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31.07.2013: Neuer Skandal um "Pro-Vita" Heim in Mainz-Finthen Mehrere Bewohner sollen ausgetrocknet gewesen sein

Nach Informationen des ARD-Politikmagazins REPORT MAINZ haben Heimaufsicht und medizinischer Dienst der Kranken- und Pflegekassen in Rheinland-Pfalz das "Pro-Vita" Pflegeheim in Mainz-Finthen am 8.7.2013 und 25.7.2013 unangemeldet kontrolliert. Es gab Hinweise auf Defizite in der Pflege. Bei den Kontrollen seien erhebliche Mängel festgestellt worden. Mehrere Bewohner hätten demnach zu wenig Flüssigkeit bekommen. Bei der Prüfung in der Einrichtung am 25.07.2013 nahmen, so das rheinland-pfälzische Sozialministerium, durchgehend insgesamt 15 Personen vom MDK, Gesundheitsamt und Beratungs- und Prüfbehörde (Heimaufsicht) teil.

Gegenüber REPORT MAINZ sagte die Ministeriumssprecherin: "Es wurden alle Bewohnerinnen und Bewohner ärztlich begutachtet. Bei 20 Bewohnerinnen und Bewohnern hat der MDK teilweise gravierende Pflegemängel festgestellt. Der Einrichtung wurde auferlegt, die Pflegedefizite, insbesondere bei den 20 Bewohnerinnen und Bewohnern unverzüglich zu beseitigen. Durch ständige Inaugenscheinnahme der Beratungs- und Prüfbehörde wurde die Einrichtung am Wochenende inspiziert. Des Weiteren sind am Wochenende mehrmals täglich ein Arzt oder eine Ärztin des Landesamtes, des Gesundheitsamtes oder des MDK in der Einrichtung gewesen, um sich vom Gesundheitszustand der Bewohnerinnen und Bewohner ein eigenes Bild zu machen".

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer sagte wörtlich: "Das Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner stand zu jedem Zeitpunkt im Vordergrund. Unmittelbar nach Kenntnisnahme des Berichts des MDK wurden abgestimmt mit allen Akteuren die notwendigen Schritte in die Wege geleitet, um die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner in der Einrichtung sicherzustellen".

AOK-Chef Walter Bockemühl zeigte sich über die neuen Missstände überrascht: "Die Pflegekassen werden alles in ihrer Macht stehende tun, um diese Missstände kurzfristig zu unterbinden". Mehrere Quellen haben dem SWR inzwischen bestätigt, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werde.

Auf REPORT MAINZ-Anfrage teilte Casa Reha mit: "Allen Bewohnern in dem Pflegeheim in Mainz-Finthen geht es gut. Unmittelbar nach der Kritik durch die Behörden wurden in enger Abstimmung mit diesen Maßnahmen ergriffen. Die Flüssigkeitsversorgung ist sichergestellt. Dies wurde uns auch am Ende des heißen Wochenendes bestätigt.", sagt Dr. Humayun Kabir, Geschäftsführer der Casa Reha Unternehmensgruppe. Heimaufsicht und MDK hätten sich am Wochenende vor Ort über die Pflege sowie den Zustand der Bewohner informiert und sich zufrieden gezeigt. Dem Unternehmen sei nicht bekannt, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden sei.

Das Heim, das zur Casa Reha Unternehmensgruppe gehört, war schon 2007 in den Schlagzeilen. Schon damals stellten die Prüfer gravierende Probleme fest.