Bitte warten...

Rommel und Hitler Hitlers Lieblingsgeneral

Erwin Rommel, der "Wüstenfuchs": Seine militärische Karriere verdankt er Adolf Hitler. Dieser bewundert die zupackende und risikobereite Art des in seinen Augen vorbildlichen Soldaten. Rommel wiederum zeigt sich beeindruckt von der Persönlichkeit Hitlers.

2:22 min

Mehr Info

Spielfilmszene: Rommel blitzt bei Hitler ab

SWR

Rommel hat erkannt: Die militärische Lage ist aussichtslos. Hitlers Pläne treiben Deutschland in den Untergang. Doch nach der Landung der Alliierten im Juni 1944 ist Rommel in der Gunst des Führers gefallen. Das wird bei der Lagebesprechung auf dem Obersalzberg mehr als deutlich.

Rommel lobt schon 1935 in einer Rede zum "Heldengedenktag" in Goslar die "genialen Maßnahmen des Führers", darunter vor allem die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit und den Aufbau einer "Volksgemeinschaft". An Hitlers Projekt "Nationalsozialismus" bejaht er vor allem die starke Stellung des Militärs in der Gesellschaft, Hitlers Kampf gegen den Versailler Vertrag und die "Wiederwehrhaftmachung" Deutschlands, nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil das Rommel und vielen anderen Offizieren neue Karrierechancen eröffnet.

Hitler und Rommel marschieren durch Militärspalier

Frühe Begegnung: 1934 marschieren Hitler und Rommel (re.) in Goslar


Erwin Rommel an seine Frau Lucie, September 1939: "Der Führer ist loser Stimmung. Man sitzt nun täglich zweimal an seinem Tisch, gestern Abend durfte ich neben ihm sitzen. Der Soldat ist wieder etwas wert."

Rommel fühlt sich aber auch von Hitlers Persönlichkeit angezogen. Mehr als andere erliegt er Hitlers Charme und dessen "Magnetismus", und weit über das hinaus, was sein militärischer Eid verlangt, bindet er sich persönlich an den "Führer".

Sein ständiges Werben um Hitlers Vertrauen, sein stetes Bemühen, dieses Vertrauen durch militärische Erfolge zu rechtfertigen, zeigen einen Menschen, für den das Streben nach Anerkennung und Auszeichnung ein zentrales Motiv seines Handelns ist.

Was gefiel Hitler an Rommel?

Für Hitler ist Rommel vor allem ein vorbildlicher Soldat. Das zeigt sich zum Beispiel im März 1939, als Hitler das von den Deutschen gewaltsam besetzte Prag besucht. Rommel sichert die Reise militärisch ab. Als Hitler zögert, auf die Prager Burg hinaufzufahren, weil sein SS-Begleitschutz noch nicht eingetroffen ist, drängt Rommel ihn zur Tat. "Sie haben keine andere Wahl. Es gibt für Sie, mein Führer, nur den Weg in das Herz des Landes, in die Hauptstadt, auf die Burg von Prag", so will es ein Freund von Rommel gehört haben, "er hat (…) nie vergessen, dass ich ihm diesen Rat gab".

1:08 min

Mehr Info

"Rommel hatte alles, was Hitler nicht hatte"

SWR

Der britische Historiker Richard Overy über das Verhältnis zwischen Hitler und Rommel

Die Begebenheit zeigt, was Hitler an Rommel hauptsächlich gefällt: seine direkte, zupackende, risikobereite Art, die Überraschungscoups möglich macht. Dafür war Rommel schon im Ersten Weltkrieg mit dem Tapferkeitsorden Pour le Mérite ausgezeichnet worden. Hitler gefällt an Rommel aber auch, dass er nicht zur Gruppe der mit Argwohn betrachteten aristokratisch-preußisch geprägten Generalstabsoffiziere gehört, sondern aus der bürgerlichen Mittelschicht stammt und sich seinen Aufstieg selbst erarbeitet hat.

Rommels Herkunft, seine militärischen Fähigkeiten und Erfolge sowie die Verehrung, die er Hitler entgegenbringt, sind die Grundvoraussetzungen dafür, dass Hitler Rommel fördert und sich ihm – wie Goebbels schreibt – "auch menschlich" verbunden fühlt.

Was verdankt Rommel Hitler?

Hitler überreicht Rommel Marschallstab (schwarz-weiß)

Rommel wird Generalfeldmarschall

Rommels kometenhafter Aufstieg in der Wehrmacht wäre ohne Hitlers persönliche Förderung so nicht möglich gewesen: Der Major der Reichswehr und Lehrer an der Dresdner Kriegsschule (1933) wird in nur wenigen Jahren Oberstleutnant (1935), Generalmajor (1939), Generalleutnant (1941). Rommel steht dabei im persönlichen Kontakt zu Hitler. 1939 ernennt Hitler ihn anlässlich eines Frontbesuches im überfallenen Polen zum Kommandanten des Führerhauptquartiers und zieht ihn in seinen engeren Kreis.

Lucie Rommel an ihren Mann, Januar 1942: "Wir sind so unendlich stolz auf Dich, mein liebster Erwin, und mit uns das ganze deutsche Volk, wie die stürmische Begeisterung erwies, als gestern der Führer Deinen Namen bei seiner großen Rede nannte und hierbei von 'unserem Generalobersten Rommel' sprach. Es war dieses ein unendlich wundervolles Erlebnis für uns beide hier, die wir uns diese begeisternde Rede nachmittags und nochmals abends angehört haben. Wie viel Zuversicht und Glaube geht von dieser Persönlichkeit immer wieder aus und wie viel neue Kraft kann man aus dem, was gesagt wird, von neuem schöpfen."

Die Nähe zum Diktator ermöglicht es Rommel, Hitler nach dem Sieg über Polen persönlich darum zu bitten, eine Panzerdivision führen zu dürfen. Hitler erfüllt ihm den Wunsch, und als Rommel nicht nur im Frankreichfeldzug, sondern auch im anschließenden Afrika-Krieg militärisch erfolgreich ist, beschleunigt er durch schnelle Beförderungen Rommels Aufstieg.

Nach der Eroberung von Tobruk im Juni 1942 wird Rommel als einer der jüngsten Offiziere von Hitler zum Generalfeldmarschall ernannt und hat damit den Zenit seiner Karriere erreicht. Hitler fördert aber nicht nur Rommels beruflichen Aufstieg, sondern auch dessen Medienkarriere. Er sieht in ihm den Idealtyp des modernen, beweglichen Frontoffiziers. Er begrüßt deshalb Rommels starke Präsenz in der Kinowochenschau und trägt persönlich dazu bei, dass er zum legendären und wohl populärsten deutschen Feldmarschall des Zweiten Weltkrieges wird.

Autor: Thomas Fischer