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SENDETERMIN Di, 9.4.2019 | 21:45 Uhr | Das Erste

Umgang mit Missbrauchsakten Wie transparent ist die katholische Kirche?

Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche kämpfen darum, die Personalakten ihrer mutmaßlichen Täter einzusehen. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, fordert ein einheitliches Recht auf Akteneinsicht.

Für die Betroffenen von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche ist der Zugang zu den Personalakten ihrer mutmaßlichen Täter ein zentraler Punkt. Aus den Akten können Betroffene mehr über die Täter erfahren und sich darüber hinaus ein Bild davon machen, wer für Vertuschung und Leugnung der Taten verantwortlich.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert ein bundesweit einheitliches Recht auf Akteneinsicht für Opfer von sexuellem Missbrauch in den Kirchen. "Betroffene benötigen ein starkes, möglicherweise einklagbares Recht auf Akteneinsicht." Die Politik, so Rörig weiter, dürfe nicht als erschütterter Zaungast am Rand zuschauen, was im kirchlichen Bereich passiere. Bisher gibt es für Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche kein verbrieftes Recht auf Akteneinsicht.

Der Umgang mit dem Thema ist in den deutschen Bistümern sehr unterschiedlich. Auf eine Umfrage von REPORT MAINZ antworteten nur vier Bistümer, dass bei ihnen bereits Betroffene in die Personalakte Einsicht genommen oder Auskünfte erhalten hätten. Zwei Bistümer lehnen aus rechtlichen Gründen eine Akteneinsicht grundsätzlich ab. Acht sagten, bei ihnen hätte bislang kein Betroffener Akteneinsicht verlangt. 13 Bistümer antworteten gar nicht auf die Frage.

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