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Presseinformation REPORT MAINZ, 19. Januar 2007 Schrottimmobilien: Neue brisante Papiere aufgetaucht

Mainz, 19.03.2007 – Vor dem mit Spannung erwarteten Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) zu den sogenannten „Schrottimmobilien“ am 20.03.2007 sind nach einem Bericht des ARD-Politik-Magazins REPORT MAINZ neue, brisante Belege aufgetaucht, die die Rolle der beklagten Badenia – Bausparkasse in einem neuen Licht erscheinen lassen. Wie REPORT MAINZ am Montag berichtet, handelt es sich um streng vertrauliche Vorstandsprotokolle der Badenia aus den Jahren 1988 bis 2000. In ihnen ist niedergeschrieben, dass die damaligen Verantwortlichen der Bausparkasse nicht nur die Finanzierung der – oft wertlosen – Wohnungen übernommen hatten, sondern auch deren Verkauf und den Vertrieb maßgeblich beeinflussten. Dieses Zusammenwirken hatte die Badenia in mehr als 1500 Gerichtverfahren mit geschädigten Immobilien–Käufern bestritten.

Mehrfach hatte der Vorstandsvorsitzende der Badenia-Bausparkasse, Dietrich Schröder, öffentlich erklärt, das Geldhaus habe in den Fällen der sogenannten „Schrottimmobilien“ seine Rolle als Kreditgeber nicht überschritten. Diese Argumentation war bisher vor den meisten der angerufenen Gerichte erfolgreich, weil es geschädigten Anlegern nicht gelungen war, das enge Zusammenwirken von Bausparkassen, Immobilienverkäufern und Vertrieb zu beweisen. So lehnten es die Gerichte bis zum Bundesgerichtshof ab, die Bausparkasse für Fehler oder gar betrügerisches Handeln der Vertriebe haftbar zu machen.

Die von REPORT MAINZ präsentierten Protokolle belegen nun, dass sich die Badenia bereits im Jahr 1988 mit 30 % Geschäftskapital an der Immobilien-Firma Allwo AG maßgeblich beteiligte, um deren Geschäfte mit Tausenden von Wohnungen aus dem Bestand der damaligen Neuen Heimat exklusiv steuern zu können. Wörtlich heißt es in einem anderen Papier: „Die Badenia stand bei der neugegründeten Allwo AG im Wort, den Vertrieb (der Wohnungen, d.Red.) zu übernehmen und zu organisieren.“ Außerdem zeigen weitere interne Unterlagen, dass dieser Vertrieb von der Badenia aus über die in Dortmund ansässige Vertriebsgruppe Heinen und Biege gesteuert wurde.

Der von REPORT MAINZ um eine Bewertung dieser Belege gebetene Bankenrechtler Prof. Hans-Peter Schwintowski von der Humboldt-Universität zu Berlin erklärte dazu heute:

„Nach den Unterlagen, die mir jetzt von REPORT MAINZ vorliegen, bildete die Badenia zusammen mit der Verkäuferfirma Allwo und dem Vertrieb Heinen & Biege nach meiner Einschätzung eine wirtschaftliche Einheit. Die Badenia war sozusagen der Steuermann hinter dem ganzen Geschehen um die Schrottimmobilien.“ Er schlussfolgert außerdem „Wenn diese Papiere den Zivilgerichten von Anfang an vorgelegen hätten, dann hätten nach meiner Einschätzung die Kleinanleger die Prozesse von Anfang an gewinnen müssen.“

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