslosen Bericht über die aktuelle militärische Situation an der Westfront, der an von Kluge zur Weiterleitung an das Führerhauptquartier geschickt wird. Einige Tage später leitet von Kluge Rommels Lagebeurteilung mit einem eigenen Begleitschreiben weiter.

Verwundung

17. Juli 1944

Am 17. Juli sucht Rommel die Kommandeure der in der Normandie stationierten SS-Panzerkorps, Wilhelm Bittrich und Sepp Dietrich, auf. Auf dem Rückweg von Dietrichs Gefechtsstand wird Rommel bei einem Tieffliegerangriff schwer verletzt.

Porträtfoto von Claus Graf Schenk von Stauffenberg

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Attentat auf Hitler

20. Jul 1944

Rommel befindet sich im Lazarett in Bernay in Frankreich, als am 20. Juli das Attentat auf Hitler stattfindet. Bei einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier im ostpreußischen Rastenburg versucht Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Hitler mit Sprengstoff zu töten. Hitler überlebt den Anschlag mit leichten Verletzungen. Das Vorhaben der Widerständler in Berlin und Paris, die Macht zu übernehmen und eine neue Regierung zu bilden, scheitert nach wenigen Stunden.

Vorwürfe gegen Rommel

August 1944

Die Verschwörer des 20. Juli werden nach und nach verhaftet und verhört. Durch die Aussagen von Hofackers werden sowohl Rommel als auch von Kluge belastet, vom Attentat gewusst zu haben. Anfang August erfährt Hitler über Gestapo-Chef Kaltenbrunner von den Anschuldigungen. Von Kluge wird am 16. August entlassen und vergiftet sich drei Tage später. Rommel dagegen befindet sich seit dem 8. August in seiner schwäbischen Heimat.

Familie Rommel sitzt auf Mauer (schwarz-weiß)

Manfred, Lucie und Erwin Rommel

Rommel unter Druck

September 1944

Am 6. September besucht der bereits abgelöste General Speidel Rommel in Herrlingen. Einen Tag später wird Speidel festgenommen. Ab diesem Zeitpunkt wird Rommels Haus in Herrlingen von der Gestapo überwacht. Am 1. Oktober schreibt Rommel an Hitler. Er stellt dem verhafteten Speidel ein gutes Zeugnis aus und betont nochmals seine eigene Treue zum Diktator. Am 7. Oktober wird Rommel aufgefordert, nach Berlin zu kommen. Rommel lehnt dies aus Gesundheitsgründen ab.

0:34 min

Mehr Info

"Da hat mein Vater gemeint, vielleicht wolle man ihn erschießen"

Hübner

Rommels Sarg bei Beisetzung (schwarz-weiß)

18. Oktober 1944: Erwin Rommel wird beigesetzt

Selbstmord

Oktober 1944

Am 14. Oktober erscheinen die Generäle Burgdorf und Maisel bei Rommel. Sie konfrontieren Rommel mit den Vorwürfen, an der Verschwörung gegen Hitler beteiligt gewesen zu sein. Sie stellen ihn vor die Wahl, entweder sich das Leben zu nehmen oder vor das Volksgericht gestellt zu werden. Um seine Familie vor Vergeltungsmaßnahmen zu schützen, begeht Rommel mittels Gift Selbstmord. Die genauen Umstände von Rommels Tod werden der Öffentlichkeit bis Kriegsende vorenthalten. Am 18. Oktober findet ein Staatsakt zur Beisetzung von Rommel im Ulmer Rathaus statt.

Ulrich Tukur als Erwin Rommel
Der Fernsehfilm
10.11.2016 | 23.45 Uhr | SWR Fernsehen
Die Dokumentation
13.11.2016 | 11.30 Uhr | SWR Fernsehen
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