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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz Wie Unternehmen die Opfer im Stich lassen

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz scheint trotz der #MeToo-Debatte in deutschen Unternehmen ein unbequemes Thema zu sein. In einer Umfrage von REPORT MAINZ unter den 30 DAX-Konzernen waren nur fünf bereit, über Fallzahlen aus ihrem Hause Auskunft zu geben.

"Die Mehrzahl der Unternehmen tabuisiert das Thema sexuelle Belästigung", erklärt die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Christine Lüders. Eine Studie aus ihrer Behörde ergab, dass mehr als die Hälfte aller Beschäftigten schon einmal sexuelle Belästigung an ihrem Arbeitsplatz erlebt hätten.

In einer Umfrage von REPORT MAINZ unter den 30 DAX-Konzernen wurden jedoch nur elf Fälle von sexueller Belästigung aus den letzten zwei Jahren gemeldet. Diese Zahl bezog sich auf über 170.000 Beschäftigte. Wie passt das zusammen?

Die DGB-Vorstandsfrau Elke Hannack erklärt das so: "Die meisten Betroffenen trauen sich aus Furcht vor Repressalien nicht, Vorfälle von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu melden." Ein wichtiges Instrument, um das Thema in den Unternehmen offensiv und transparent zu behandeln, seien Betriebsvereinbarungen. Die regeln was passiert, wenn sich jemand belästigt fühlt, welche Sanktionen Täter erfahren und welche Hilfspakete für Opfer geschnürt werden.

Die meisten Unternehmen aber haben keine solche Vereinbarung: In unserer Umfrage waren es nur 8 von 30 DAX-Unternehmen.

Drei Frauen berichten in REPORT MAINZ, wie sie in Folge ihrer Beschwerde schikaniert und benachteiligt worden seien. Am Ende hätten sie sogar ihren Arbeitsplatz verloren.

4:52 min | Di, 30.1.2018 | 21:45 Uhr | Das Erste

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Autorengespräch

Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?

REPORT MAINZ Moderator Fritz Frey im Gespräch mit den Autorinnen Mona Botros und Manuela Dursun über ihren Beitrag.


3:32 min | Di, 30.1.2018 | 21:45 Uhr | Das Erste

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REPORT MAINZ fragt Elke Hannack

Mona Botros und Manuela Dursun

Opfer von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz trauen sich oft nicht, die Taten zu melden. Sie kennen ihre Rechte nicht, befürchten mögliche Repressalien. Elke Hannack ist im Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und hat Erfahrung mit der Problematik. Seit Jahren fordert sie, dass das Thema in Unternehmen einen höheren Stellenwert bekommt und Betroffene durch eine Betriebsvereinbarung besser geholfen wird.