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In den Tod gezwungen Der erzwungene Selbstmord

Es soll nach einer natürlichen Todesursache aussehen: Generalfeldmarschall Erwin Rommel sei an einem "Herzschlag in Folge eines im Westen erlittenen Dienstunfalls" verstorben, gab das NS-Regime am 14. Oktober 1944 bekannt. In Wahrheit hat Hitler Rommel zum Selbstmord gezwungen. Das aber muss geheim bleiben, denn das Regime kann auf den Mythos Rommel nicht verzichten.

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Spielfilmszene: Was wird aus meiner Familie?

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Erwin Rommel soll nach dem Willen des NS-Regimes aus dem Leben scheiden. General Burgdorf stellt dem verwundeten Generalfeldmarschall die Pläne für die perfide Inszenierung vor.

Auch wenn Rommels Sieger-Nimbus spätestens mit der geglückten Invasion der Westalliierten zerbrochen ist, so bleibt er doch einer der populärsten Kriegshelden. Die NS-Propaganda kann deshalb nach Rommels erzwungenem Selbstmord den Slogan "Unser Rommel" nicht ohne Prestigeverlust Hitlers und seines Regimes ins Gegenteil verkehren.

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"Mein Vater sagte mir: 'In 20 Minuten bin ich tot.' "

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Warum wird ein Staatsbegräbnis inszeniert?

Rommels Sarg bei Beisetzung (schwarz-weiß)

18. Oktober 1944: Erwin Rommel wird beigesetzt

Sie muss den Schein wahren, ja ihn durch ein Staatsbegräbnis sogar noch stärken, um den Mythos Rommel für das verbrecherische Regime weiter nutzen zu können. So heißt es denn auch in der Totenrede des Feldmarschalls von Rundstedt, Rommel sei ein Offizier "aus dem Geiste des Nationalsozialismus" gewesen. Er soll nach dem Willen der Propaganda als nationalsozialistischer Held in die NS-Geschichte eingehen.

Rommel muss gewusst haben, dass er durch das Staatsbegräbnis die Deutung seiner Person und seiner Taten an das Regime abtreten würde. Um seine Familie vor Verfolgung zu schützen, hat er geschwiegen und sich in das Unabwendbare gefügt. Der Preis dafür war, dass das Rommel-Bild bis heute unscharf ist und sich noch immer eine Vielzahl von Spekulationen und Kontroversen um seine Person ranken.

Autor: Thomas Fischer