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14.07.2008 Vorwürfe gegen Deichmann-Zulieferbetrieb

Unternehmen reagiert

REPORT MAINZ hatte am 7.7.2008 in einer Vorabmeldung über schwere Vorwürfe gegen einen kambodschanischen Zulieferer des Schuhkonzerns Deichmann berichtet. Arbeiterinnen hatten sich über fehlende Schutzmasken, erzwungene Überstunden und erniedrigende Bestrafungen beklagt. So hätten Mitarbeiterinnen, die nicht die erforderte Arbeitsleistung erbracht hätten, an einem „Pranger“ stehen müssen.
Der angekündigte Bericht wurde in REPORT MAINZ an diesem Abend allerdings nicht ausgestrahlt. Wegen komplizierter rechtlicher Detailfragen habe REPORT MAINZ aus Sorgfaltsgründen zunächst auf eine Ausstrahlung verzichtet, sagte Redaktionsleiterin Birgitta Weber. Der SWR gehe aber nach wie vor davon aus, dass seine Recherchen korrekt sind.

Inzwischen hat das Unternehmen einen Teil der Vorwürfe gegen den Zulieferer eingeräumt. Laut dpa vom 8.7.2008 seien Überstunden tatsächlich über das erlaubte Maß hinaus geleistet worden. Der Deichmann Vertreter habe daher die Einhaltung des Grenzwertes von maximal zwei Überstunden täglich verlangt.
Dass schlechte Mitarbeiter zur Strafe vor einer Wand stehen müssten, sei keine gängige Praxis. Es gebe aber Hinweise, dass ein Vorarbeiter dies für 30 Minuten angeordnet habe, teilte das Unternehmen laut dpa mit. Deichmann habe deutlich gemacht, dass diese Praxis absolut inakzeptabel sei. Schutzmasken seien in der Fabrik in ausreichender Zahl vorhanden, sie würden allerdings nicht konsequent getragen. Fabrikmanagement und Gewerkschaft hätten deshalb regelmäßige Kontrollen vereinbart.

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