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Anerkennung für investigativen Journalismus Grimme-Preis-Nominierung für REPORT MAINZ

Das renommierte Grimme-Institut hat die beiden REPORT MAINZ-Autoren Achim Reinhardt und Claudia Butter für einen Preis in der Kategorie "Information & Kultur" für ihre monatelangen investigativen Recherchen zum sogenannten "Fall Felbinger" nominiert.

Autoren Claudia Butter und Achim Reinhardt (v.l.)

Die Autoren Claudia Butter und Achim Reinhardt (v.l.)

Sie hatten mit ihrem am 3. November 2015 in der ARD ausgestrahlten REPORT MAINZ-Bericht den Missbrauch von Steuergeld durch Abgeordnete des Bayerischen Landtags aufgedeckt.

Fritz Frey, SWR-Chefredakteur Fernsehen: "Schon die Nominierung für den Grimme-Preis ist eine große Anerkennung für den investigativen Journalismus, den das Team von REPORT MAINZ regelmäßig mit großer Beharrlichkeit abliefert."

Monatelang recherchierten Achim Reinhardt und Claudia Butter zum rechtswidrigen Umgang mit Abgeordnetenbudgets im Bayerischen Landtag. Mithilfe verdeckter Aussagen von Insidern und zahlreicher interner E-Mails und Dokumente konnten sie enthüllen, wie bayerische Parlamentarier auch zwei Jahre nach dem Skandal um Vetternwirtschaft im Landtag weiterhin Steuergeld zweckentfremden.

Die REPORT MAINZ-Autoren deckten exemplarisch einen Fall besonders fragwürdiger Mittelverwendung durch einen Parlamentarier auf: den Fall des Landtagsabgeordneten Günther Felbinger (Freie Wähler).

8:33 min | Di, 3.11.2015 | 21:45 Uhr | Das Erste

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Nach Verwandten-Affäre

Bayerische Landtagsabgeordnete tricksen weiter

Seit dem Skandal um Vetternwirtschaft vor zwei Jahren soll im Bayerischen Landtag eigentlich alles sauber sein. Doch gegenüber REPORT MAINZ erheben Abgeordnetenmitarbeiter jetzt schwere Vorwürfe.

Der Speyerer Verfassungsrechtler Prof. Hans Herbert von Arnim, der seit Jahren über die Mittelverwendung bayerischer Landtagsabgeordneter forscht, erklärte zu den Recherchen: "Die Beweislage ist in diesem Fall geradezu erdrückend, sowohl schriftlich als auch mündlich. Es ist ein Glücksfall, dass hier ein Insider auspackt und dadurch deutlich wird, dass hier verdeckte Parteienfinanzierung und Selbstbereicherung vorliegen."

Die exklusive REPORT MAINZ-Recherche machte bundesweit Schlagzeilen - und hatte Konsequenzen: Nach der Ausstrahlung am 3. November 2015 durchsuchten Ermittler bei Razzien elf Wohnungen und Häuser. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt seitdem wegen Betrugs.

Der Abgeordnete Felbinger zeigte sich infolge der Berichterstattung selbst an, legte Parteiämter nieder und zahlte freiwillig 65.000 Euro an die Staatskasse zurück. Bereits im Jahr 2013 hatte REPORT MAINZ-Autor Achim Reinhardt mit einem Bericht aufgedeckt, dass Abgeordnete fast aller Fraktionen im Bayerischen Landtag von Vetternwirtschaft profitiert hatten.

Grimme-Preis-Nominierung für Recherchen zu illegalem Mexiko-Waffendeal

Nominiert für den Grimme-Preis in der Kategorie "Information & Kultur" wurden außerdem gemeinsame Recherchen von Daniel Harrich und Thomas Reutter für SWR und BR über illegale Waffenlieferungen nach Mexiko. Die Recherchen mündeten unter anderem in einen ARD-Themenabend am 23. September 2015 mit dem Spielfilm „Meister des Todes“ und der Dokumentation "Tödliche Exporte - wie das G36 nach Mexiko kam", außerdem in mehrere Beiträge für REPORT MAINZ, "Report München" und für den "Weltspiegel".

Ausgangspunkt der Recherchen war auch ein Exklusivbericht der REPORT-MAINZ-Autoren Thomas Reutter und Achim Reinhardt vom 13. Dezember 2010 mit dem Titel "Illegale Waffenlieferungen? Wie Gewehre von Heckler & Koch in Krisengebiete gelangen", der den Fall damals ins Rollen brachte.

Der Grimme-Preis gilt als renommiertester Fernsehpreis in Deutschland. Er wird in diesem Jahr zum 52. Mal verliehen, am 8. April 2016 in Marl. Mit einem Grimme-Preis werden Fernsehsendungen und -leistungen ausgezeichnet, die für die Programmpraxis vorbildlich und modellhaft sind.

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