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Pressemitteilung, 15.11.2022 Fußball-WM: Katar wollte bei Ahrtal-Spende Kritik von Ex-DFB-Präsident Zwanziger verhindern

Katar hat im Zuge seiner Spende für das Ahrtal versucht, Kritik vom ehemaligen DFB-Präsidenten Zwanziger zu verhindern.

Stadion in Katar bei Nacht

Khalifa International Stadium in Katar

Laut einer Gesprächsnotiz, die dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ vorliegt, ging es darum, Zwanziger dazu zu bringen, sich nicht kritisch zur Spende des Golfstaats an eine Stiftung des Fußballverbands Rheinland zu äußern. Zwanziger hatte Katar in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, das Land zum Beispiel als "Krebsgeschwür des Weltfußballs" bezeichnet.

Kritische Aussagen "absolut kontraproduktiv"

In der Gesprächsnotiz eines Treffens vom 30. März 2022 zwischen katarischen Diplomaten und dem Fußballverband Rheinland heißt es, eine kritische Äußerung Zwanzigers wäre "für das Engagement Qatars absolut kontraproduktiv". Es bestehe die Gefahr eines "kommunikativen Störfeuers". Laut dem Dokument wurde anschließend beschlossen, mit Theo Zwanziger ein Gespräch zu führen, "um auszuloten, ob er bereit wäre" im Zusammenhang mit der Spende "keine kritischen Statements in den Medien abzugeben".

Der Präsident des Fußballverbands Rheinland, Eibes, sagte REPORT MAINZ, er habe sich wenige Tage später mit Zwanziger getroffen. Er habe ihn nicht unter Druck gesetzt, sondern nur nach seiner Haltung zum Spendendeal gefragt: "Ich habe ihm lediglich die Frage gestellt, wie er sich verhält, wenn die Stiftung das Geld annimmt. Und er hat daraufhin geantwortet, dass er - da er mit der Stiftung nichts mehr zu tun habe - sich dazu auch nicht äußern würde." Eibes ist neben seinem Amt im Fußballverband Rheinland auch Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich. Theo Zwanziger ließ Fragen von REPORT MAINZ unbeantwortet. Er hat sich vereinzelt kritisch zur Spende im Ahrtal geäußert.

Katar hatte eine Million Euro an die Stiftung "Fußball hilft" gespendet, die ehemalige "Theo-Zwanziger-Stiftung". Von dem Geld sollen Minifußballfelder im Ahrtal gebaut werden. Das erste wurde am vergangenen Sonntag in Hönningen eingeweiht.

Warnung vor islamistischen Strukturen

Der Buchautor und Extremismus-Experte Ahmad Mansour warnte im Gespräch mit REPORT MAINZ davor, Katar zu unterschätzen. Der Staat sei immer noch ein Zentrum des politischen Islams: "Wir dürfen nicht vergessen: Ein politischer Islam ist Islamismus und der hat das Ziel in Europa auch unsere Gesellschaft zu unterwandern."

Die katarische Botschaft ließ eine Anfrage von REPORT MAINZ unbeantwortet.