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SENDETERMIN Di, 17.9.2013 | 21:45 Uhr | Das Erste

Auch beim G36 täuscht De Maizière die Öffentlichkeit Der Minister und das Gewehr

Aus Unterlagen der Bundeswehr ergibt sich, dass das Sturmgewehr G36 - die Standardwaffe der Bundeswehr – ungenau treffe, wenn sie heißgeschossen werde. Bei einer Zielentfernung von 100 Metern könne der Soldat sein Ziel um einen halben Meter verfehlen. Die Bundeswehr stellte das Problem schon 2011 in eigenen Untersuchungen fest und bewertete es als "erheblichen Mangel".

Auf eine Parlamentarische Nachfrage des Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele antwortete das Bundesverteidigungsministerium jedoch, es sei "kein Mangel" am G36 festgestellt worden. Die Streukreiserweiterung sei lediglich ein normales "physikalisches Phänomen."

Der unabhängige Waffensachverständige Dieter Plößl hält aber die Ergebnisse beim heißgeschossenen G36 für inakzeptabel. Sogar die alten Kalaschnikov-Gewehre der Taliban würden genauer treffen, wenn sie heiß sind, als das G36, so der Experte. Das Bundesverteidigungsministerium betont, die Waffe müsse "bestimmungsgemäß" eingesetzt werden, damit sie treffsicher bleibt. Der Soldat dürfe damit nicht zu viel Schnellfeuer abgeben. Heckler & Koch erklärt auf Anfrage von "Report Mainz": "Bei einem Dauerfeuer mit mehreren 100 Schuss innerhalb weniger Minuten wird im wahrsten Sinn des Wortes jedes Sturmgewehr 'zerschossen' mit der Folge der von Ihnen angesprochenen zunehmenden Streuung."

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hellmut Königshaus, kritisiert diese Argumentation. Der Soldat könne im Einsatz in Situationen kommen, in denen er viel Schnellfeuer schießen muss.