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SENDETERMIN Di, 14.8.2018 | 21:45 Uhr | Das Erste

Warum Kliniken Patienten im Stich lassen Warten auf Organspenden

Weil es in Deutschland zu wenige Organspenden gibt, warten Tausende verzweifelt auf ein neues Organ. Als Grund wird oft eine mangelnde Spendenbereitschaft der Bevölkerung genannt, doch jetzt zeigt sich, dass auch die Kliniken schuld daran sind.

In Deutschland gibt es zu wenige Organspenden. Meistens wird dafür eine mangelnde Spendenbereitschaft der Bevölkerung als Grund genannt. Doch die ist nicht die Hauptursache, wie jetzt eine umfangreiche Datenanalyse der Forscher Kevin Schulte und Professor Thorsten Feldkamp von der Uniklinik Schleswig-Holstein in Kiel zeigt.

Die beiden Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die Ursache in den Krankenhäusern liegen könnte. Ein Grund: Die Kliniken bekommen für die Organentnahme nicht genug Geld. Der Maximalbetrag, der für die Entnahme mehrerer Organe fällig wird, beträgt rund 5.000 Euro. Das deckt gerade mal die Kosten für die Feststellung des Hirntodes und für die Entnahmeoperation ab; aber nicht die tagelange Betreuung des hirntoten Spenders auf der Intensivstation. Das berichtet die kaufmännische Direktorin der Uniklinik Heidelberg, Irmtraud Gürkan.

Auch Axel Rahmel, medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organspenden, die die Organentnahmen koordiniert, fürchtet, dass die mangelnde Bezahlung Kliniken nicht zu Organspenden motiviert. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft weist die Vorwürfe zurück, die Kliniken engagierten sich für die Organspenden. Aber selbst das Bundesgesundheitsministerium sieht die unzureichende Vergütung der Organentnahmen als eine Ursache für den Mangel an Organspenden.

aus der Sendung vom

Di, 14.8.2018 | 21:45 Uhr

Das Erste

Bericht

Autoren:
Marc Feuser, Marius Meyer, Achim Reinhardt
Redaktionelle Mitarbeit:
Mona Botros

Kamera:
Georg Denz, Marco Peschmann, Thomas Schäfer, Gerald Volp, Frieder Wiech

Schnitt:
Inge Maric

Sprecher:
Achim Reinhardt