Bitte warten...

Fernsehpreis für "Gequält, totgeschlagen und weggeworfen - das Leid in Deutschlands Ferkelfabriken" Deutsche Akademie für Fernsehen zeichnet REPORT-MAINZ-Autoren aus

Die REPORT-MAINZ-Autoren Monika Anthes und Edgar Verheyen wurden am Montag (29.9.) mit dem Fernsehpreis der Deutschen Akademie für Fernsehen 2014 ausgezeichnet. Alle rund 600 Akademiemitglieder konnten abstimmen und entschieden sich in der Kategorie Fernsehjournalismus für die Würdigung der Autoren des Films "Gequält, totgeschlagen und weggeworfen - das Leid in Deutschlands Ferkelfabriken". Die investigative Reportage wurde am 14. Juli 2014 in der Reihe "Exclusiv im Ersten" in der ARD ausgestrahlt.

Monika Anthes (l.) und Edgar Verheyen

Monika Anthes (l.) und Edgar Verheyen

SWR-Chefredakteur und REPORT-MAINZ-Moderator Fritz Frey gratulierte den Autoren: "Zum wiederholten Male wurde jetzt der ‚Zwei-Personen-Recherche-Verbund‘ Anthes und Verheyen ausgezeichnet, und ich sage: mit Recht. Mit überdurchschnittlichem Engagement und großem handwerklichen Können zeigen die beiden, wie wichtig investigativer Journalismus sein kann."

Birgitta Weber, Abteilungsleiterin Inland und Redaktionsleiterin von REPORT MAINZ, betonte: "Der Film von Monika Anthes und Edgar Verheyen zeigt, was REPORT MAINZ wichtig ist: unerschrockene Recherche, harte Konfrontation, nachhaltige Berichterstattung. Wenn er auch noch positive Veränderungen bewirkt, ist das einfach toll!"

In der Laudatio der Akademie heißt es, die Reportage sei: "Ein Film, der uns alle angeht! Ein Film, der schonungslos ist! Ein Film, der aufklärt! Monika Anthes und Edgar Verheyen beschreiben in einer beeindruckenden Recherche die unhaltbaren Zustände in der Deutschen Schweinefleischproduktion - bei der einem das Schnitzel geradezu im Hals stecken bleibt." Die Dokumentation sei "investigativ im besten Sinne!" Weiter heißt es in der Laudatio: "Ein Film der nicht verurteilt, aber anklagt. Ein Film, der uns alle angeht – denn es geht um unser Essen!"

Die Recherchen haben nicht nur eine breite Diskussion über Tierschutzstandards in der Schweinehaltung ausgelöst. Auch die Politik hat sofort reagiert und spezielle Erlasse zum tierschutzgerechten Umgang mit Ferkeln beschlossen. Mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln gegen Betriebe, die im Film vorgestellt wurden.

Ein Unternehmen fühlt sich in der Berichterstattung falsch dargestellt und hat aus diesem Grund am Landgericht in Köln erwirkt, dass der Film aktuell nicht weiter ausgestrahlt werden darf. Der SWR geht juristisch dagegen vor.

Nicht zuletzt angesichts dieser harten Auseinandersetzungen bedankt sich Monika Anthes vor allem für die Unterstützung durch die Redaktion REPORT MAINZ. Auch Edgar Verheyen hebt hervor, wie wichtig der Rückhalt durch den Sender ist und erklärt: "Über solche Missstände zu berichten, das ist der Grund, warum wir Journalisten geworden sind."

Nominiert in der Kategorie Fernsehjournalismus waren auch Pia Osterhaus und Günther Wallraff für "Reporter Undercover – Das Pflegedilemma" sowie Jan Köppen und Amiaz Habtu für "Wissen auf Rädern".