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SENDETERMIN Di, 24.7.2018 | 21:45 Uhr | Das Erste

Schwer krank und schlecht versorgt Warum Patienten wirksame Medikamente selbst zahlen müssen

2004 wurden Spargesetze eingeführt, um die finanzschwachen Krankenkassen zu retten.  Dazu gehörte, dass etwa verschreibungsfreie Medikamente nur in sehr wenigen Ausnahmefällen von den Kassen bezahlt werden. Bis heute sind diese Regeln in Kraft, obwohl die Kassen längst Milliarden-Überschüsse haben. Vor allem chronisch Kranke leiden darunter.

Viele Menschen haben ein Leben lang in die gesetzliche Krankenversicherung eingezahlt und müssen für wirksame Medikamente trotzdem selbst zahlen: Das trifft besonders chronisch Kranke, die jeden Monat wieder tief in die Tasche greifen müssen. Vor allem verschreibungsfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sind davon betroffen. Nur wenn sie auf einer Ausnahmeliste, der sogenannten OTC-Liste, stehen, übernehmen die Kassen die Kosten. Doch auf dieser Liste stehen nur Medikamente, für die der Nutzen in aufwändigen Studien wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Wissenschaftler kritisieren, dass solche Studien für sehr viele der 8.000 chronischen Erkrankungen gar nicht finanziert werden könnten. Patientenvertreter fordern, dass die Anforderungen an die Aufnahme dieser Präparate auf die Ausnahmeliste überprüft werden sollten. Durch die aktuelle Praxis würden insbesondere chronisch Kranke stark belastet.