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SENDETERMIN Di, 14.4.2015 | 21:45 Uhr | Das Erste

Fragwürdige Flugtauglichkeitsuntersuchungen Warum sich Deutschland gegen mehr Transparenz wehrt

Laut EU-Vorgaben müssen Fliegerärzte detaillierte Befunde von Piloten an die Behörden melden. Doch Deutschland verweigert sich diesem Kontrollsystem seit Jahren.

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine mit 150 Toten in Frankreich gerät die Arbeit der deutschen Flugsicherheitsbehörden in Kritik. Fakt ist: Das Luftfahrtbundesamt (LBA) wusste nichts von der Krankengeschichte des Piloten, von seinen psychischen Problemen.

EU-Vorschriften geben detailliert vor, dass Fliegerärzte den nationalen Behörden personenbezogene medizinische Daten der Piloten melden müssen. Doch nach Recherchen von REPORT MAINZ funktioniert das in Deutschland nicht. Ein unter Verschluss gehaltener Untersuchungsbericht der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA, zu dem REPORT MAINZ Zugang hatte, kommt zu dem Schluss, dass das LBA nicht die Kompetenz habe, um seine Verantwortlichkeit zu erfüllen.

Experten anderer europäischer nationaler Flugsicherheitsbehörden, etwa in Schweden, glauben inzwischen, dass eine Katastrophe wie der Germanwings-Absturz womöglich hätte verhindert werden können, wenn medizinische Daten von Piloten vollständig an die Behörden gemeldet worden wären. Doch Lobbyverbände wie der Deutsche Fliegerarztverband kämpfen - unter Verweis auf den Datenschutz - seit Jahren gegen die Herausgabe medizinischer Daten.

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aus der Sendung vom

Di, 14.4.2015 | 21:45 Uhr

Das Erste

Bericht

AutorInnen:
Eric Beres, Heiner Hoffmann

Kamera:
Jan Krosch, Marco Peschmann, Felix Raitz, Casimir Reuterskiöld

Schnitt:
Roland Rossner

Sprecherin:
Eric Beres